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Pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit
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Engagement verdient Wertschätzung

Brigitta Hasch

Wie kann Wertschätzung für Ehrenamtliche im Pfarralltag sichtbar werden? Brigitta Hasch leitet seit vielen Jahren das Fachteam Öffentlichkeitsarbeit ihrer Pfarrgemeinde Leonding-St. Michael. Im Interview mit Daniela Klein erzählt sie von ihren Erfahrungen und gibt praktische Anregungen, die auch für andere Pfarrgemeinden interessant sein können.

Brigitta, du bist für mich eine wahre Expertin, wenn es um das Thema Wertschätzung und „Danke sagen“ in der Pfarrgemeinde geht. Welche Angebote habt ihr bisher umgesetzt?

Vor zwei Jahren haben wir das Thema Ehrenamt im Pfarrblatt ausführlich aufgegriffen.

Leider fällt der Internationale Tag des Ehrenamtes in die Vorweihnachtszeit. Deshalb ist es uns bisher erst einmal gelungen, rund um diesen Termin einen Ehrenamts-Gottesdienst zu feiern. Dazu gab es ein Plakat, eine kleine Schokolade als Dankeschön sowie eine Vorstellung der Fachgruppen und ihrer ehrenamtlich Engagierten in einer PowerPoint-Präsentation während des Gottesdienstes.

Ersatztermine – etwa das Patrozinium – sind ebenfalls schwierig. Heuer möchte ich das Thema deshalb einmal bewusst an das Ende des Arbeitsjahres legen. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Ein persönliches Dankeschön beim Ende einer ehrenamtlichen Tätigkeit sowie ein herzliches Willkommen oder eine Vorstellung neuer Mitarbeiter*innen im Pfarrblatt und/oder auf der Homepage sollten aus meiner Sicht selbstverständlich sein.


Welche Ideen für das Pfarrblatt könntest du auch anderen Pfarrgemeinden empfehlen?

Bei uns gibt es neben Nachlese und Vorschau immer auch ein mehrseitiges Schwerpunktthema. Dazu lade ich Menschen aus dem Pfarrgemeinderat oder dem Seelsorgeteam ein, Beiträge zu schreiben. Immer häufiger bitte ich aber auch Personen aus der Pfarrgemeinde um kurze Statements, die ich teilweise sprachlich ausformuliere und gemeinsam mit einem Foto veröffentliche.

Das hat mehrere Vorteile:

  • Viele Autor*innen sorgen für mehr Vielfalt und Lebendigkeit.
  • Kurze Beiträge sind leicht lesbar und ermöglichen den Leser*innen einen einfachen Einstieg.
  • Ortsbekannte „VIPs“ wecken zusätzliches Interesse.

Auch Leitartikel sowie Editorial oder Vorwort greifen jeweils das Schwerpunktthema auf.

Sehr beliebt sind außerdem kurze Kommentare oder Interviews – besonders mit Expert*innen. Ich kann nur ermutigen, diese Form einmal auszuprobieren.

Hilfreich sind auch gut planbare Rubriken und kleine Serien, die sich über mehrere Ausgaben ziehen.

Jede Nachlese lässt sich zudem mit einem kleinen Dankeschön an die Organisator*innen verbinden.

Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen 2027 empfehle ich, dieses Thema bereits ab Herbst regelmäßig und ausführlich im Pfarrblatt aufzugreifen.


Arbeitest du in der Pfarrgemeinde mit einem Fachteam? Wie seid ihr organisiert?

Seit 2012 leite ich das Team Öffentlichkeitsarbeit. Von 2012 bis 2022 war ich außerdem Mitglied des Pfarrgemeinderates. Seit der Umstellung auf die neue Pfarrebene ist auch das Seelsorgeteam „Verkündigung“ Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit.


Wie sind die Aufgaben bei euch verteilt?

Für das Pfarrblatt gibt es ein Redaktionsteam mit drei bis vier Personen. Facebook und die Homepage betreue überwiegend ich. Das Pfarrsekretariat ist für Termine und Wochennachrichten zuständig.

Die Bewerbung und Plakatierung von Veranstaltungen sowie die Betreuung der Schriftenstände liegen im Aufgabenbereich des Seelsorgeteams „Verkündigung“.

Ich gestalte außerdem zahlreiche Plakate, Flyer und Leporellos – sowohl für unsere Pfarrgemeinde als auch für die Pfarre TraunerLand. Wer etwas braucht, meldet sich einfach bei mir.


Wie bleibt ihr gut miteinander in Kontakt?

Wir sind untereinander jederzeit gut erreichbar. Zusätzlich nutzt unser Redaktionsteam eine WhatsApp-Gruppe für den laufenden Austausch.


Wie erlebt ihr die Vernetzung der Öffentlichkeitsarbeit auf der neuen Pfarrebene?

Hier stehen wir noch am Anfang. Ich hoffe aber, dass wir noch vor dem Sommer einige gemeinsame Ideen umsetzen können.

Seit über einem Jahr ist die Homepage von TraunerLand aktuell gestaltet – mit Kontakten, News, Terminen und Veranstaltungen. Von dort gelangt man direkt zu den Homepages der einzelnen Pfarrgemeinden. Seit Kurzem findet man dort außerdem eine Übersicht über alle regelmäßigen Gottesdienste in TraunerLand.

Ich habe noch einige Ideen, die ich gerne verwirklichen möchte. Voraussetzung ist allerdings, dass die einzelnen Pfarrgemeinden ihre Angebote selbst veröffentlichen. Nur dann können sie auch auf der Pfarrhomepage zusammengeführt werden.

Zur Homepage habe ich außerdem noch einige Fragen und Wünsche an die Software, die ich gerne in einem persönlichen Gespräch klären möchte.

Ein gemeinsames Pfarrblatt ist derzeit nicht geplant.


Welche Chancen und Herausforderungen siehst du in dieser Zusammenarbeit?

Der gegenseitige Austausch von Erfahrungen ist sicher eine große Chance.

Gleichzeitig ist die Öffentlichkeitsarbeit in den einzelnen Pfarrgemeinden sehr unterschiedlich entwickelt. Das hängt oft von den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen ab.


Arbeitet ihr auf dieser Ebene bereits als gemeinsames Team?

Wir befinden uns derzeit noch im Aufbau. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich in den nächsten Wochen einiges entwickeln wird.


Was möchtest du uns zum Thema Ehrenamt, Wertschätzung und Öffentlichkeitsarbeit noch mitgeben?

Mit der neuen Pfarrstruktur stehen Ehrenamtliche offiziell stärker im Mittelpunkt. Gleichzeitig übernehmen sie aber auch mehr Verantwortung.

Dank und Anerkennung erlebe ich sowohl direkt in den Pfarrgemeinden als auch auf Pfarrebene.

Grundsätzlich können wir viel von Organisationen lernen, die schon lange auf ehrenamtliches Engagement angewiesen sind – etwa von Rettungsdiensten oder der Feuerwehr. Dort gehören Auszeichnungen, gemeinsame Aktivitäten und gelebte Wertschätzung ganz selbstverständlich dazu.

Ich wünsche mir außerdem, dass ehrenamtliches Engagement in der Kirche auch gesellschaftlich noch mehr Anerkennung erfährt. Wir retten vielleicht keine Menschenleben. Aber wir setzen uns Tag für Tag dafür ein, dass christliche Werte gelebt werden und auch künftig tragende Eckpfeiler unserer Gesellschaft bleiben.


 

Liebe Brigitta, herzlichen Dank für dein großes Engagement, deinen Ideenreichtum und dafür, dass du deine Erfahrungen so großzügig mit anderen teilst!

 

Übrigens: Ein paar Ideen von Brigitta sind im ABC des Ehrenamtes zu finden - D wie Danke-Plakat und wie Danke sagen im Ehrenamt: ABC des Ehrenamtes - Wissenswertes für Ehrenamtliche

 

Das Interview führte ela Klein, Referentin für Ehrenamtsförderung der Diözese Linz.

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