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Kinder trauern anders

Kinder können Trauergefühle zeitlich nur begrenzt aushalten

 

Der Tod eines nahen Angehörigen oder Freundes ist für Kinder und Jugendliche besonders schwierig. Meist verstehen sie diese Endgültigkeit nicht. Sie reagieren anders und haben andere Bedürfnisse. Das ist für Erwachsene oft schwer verständlich oder erscheint gar unpassend.

Text: Kinder trauern anders

 

Autorin: Brigitta Hasch
 

Die Psychologin Barbara Juen unterscheidet die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder. „Im Vorschulalter ist es für das Kind unverständlich, dass der Tod nicht rückgängig gemacht werden kann und dass damit auch alle Körperfunktionen aufhören.“ Ein Kind zwischen vier und sechs Jahren denkt, dass der Verstorbene wieder aufwacht, oder es macht sich Sorgen, wie er im Grab atmen kann. Typische Fragen in diesem Alter sind: „Wird die Mama wiederkommen?“, oder: „Bekommt der Opa im Grab etwas zu essen?“
Ein Schulkind begreift zwar die Endgültigkeit des Todes, die Tatsache, dass auch junge Menschen sterben, kann aber zu Todes- oder Krankheitsängsten führen. Fragen wie: „Wirst du auch bald sterben?“, oder: „Wie ist er genau gestorben?“, tauchen auf.
Jugendliche erkennen den Tod zwar als unvermeidbar und unvorhersehbar, entwickeln aber oft Schuldgefühle in Verbindung mit dem Tod. Sie fragen sich: „War ich schuld, weil ich getrödelt habe?“, oder: „Hätte ich es verhindern können?“

Ehrlich antworten.
Für die Beantwortung all dieser Fragen stellt Barbara Juen klar fest: „Man muss nicht immer alles sagen, aber es muss stimmen!“ Erwachsene würden dazu neigen, entweder mit Notlügen zu antworten oder zu viel zu erklären, was das Kind gar nicht gefragt hat. „Grund dafür ist oft, dass sich Erwachsene vor der nächsten Frage fürchten.“
Sehr hilfreich bei der Bewältigung der Trauer sind Bücher, Geschichten, spezielle Rituale und Spiele. Dabei sollte man aber zu viele Ähnlichkeiten mit dem realen Todesfall vermeiden, da sonst die Betroffenheit zu groß wird. „Lieber ein Buch über einen verstorbenen Vogel vorlesen. Das hilft mehr, als die Geschichte vom verstorbenen Vater, wenn das Kind tatsächlich den Papa verloren hat“, rät Juen. Auch ein Bild für den Verstorbenen malen, einen Brief schreiben oder das gemeinsame Herstellen eines Fotoalbums sind gute Möglichkeiten zum Abschiednehmen.

Immer Auswege offen lassen.
Kinder können das Gefühl von Trauer nur zeitlich begrenzt aushalten. Es ist natürlich, wenn sie dazwischen – oft auch sehr unvermittelt – spielen und lachen. „Der Bogen möglicher Reaktionen reicht bei Kindern von vermehrtem Zuwendungsbedürfnis über Aggression und Trotz, sozialen Rückzug, Schlaf- und Konzentrationsstörungen bis hin zu unkontrollierten Erinnerungen, etwa Albträumen“, erklärt die Psychologin.
Die Entscheidung, ob das Kind beim Begräbnis dabei ist, sollte das Kind selbst treffen können. Dazu muss es allerdings vorab darüber aufgeklärt werden, was dort passiert. Und: Wenn es dem Kind zu viel wird, sollte eine Person da sein, die mit dem Kind auch weggehen kann.

Umfeld Schule.
Grundsätzlich wollen Kinder im Klassenverband nicht hervorgehoben werden, weil sie Angst haben, ihre Gefühle offen zu zeigen. Juen empfiehlt deshalb nach Möglichkeit ein Gespräch mit dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin.
Beim Thema „Suizid“ sind die Angehörigen besonders gefordert. „Grundsätzlich muss man dem Kind erst einmal sagen, dass jemand gestorben ist, und nicht gleich, wie er gestorben ist“, so Juen. Etwa mit sechs oder sieben Jahren kann ein Kind zwischen „sterben“ und Suizid unterschieden. Auch hier gilt: Auf Fragen ehrlich antworten, aber nicht unbedingt ins Detail gehen.
Wird allerdings befürchtet, das Kind könnte mit dieser Tatsache unvorbereitet in der Schule konfrontiert werden, könnte man durch offene Gespräche in der Familie das Kind zu bestimmten Fragen animieren und diese dann beantworten.

 

Der Text erschien erstmals 2011 in der KirchenZeitung der Diözese Linz. Weiterlesen unter: www.kirchenzeitung.at

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