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Inhalt:

Memento Mori 2026

Kunst in der Fastenzeit
Magdalena BergerUntitled (loop)Motor, Metallkonstruktion, TextilobjektKrypta2026

Heribert Friedl: Es wird sein Nachleuchten sein, das alles überstrahlen wird, 2021 / 2026 | Soundinstallation (Kirchenraum)

Magdalena Berger: Untitled (loop) / (Motor, Metallkonstruktion, Textilobjekte), 2026 (Krypta)

Maria Nalbantova: Disposable Care (Porzellan, Metallrohre), 2025 (Krypta)

 

Unter dem Leitthema „Memento Mori“ („Gedenke des Todes“) werden seit mittlerweile 35 Jahren Künstler:innen mit bestehenden Werken bzw. ortsspezifischen Interventionen während der Fastenzeit in die Linzer Ursulinenkirche eingeladen. Von Aschermittwoch bis Karfreitag 2026 sind Arbeiten von Heribert Friedl, Magdalena Berger und Maria Nalbantova zu sehen bzw. zu hören.
Die Soundinstallation im Kirchenraum und die skulpturalen Arbeiten in der Krypta schaffen für die Besucher:innen der Ursulinenkirche in der Fastenzeit Momente der Reflexion über Tod und Vergänglichkeit. Es sind poetische Interventionen im Raum, die auf unterschiedliche Weise Geschichten erzählen und zu bewusster Wahrnehmung und Aufmerksamkeit einladen.

Heribert Friedl, Lehrender an der Universität für angewandte Kunst in Wien, hat über mehrere Jahrzehnte mit seinen „nonvisual objects“ ein facettenreiches Werk entwickelt. Die Soundinstallation im Kirchenraum unterbricht sechsmal am Tag die Stille und eröffnet mit vertrauten Motiven wie dem Ticken einer Uhr oder dem „Atmen“ eines Blasebalgs eine neue Sinneserfahrung im barocken Kirchenraum.
http://www.nonvisualobjects.com/

Maria Nalbantova und Magdalena Berger, Masterstudierende der Studienrichtung Plastische Konzeptionen / Keramik der Linzer Kunstuniversität, greifen mit ihren skulpturalen Interventionen vertraute Objekte auf und transferieren sie zu neuen Sinnbildern. In der Interaktion mit dem Raum und im Spannungsfeld von Stillstand, fortwährender Bewegung, alltäglichen Handlungen und Ritualen, schaffen sie neue Assoziationen zu Tod und Vergänglichkeit.
https://marianalbantova.com/
https://www.magdalena-berger.at/

 

Aschermittwoch, 18. Februar 2026 – Karfreitag, 3. April 2026

Eine Veranstaltung von Forum St. Severin, Ursulinenkirche und dem Fachbereich Kunst der Diözese Linz

Die Künstler:innen und ihre Werke im Detail

 

Magdalena Berger

Untitled (loop)

Motor, Metallkonstruktion, Textilobjekt
Krypta
2026
 

Im ehemaligen Aufbahrungsraum der Krypta der Ursulinenkirche sind fünf Motoren an der Wand montiert. An diesen sind weiße Stofftaschentücher aus Leinen befestigt, die sich im Kreis drehen und dabei kontinuierlich über die Wand streichen. Jedes einzelne Stofftaschentuch ist mit einem Wort bestickt: distance, love, closeness, touch, yours

Die Taschentücher streifen über die Wände. Die Berührung tastet den Raum immerfort in einem ruhigen Rhythmus ab. Die Rotation folgt einem endlosen Loop, in dem Anfang und Ende sich berühren. Aus der stetigen Drehung entsteht ein Rhythmus, der den Raum in eine zeitliche Spur einschreibt. So bleibt eine mechanische Präsenz zurück, in der Bewegung, Technik und Wahrnehmung ineinandergreifen und den Raum in einen stillen, fortlaufenden Dialog versetzen.

Das Leinen-Taschentuch als intimes Objekt berührt im alltäglichen Gebrauch die Haut und nimmt Tränen und Schweiß auf. Hier treten sie in Kontakt mit der Mauer, der rund 270 Jahren alten Krypta.
Die Motoren erzeugen ein gleichmäßiges Geräusch. Die Stofftaschentücher erzeugen ein weiches, fast flüsterndes Rauschen, wenn sie über die Wände streichen. Der hörbare Sound ist ein Zeichen von Reibung, Tuch und Wand verändert sich langsam und sanft im Laufe der Zeit.

Die Rauminstallation thematisiert auf metaphorische Weise Trauer, Trost und Erinnerung. Die fortlaufende Bewegung kann als Metapher für die Zeit, die einem Prozess der Veränderung oder des Abschieds innewohnt und der auch eine „heilende“ Wirkung zugeschrieben wird, verstanden werden. Die Taschentücher und die darauf gestickten Begriffe stehen für Intimität, Nähe und Beziehung im Verhältnis von Körper und Raum, dem Menschen und seinem Umfeld.

Magdalena Berger studiert im Master Plastische Konzeptionen / Keramik an der Kunstuniversität Linz. In Bergers Installationen werden Motoren, Sound, Video, Latex und Rotwein zu Elementen, die Räume nicht nur visuell besetzen, sondern auch über Geruch und akustische Intensität erfahrbar machen. Im Zentrum steht die Frage, wie Materialien und räumliche Strukturen Körperlichkeit und Identität sichtbar machen.

Installationen, Soundarbeiten, Fotografien und Objekte von Magdalena Berger waren unter anderem im Salon „Rosa Beige“ der Galerie FÜNFZIGZWANZIG Salzburg, im Salzburg Museum, auf der Parallel Vienna, im Lentos Kunstmuseum Linz, beim Foto Wien-Festival im IFK Wien und im periscope Salzburg zu sehen. Werke sind in den Sammlungen des Landes Salzburg und des Landes OÖ vertreten.

www.magdalena-berger.at
 

Maria Nalbantova

Disposable Care

Installation

Porzellan, Metallrohre

Krypta

2025

 

An der Stirnwand der Krypta hängen vier skulpturale Objekte, am Boden neben den Stützen, die das Gewölbe tragen, befinden sich zwei weitere. Die Werke der Reihe „Disposable Care“ sind skulpturale Objekte aus Porzellan. Sie haben die Form weißer Handtücher. Ihre scheinbare Weichheit ist verfestigt und bewahrt die subtile Spur eines Körpers. Sie offenbaren eine Spannung zwischen Gebrauch und Reinheit, Intimität und Anonymität. Indem sie einen flüchtigen Moment der Berührung fixieren, machen die Arbeiten sichtbar, was sonst übersehen wird: den fragilen, oft unsichtbaren Akt der Fürsorge, der in Vertrauen und Unterstützung eingebettet ist.

Im zeitgenössischen Kontext ist das weiße Handtuch zu einem Symbol für Komfort und Gastfreundschaft geworden, für Räume, in denen Erneuerung mühelos und kontinuierlich erscheint. Das weiße Handtuch verkörpert Sauberkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit, verweist jedoch zugleich auf die unsichtbaren Systeme der Instandhaltung und Aufmerksamkeit, die dieses Gefühl erst möglich machen. Aus Porzellan gefertigt, halten sie einen Moment des Übergangs fest – eine Spur eines Körpers, erstarrte Weichheit.

Maria Nalbantova zu ihrer künstlerischen Arbeit: „Ich fühle mich zu den kleinen Gesten hingezogen, die unseren Alltag strukturieren, Gesten, die so vertraut sind, dass sie oft unbemerkt bleiben. Besonders interessieren mich jene Momente, in denen Fürsorge präsent ist, aber nicht sichtbar anerkannt wird, in denen Vertrauen in routinemäßige Handlungen eingebettet und von unsichtbarer Arbeit getragen wird.

Eines der verbreitetsten täglichen Rituale weltweit ist das Waschen der Hände und des Körpers, gefolgt vom einfachen Akt des Abtrocknens mit einem Handtuch. Unter dieser gewöhnlichen Geste liegt eine Struktur der Fürsorge, Fürsorge für sich selbst und Fürsorge, die von anderen geleistet wird. Es ist eine Geste, die auf Vertrauen beruht, doch die Arbeit, die sie ermöglicht, bleibt oft unsichtbar.“

In „Disposable Care“ nehmen skulpturale Objekte aus Porzellan die Form weißer Handtücher in einem eingefrorenen Zustand an. Ihre scheinbare Weichheit ist verfestigt und bewahrt die subtile Spur eines Körpers. Sie offenbaren eine Spannung zwischen Gebrauch und Reinheit, Intimität und Anonymität. Indem sie einen flüchtigen Moment der Berührung fixieren, machen die Arbeiten sichtbar, was sonst übersehen wird: den fragilen, oft unsichtbaren Akt der Fürsorge, der in Vertrauen und Unterstützung eingebettet ist.

Maria Nalbantova wurde 1990 in Sofia, Bulgarien, geboren und beschäftigt sich als bildende Künstlerin mit Skulptur, DIY-Biomaterialien, Video und Zeichnung und absolviert derzeit einen Masterstudiengang in Plastische Konzeptionen / Keramik an der Kunstuniversität Linz. Sie schafft Mixed-Media-Installationen, oft im Dialog mit bestimmten Orten, und setzt sich dabei mit deren historischen, soziopolitischen und ökologischen Dimensionen auseinander. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Begriffe Koexistenz, Fürsorge und Verantwortung.

Ihre Werke sind Teil der Sammlungen der Sammlung zeitgenössischer Kunst des Europäischen Parlaments, der China International Culture Association und der Sofia City Art Gallery in Bulgarien.

Maria Nalbantova, die in Sofia bereits ein Studium an der dortigen Kunstakademie absolviert hat, wird gemeinsam mit drei weiteren Künstlerinnen den bulgarischen Pavillon auf der Biennale Venedig 2026 bespielen.

www.marianalbantova.com
 

Heribert Friedl
Es wird sein Nachleuchten sein, das alles überstrahlen wird
Soundinstallation im Kirchenraum
2021 / 2026
Dauer: 15 min

Der barocke Kirchenraum entführt die Besucherinnen und Besucher in eine andere Zeit. Die Fülle und Pracht der Ausstattung sollten den Menschen damals einen Vorgeschmack auf das Paradies als Zustand himmlischer Freuden und ewiger Sorglosigkeit vermitteln. Heribert Friedl fügt diesem barocken Gesamtkunstwerk jedoch keine zusätzlichen visuellen Elemente hinzu. Vielmehr nutzt er die spezifische Atmosphäre dieses Raumes, um eine neue Sinneserfahrung zu erzeugen: eine Klanginstallation, die sechsmal am Tag um 9.00, 11.00, 13.00, 15.00, 17.00 und 19.00 Uhr für rund 15 Minuten die Stille unterbricht. Die Klanginstallation besteht formal aus wenigen Elementen: dem Ticken einer Uhr, einem sich immer wieder verändernden Orgelton, den Flageolett-Tönen einer Gitarre und dem „Atmen“ eines Blasebalgs.

Mit dem Ticken der Uhr und den Orgelklängen knüpft Heribert Friedl an vertraute Hörerfahrungen und Metaphern zur Begrenztheit von Zeit und menschlicher Existenz an. Er versteht die Uhr aber auch als Symbol der Unendlichkeit in Anlehnung an den immerfort weitergehenden Lebensrhythmus. Die Klänge in unterschiedlichen Frequenzbereichen überlagern sich und scheinen Ort und Zeit entzogen zu sein.

Was bleibt, ist die Erinnerung, das Nachleuchten, der Nachhall über die Zeit hinaus. Raum und Klang verschmelzen zu einer Einheit.

In memoriam Altbischof Maximilian Aichern

Heribert Friedl sagt dazu: „Obwohl diese Arbeit in einer persönlichen existentiellen Krise fußt, schafft es die Klanginstallation, den Schritt aus dem Persönlichen heraus zu machen. Tod, Vergänglichkeit und Verlust sind allgegenwärtig und daher immer aktuelle Themen – nicht nur für einen Künstler, sondern für jeden Einzelnen. Zu Weihnachten habe ich noch eine Karte mit persönlichen Glückwünschen von Altbischof Maximilian Aichern bekommen. Am Freitag, 6. Februar 2026 habe ich mich von ihm in der Turmkapelle des Mariendoms verabschiedet. Das war einerseits ein sehr trauriger, andererseits aber auch ein sehr heller, berührender und schöner Moment. Der Tod ist nicht das Ende! Die Klanginstallation mit dem Titel ‚Es wird sein Nachleuchten sein, das alles überstrahlen wird‘ wird somit wieder zu einem aktuellen Thema. Er verweist in diesem Moment auf einen Menschen, der ganz stark ‚nachleuchten‘ wird.“

Heribert Friedl wurde 1969 in Feldbach (Steiermark) geboren und lebt in Wien. Er studierte Bildhauerei an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und dort seit 2021 Dozent – er lehrt am Institut für Bildende und Mediale Kunst an der Abteilung für Ortsbezogene Kunst. Seine Werke werden seit 1994 in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, wie u. a. im Museum Folkwang in Essen (D), Kunstverein Arnsberg (D), Fundação Calouste Gulbenkian in Lissabon (PT), Kunsthalle Kiel (D), Stadtgalerie Saarbrücken (D), Neue Galerie Graz, Forum Stadtpark, Kunsthalle Exnergasse in Wien und Salzburger Kunstverein. Bekannt wurde Heribert Friedl vor rund 20 Jahren durch seine Arbeiten mit Duftstoffen und deren Wirkung. Als „nonvisual objects“ bezeichnet er seine Installationen in visuell vermeintlich leeren Räumen, die er mit Gerüchen verbindet.

Die Komposition war bereits 2021 in der Ursulinenkirche zu hören. Aktuell ist die Bilder-Serie
„15 Aufenthalte“ von Heribert Friedl im Festsaal und der Kapelle des Linzer Bischofshofes zu sehen.

www.nonvisualobjects.com



Information in english

Predigt vom Aschermittwoch

Pressebericht zur Ausstellung

Maria NalbantovaDisposable CareInstallationPorzellan, MetallrohreKrypta2025
Magdalena BergerUntitled (loop)Motor, Metallkonstruktion, TextilobjektKrypta2026
Heribert Friedl, Lehrender an der Universität für angewandte Kunst in Wien Es wird sein Nachleuchten sein, das alles überstrahlen wird Soundinstallation im Kirchenraum2021 / 2026Dauer: 15 min
Heribert Friedl und Magdalena Berger pr?sentierten ihre Kunstinstallationen in der Ursulinenkirche.
Kuratorin Martina Gelsinger, Kunsthistorikerin und Referentin für Kunst und Kultur der Diözese Linz
Maria Nalbantova wurde 1990 in Sofia, Bulgarien, geboren und besch?ftigt sich als bildende K?nstlerin mit Skulptur, DIY-Biomaterialien, Video und Zeichnung und absolviert derzeit einen Masterstudiengang in Plastische Konzeptionen / Keramik an der Kun
v.l.: Kuratorin Martina Gelsinger, Referentin f?r Kunst & Kultur der Di?zese Linz, Obfrau Di?zesankunstverein Linz; K?nstler Heribert Friedl; K?nstlerin Magdalena Berger; Markus Schlagnitweit, Rektor an der Ursulinenkirche in Linz und Cornelia Erber.
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Ursulinenkirche
Die barocke Ursulinenkirche war bis 1968 Klosterkirche der Ursulinen. Seit der Restaurierung 1985 dient sie als Kunst-, Konzert- und als Gemeindekirche für das Forum St. Severin/Katholischer Akademikerverband und ist heute auch zentraler Standort der Citypastoral der Diözese Linz.
https://www.dioezese-linz.at/ursulinenkirche


Öffnungszeiten der Krypta und des Kirchenraumes: Do. und Fr., jeweils 16.00 bis 18.00 Uhr, um 17:00 Uhr Kunstauskunft und nach telefonischer Vereinbarung: 0732/244011-4571, www.fss-linz.at

Die Klanginstallation im Kirchenraum dauert rund 15 Minuten und wird täglich um 9.00, 11.00, 13.00, 15.00, 17.00 und 19.00 Uhr zu hören sein.
 

Öffnungszeiten der Kirche bis zur Eingangsbalustrade: täglich von 8.00 bis 19.00 Uhr
 

TERMINE:

 

Mittwoch, 25. März 2026, 18.00 Uhr | Ursulinenkirche

Kunstgespräch mit Kuratorin Martina Gelsinger und den Künstler:innen

Keine Anmeldung erforderlich

 

Karfreitag, 3. April 2026, 15.00 Uhr | Ursulinenkirche

Concert spirituel

Alessandro Scarlatti (1660 – 1725)

„Concerto grosso“ Nr.1 in f-Moll für Streichquartett und Cembalo

„Stabat Mater“ für Sopran, Alt, Violinen und Continuo
Mit Fiona Mantovan (Alt), Enamore Quartett, Yoko Takahashi (Cembalo)
Leitung: Christian Schmidbauer

 

 

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fss@dioezese-linz.at

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9:00 - 12:00 und 13:00 - 16:30 Uhr 

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