"Politik der Liebe" fordert Gerechtigkeit für alle
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs begrüßt die Aussagen von Papst Franziskus in seiner neuen Sozialenzyklika „Fratelli tutti“. „Als Katholische Frauenbewegung Österreichs sehen wir uns in unseren Anliegen, für Gerechtigkeit und damit auch Geschlechtergerechtigkeit in Gesellschaft und Kirche einzutreten, bestärkt“, so Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Den Aufruf des Papstes zu einer „Politik der Liebe“ verstehe man als einen Aufruf zur Herstellung umfassender Gerechtigkeit, zu einer „Strukturrevolution hin zu einer Gesellschafts- und Weltordnung, in der die Entfaltung des guten Lebens für alle möglich ist“, so Ritter-Grepl im Rückgriff auf die Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger, die gemeinsam mit der kfbö die Enzyklika einer Analyse unterzogen hat. Frauen seien selbstverständlich genauso gemeint wie Männer, die – so der Papst explizit in Nummer 23 der Enzyklika - „die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben“. Dass Franziskus die Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Kirche nicht direkt anspreche, sei einerseits ein kritisierbares Faktum, erklärt kfbö-Vorsitzende Ritter-Grepl, andererseits gelte aber auch für diese Frage die Botschaft, die die Enzyklika allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens zugrundelege: „Fratelli tutti fordert dazu auf, selbst aktiv zu werden“, so Michaela Quast-Neulinger, die an der Universität Innsbruck am Institut für systematische Theologie forscht und unterrichtet, „es ist keine Belehrung, sondern eine Aufforderung zur Selbstinitiative in Gemeinschaft“.
Hier kannst du die gesamte Presseaussendung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs nachlesen.