Einladung zum International Jägerstätter-Gedenken am 8. und 9. August
Ein dichtes Programm aus Gebet, Vorträgen und gemeinschaftlichen Aktivitäten laden dazu ein, sich mit seinem Vermächtnis auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Erinnerung an Jägerstätters konsequente Gewissensentscheidung während der NS-Zeit, sondern auch die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen rund um Krieg, Trauma und Friedensarbeit.
Auftakt mit Gebet und Begegnung
Der Samstag beginnt um 18 Uhr mit einer Vesper in der Pfarrkirche St. Radegund. Das gemeinsame Gebet setzt bewusst einen ruhigen, spirituellen Auftakt und bietet Raum für persönliches Gedenken. Im Anschluss lädt ein „Social Evening“ im Gasthaus Hofbauer dazu ein, ins Gespräch zu kommen – ein niederschwelliger Rahmen, der besonders für neue Teilnehmende den Einstieg erleichtert und zugleich den Austausch unter langjährigen Gästen fördert.
Fachvorträge mit aktuellem Bezug
Der Sonntagvormittag steht im Zeichen der inhaltlichen Vertiefung. Im Gemeindesaal Tarsdorf widmen sich zwei Vorträge aktuellen Fragestellungen rund um die Folgen von Kriegserfahrungen:
- Pia Andreatta (Universität Innsbruck) beleuchtet unter dem Titel „Bis in die dritte und vierte Generation?“ die langfristigen sozialen und psychologischen Auswirkungen von Kriegstraumata.
- Dominik Markl SJ, Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft, stellt Zusammenhänge zwischen biblischen Perspektiven, individuellen Erfahrungen und Engagement für den Frieden her.
Damit verbindet das Gedenken historische Erinnerung mit gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskursen – ein Ansatz, der besonders für wiederkehrende Teilnehmende eine kontinuierliche inhaltliche Weiterentwicklung bietet.
Gemeinsamer Weg nach St. Radegund
Nach dem Mittagessen folgt um 13.30 Uhr eine Fußwallfahrt von Tarsdorf nach St. Radegund. Dieser Weg ist ein zentraler Bestandteil des Gedenkens: Er verbindet Orte aus Jägerstätters Lebensumfeld und schafft eine bewusst entschleunigte Form der Auseinandersetzung.
Liturgie und Abschluss
Am Nachmittag findet um 16 Uhr eine Andacht zur Todesstunde in der Pfarrkirche St. Radegund statt. Den Abschluss bildet um 19.30 Uhr eine Eucharistiefeier mit P. Dominik Markl SJ, gefolgt von einer Lichterprozession zur Grabstätte Jägerstätters.
Ein Gedenken mit aktueller Relevanz
Franz Jägerstätter wurde 1943 hingerichtet, weil er den Wehrdienst im nationalsozialistischen Regime verweigerte. Seine Entscheidung gilt heute als Beispiel für Gewissensfreiheit und Zivilcourage.
Das jährliche Gedenken knüpft daran an, indem es historische Erinnerung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verbindet. Gerade angesichts heutiger Konflikte gewinnt die Auseinandersetzung mit individuellen Gewissensentscheidungen und den langfristigen Folgen von Gewalt neue Bedeutung. Es ist ein Ort der Erinnerung, des Austauschs und der gemeinsamen Suche nach Perspektiven für Frieden.
Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter paxchristi.at