ausgebremst
Einen Moment alleine innehalten und aktuellen Themen Raum geben. Die Impulse der Katholischen Frauenbewegung sind kompakt und alltagsnah gestaltet. Sie umfassen ein Bild, eine Bibelstelle, einige Gedanken und Anregungen zum Tun. Dabei entsteht eine Verbindung zwischen den intensiven Kar- und Ostertagen sowie den aktuellen Ereignissen. Die Impulse begleiten dich durch herausfordernde Zeiten.
Alle drei Impulse (Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag) sind hier als pdf zu finden.
AUSGEBREMST

Ankommen:
Wähle für den Impuls einen ruhigen Platz aus. Setze dich an einen Tisch oder auf den Boden und gestalte deine Umgebung so, dass du dich wohlfühlst. Lege diesen Impuls, einen Zettel und einen Stift bereit. Dann kannst du später nahtlos in die “Vertiefung für drinnen” übergehen.
Atemübung zum Ankommen:
Begib dich in eine bequeme Sitzhaltung, richte deinen Oberkörper auf, entspanne die Schultern und den Nacken. Du kannst dabei die Augen schließen. Atme durch die Nase und bewusst in den Bauchraum ein, lass die Bauchdecke weich werden, konzentriere dich besonders auf die Ausatmung. Lass die Schultern dabei noch mehr sinken, lass alles ausströmen, was du loslassen und verabschieden möchtest.
Wiederhole diese bewusste Atmung mindestens 5 Mal.
Bibelstelle:
Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.
Die Soldaten flochten einen Kranz aus Dornen;
den setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen purpurroten Mantel um.
Als die Hohepriester und Diener ihn sahen, schrien sie:
Kreuzige ihn, kreuzige ihn!
Auszug aus der Passionsgeschichte, Joh 19,1f.6
Impuls:
Durch die Corona-Krise haben wir eine gesellschaftliche Vollbremsung hinlegen müssen.
Wohl niemand hätte gedacht, dass unsere Beziehungen, unser gesellschaftliches Leben und unsere Wirtschaft in so kurzer Zeit heruntergefahren werden können. Mitten im Alltag sind wir gestoppt und der “beschleunigten Entschleunigung” ausgeliefert (Zukunftsforscher Matthias Horx).
Und wir wissen, dass nach dieser Krise unser Leben und unsere Zukunft anders sein werden.
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Maria von Magdala, Philippus, Johanna, Andreas und all die anderen Menschen um Jesus erfahren durch die Begegnung mit ihm ein völlig neues Leben. Sie erleben, dass es möglich ist zu teilen und geheilt zu werden. Jesus ist für sie der, mit dem sie neu vom Leben zu träumen wagen.
Gerade noch zieht Jesus von allen bejubelt in Jerusalem ein (Joh 12,12-19), da wendet sich seine Zukunft in eine völlig andere Richtung – und auch die der Frauen und Männer um ihn.
Durch die Verhaftung und Verurteilung Jesu tritt eine totale Wendung in ihr Leben, sie werden mitten in ihrem Alltag gestoppt, ihre Hoffnungen lösen sich auf.
Sein Tod hat Überwältigendes.
Gefühle bahnen sich nach der ersten Schockphase ihren Weg:
Warum musste das ausgerechnet uns treffen?
Wie kann es jetzt weitergehen?
Was soll nur aus uns werden?
Anregung zum Tun:
Für drinnen: Versuche, deine Fragen und Sorgen in Worte zu fassen und schreib sie auf. Hebe den Zettel eine Zeit lang auf, so wie es für dich passt. Dann verbrenne ihn und lass deine Sorgen und Fragen mit dem Rauch aufsteigen.
Für draußen: Geh hinaus und suche dir einen Stein, der dich im Moment anspricht. Steck ihn in deine Tasche und überlege: Was lastet auf mir? Wo muss ich Hoffnungen begraben?
Suche einen Platz für den Stein, an dem du ihn und deine Gedanken ablegen möchtest.