Danke lieber Frauen-Bischof Maximilian Aichern
"Vieles haben wir als kfb durch die Ermutigung und Unterstützung von Bischof Maximilian Aichern erreicht. Dass wir da stehen, wo wir als oberösterreichs größte Frauenorganisation heute stehen, haben wir auch ihm zu verdanken. Wir werden nicht müde, diesen Weg weiterzugehen. Danke, Bischof Maximilian. Mögest du in Frieden ruhen", würdigt die kfb-Vorsitzende Margit Schmidinger den verstorbenen Altbischof.
Maximilian Aichern war von 1982 bis 2005 Bischof der Diözese Linz. Auch nach seiner Amtszeit als Bischof blieb er der Katholischen Frauenbewegung und den Frauen sehr verbunden. Er ist am Samstag, 31. Jänner 2026, im 94. Lebensjahr im Domherrenhaus in Linz verstorben.
Diözese Linz trauert um Bischof emeritus Maximilian Aichern OSB
Stimmen aus der kfb oö zum Ableben von Altbischof Maximilian Aichern
Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in OÖ von 1992 bis 2002
"In erster Linie verbinde ich mit ihm Menschlichkeit und Mut. Er war immer ein Bischof mit den Menschen und für die Menschen und so mutig, dass er erste Schritte gemacht hat, auch wenn andere gesagt haben: Das geht nicht. Er hat mich zum Beispiel als erste Frau ins Konsistorium berufen und mich zur geschäftsführenden Vorsitzenden des Pastoralrates ernannt. „Wenn etwas nicht möglich ist, verändere es, sodass es anders möglich wird“ war sein Credo. Auch sein Umgang mit Menschen hat mich beeindruckt, er ist ihnen wirklich begegnet, hat sie geschätzt und etwas zugetraut, und er war immer Maximilian Aichern. Er war immer er, egal in welcher Umgebung, und er hat sich seinen Humor bewahrt trotz aller Schwierigkeiten. Man hat sich einfach auf ihn verlassen können. Für mich war seine Art Bischof zu sein, ein „fünftes Evangelium“, eine Froh-Botschaft getreu einer seiner zentralen Botschaften: „Lasst euch die Freude am Christsein nicht nehmen!“
Margit Hauft (2. v. li) mit ihren Nachfolgerinnen Maria Dürnberger (re) und Erika Kirchweger (2.v.re) im Gespräch mit Maximilian Aichern. Während Haufts gesamter Amtszeit als kfb-Vorsitzende war Maximilian Aichern Bischof der Diözese Linz.
Maria Dürnberger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in OÖ von 2002 bis 2007
"In meiner Zeit als kfb–Vorsitzende war Bischof Maximilian noch drei Jahre im Amt. Bischof Maximilian erlebte ich als sehr wertschätzend im Umgang mit Frauen. Mit seiner freundlichen und wohlwollenden Art hat er Frauen unterstützt, uns Mut gemacht und auch so manches zugelassen um neue Wege zu gehen. Er hat sich eingesetzt für die Gleichstellung und Rechte der Frauen. Sein Interesse an den kfb–Frauen zeigte er auch immer wieder als emeritierter Bischof.
Persönlich bin ich ihm dankbar, dass es in seiner Amtszeit möglich wurde, Laien zu Wortgottesfeierleiter*innen und Begräbnisfeierleiter*innen zu beauftragen. Diesen Dienst übe ich heute mit Freude aus."
Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in OÖ von 2007 bis 2017
"Die Bischofskirche ist seit meiner Zeit in Linz meine Pfarrkirche. An den großen Feiertagen und besonderen Bischofsliturgien durfte ich oft einen Dienst übernehmen. Seine Predigten und Worte bezeugten immer die frohe Botschaft des Evangeliums und haben meinen Glauben mitgeprägt. Nicht zuletzt waren es Dompfarrer Maximilian Strasser und Bischof Maximilian, die meine Entscheidung in der kfb der Diözese das Amt der Vorsitzenden zu übernehmen beeinflusst haben. Auch als emeritierter Bischof fragte er immer wieder nach: „Was tut sich bei den Frauen, eure Arbeit ist wichtig in der Kirche und in der Welt!“ und immer wieder sein ehrliches von Herzen kommendes „DANKE“. Ich bin dankbar für jede Begegnung mit diesem frohen, überzeugenden Christen und Bischof Maximilian. Er wird mir mit seinem Leben und seiner Haltung ein Vorbild bleiben."
Besuch im Bildungs- und Erholungshaus Bad Dachsberg im August 2015
Kurz bevor das Bildungs- und Erholungshaus der Katholischen Frauenbewegung Bad Dachsberg nach 40 Jahren im Dienst der Frauen und Kinder seine Pforten schloss, besuchte Bischof em. Maximilian eine der letzten Mutter-Kind-Wochen.
Edith Gegenleitner, stellvertretende ehrenamliche Vorsitzende der kfb oö 2015, erinnert sich
"Kurz vor der Schließung des Bildungs- und Erholungshauses Bad Dachsberg luden wir Altbischof Maximilian dorthin ein. Eigentlich wollte er mit mir im Auto mitfahren, kurzfristig entschloss er sich jedoch, selbst mit dem Auto hinzufahren. Allerdings verfuhr ich mich auf dem Weg dorthin - und hinter mir Altbischof Maximilian. Als wir dann endlich in Bad Dachsberg ankamen, meinte er schmunzelnd, dass ich wohl keine allzu gute Orientierungsfähigkeit habe.
Er war ein großer Förderer des Bildungs- und Erholungshauses Bad Dachsberg, in dem Frauen viele Jahre lang Bildung und Erholung fanden: Es war ihm wichtig, dass Frauen einen Ort zum Auftanken hatten.
Ganz besonders erinnere ich mich an die Kontakte mit Maximilian Aichern: er war so zugewandt und liebenswürdig im Kontakt. Sein aufrichtiges Interesse galt den Themen, die uns bewegten - aber noch viel mehr den Menschen selbst. Unbeschreiblich war auch sein Erinnerungsvermögen: Auch wenn wir uns nicht oft trafen, wusste er immer sofort, wer ich bin und was ich mache."
Renate Rudolf, Leiterin der Mutter-Kind-Woche 2015 in Bad Dachsberg, erinnert sich
"Meine vorrangige Erinnerung an den Besuch von Altbischof Maximilian ist, dass er ausgesprochen freundlich war und eine angenehme Atmosphäre geschaffen hat. Auch die Kinder und ihre Anliegen sind ihm sehr am Herzen gelegen. Ich habe eine sehr positive Erinnerung an diesen Besuch."
Susanne Lammer, 2015 Bildungsreferentin der kfb und verantwortlich für das Bildungs- und Erholungshaus Bad Dachsberg, erinnert sich
"Altbischof Aichern ließ sich von uns gerne einladen und kam auch gerne, ohne großes Aufsehen. Er war sehr interessiert daran, dass es eine gute Infrastruktur gab, wo sich Frauen und Kinder treffen konnten, wie es in Bad Dachsberg möglich war. Ich habe ihn als großen Förderer der Katholischen AKtion in Erinnerung.
Beim Besuch der Mutter-Kind-Woche im August 2015 malten einige Kinder ein Bild für ihn - darüber freute er sich von Herzen. Als sehr berührend habe ich in Erinnerung, dass er ein Kind auf die Bitte der Mama segnete."