Montag 22. Oktober 2018

Nachrichten-Archiv

 

„Du bist gemeint“

Frühjahrstagung der Diakone und ihrer Ehefrauen in der Diözese Linz

 

Über 90 Diakone und ihre Ehefrauen waren ins Bildungshaus Schloss Puchberg gekommen, um in einer Gottesdienstwerkstatt die eigene liturgische Praxis zu reflektieren und Anregungen für eine authentische Rollengestaltung zu finden. Referent war der Autor, Dramaturg und Regisseur Dr. Bernward Konermann aus Göttingen.


Trotz oder gerade wegen vieler Veränderungen in Kirche und Gesellschaft ist es unerlässlich, das Wort Gottes in der Verkündigung neu wach werden zu lassen. Es sei Gebot der Stunde, „die Gegenwart Gottes im Miteinander der Glaubenden zuverlässig aufrechtzuerhalten und weitergeben zu können“, so der Referent. Dies gilt insbesondere für die sonntägliche Versammlung der Gemeinde zum Gottesdienst.

 

Die Lebendigkeit der Verkündigung steht und fällt mit der inneren und äußeren Haltung jener, die den Gottesdienst leiten oder besondere Dienste darin übernehmen. Es ist nicht unwesentlich, wie jemand spirituell und auch körperlich verwurzelt ist. Wie beweglich jemand ist und welcher Sprache man sich in der Verkündigung bedient. Imagination und Konzentration erweisen sich als gestalterische Kräfte. „Wie sieht der Verfasser dieses biblischen Textes aus? War es drinnen oder draußen? Wie war seine Stimme? Wem hat er diktiert?... Du warst dabei!“ Durch diese Art der Erinnerung werden wir lebendige Zeugen für die Hörenden.

 

Gottesdienst heißt auch immer: eine neue Zeit bricht an. Im Leben eines jeden Menschen gibt es Momente, in denen man nicht mehr flüchten, sich nicht mehr in die zweite Reihe stellen kann, sondern in denen klar wird, dass nun ich dran bin, als Mensch, als getaufter Christ, getaufte Christin: „Du bist gemeint!“. Dies verdeutlicht der Referent mit einer berührenden Geschichte über die Begegnung und Beziehung einer jüdischen und evangelischen Familie zur Zeit des Nationalsozialismus, die in die Überzeugung mündet: Mit der Taufe liegt der Tod hinter uns. Eine Gewissheit, die Angst in Zuversicht und Weite, die Starre in Beweglichkeit und Barmherzigkeit wandeln kann.

 

Ein gelassener, ja großzügiger Umgang mit der Zeit in der Liturgie, ein sparsamer und kritisch überdachter Einsatz von Technologien, wie Mikrofone beispielsweise, sowie der Mut zum „Weniger ist mehr“ runden die Erfahrungen aus der Gottesdienstwerkstatt ab.
Und die stärkste Kraft liegt wohl im stillen Gebet vor Gott. „Gott hört, wenn wir ihn im Namen seines Sohnes Jesus Christus ansprechen“, so Bernward Konermann.

 

Neugewählter Bischöflicher Rat für Ständige Diakone in der Diözese Linz


Im Rahmen der Frühjahrstagung kam es auch zum Wechsel in der Funktion des Sprechers für die Diakone sowie zur Neuwahl der Mitglieder in den Bischöflichen Rat für Ständige Diakone:

 

Fridolin Engl, Diakon in Ebensee, übte 27 Jahre die Funktion des Sprechers der Diakone in der Diözese Linz aus. Er war der erste Sprecher überhaupt und prägte so stark das Rollenbild des Sprechers und der Diakone. Bischof Manfred Scheuer würdigte in seiner Laudation Fridolin Engl als „leibgewordene Leidenschaft für Diakone“, die in Beruf und Alltag keine Abgrenzung kennt. Fridolin Engl sei durch und durch vom Diakon-Sein erfüllt.


Fridolin Engl war es als Sprecher stets ein großes Anliegen, das Eigenständige und Unverzichtbare am Diakonat hervorzuheben. Die Einführung des Bischöflichen Rates für die Diakone und die Schaffung einer diözesanen Referentenstelle gehen auf seine Initiative zurück sowie zahlreiche innerdiözesane Austauschtreffen zum Diakonat. Eine fruchtbare Österreichvernetzung sowie die von den Diakonen und ihren Ehefrauen gerne angenommenen Tagungen und der Tag der Diakone tragen seine Handschrift. Bischof Manfred sowie die große Schar an Diakonen und ihre Ehefrauen bedankten sich mit Standing Ovation bei Fridolin Engl.

 

Gleichzeitig wurde der neue Sprecher begrüßt:

 

Herbert Mitterlehner, Krankenhausseelsorger und Diakon in Hofkirchen an der Trattnach. Er ist 66 Jahre alt und seit 2017 in Pension.

 

In den Bischöflichen Rat für Ständige Diakone wurden gewählt: Bruno Fröhlich, Franz (Samy) Schrittwieser, Bernhard Pfusterer, Gabriele Fröhlich-Aichinger und Evi Kapplmüller.

 

Der Dank an die scheidenden Mitglieder im Bischöflichen Rat (Wolfgang Zopf, Karl Höllwerth und Beate Felberbauer) sowie an die Mitglieder des Wahlvorstandes bildeten den Schlusspunkt der Frühjahrstagung.

 

>> Bilder von der Frühjahrstagung

 


 

Krippenroas 2018

14. Jänner 2018, 14:00 Uhr

 

Ebensee ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt, dass es reich an Kulturgütern ist. Besonders in der Weihnachtszeit kommen viele interessierte Besucher aus nah und fern, um die immateriellen Kulturgüter, die Ebenseer Landschaftskrippe zu besichtigen und den Glöcklerlauf zu erleben. Da es nun schon einige Jahre zurückliegt, dass wir Diakone mit unseren Familien vor Ort dieses Brauchtum erleben konnten, möchte ich – bei genügend Interesse – wieder einmal eine Krippenroas und einen Besuch bei den Glöcklern anbieten.

 

Bei Interesse bitte formlos beim Sprecher Diakon Fridolin Engl melden (fridolin.engl@dioezese-linz.at).

 

 

Krippe der Ebenseer Pfarrkirche
Bischof Manfred mit Pfarrer Rockenschaub bei dessen Krippe
Ebenseer Glöckler
Ebenseer Glöckler

 

 


 

Mobilität statt Servilität

Herbsttagung 2017 der Diakone und ihrer Ehefrauen in der Diözese Linz

 

„Ein Diakon, der nur dient, dient zu gar nichts“, so der Titel der diesjährigen Herbsttagung. Über 90 Diakone und ihre Ehefrauen waren ins Bildungshaus Schloss Puchberg gekommen, um sich gemeinsam über die Bedeutung des Diakonats in einer sich stark wandelnden Kirche und Gesellschaft auszutauschen. Referent war der Theologe Dr. Stefan Sander, Ausbildungsleiter für die Diakone in der Diözese Osnabrück und Geschäftsführer des Internationalen Diakonenzentrums in Rottenburg.

Neueste exegetische Forschungen belegen, dass in den ersten Jahrhunderten der Kirche der Diakon weniger als „Diener bei Tisch“ verstanden wurde, sondern viel mehr als Bote, Beauftragter und Vermittler „zwischen Küche und Tisch“. So gesehen gehöre als zentrales Wesensmerkmal die Mobilität zum Diakonat. Es ist mehr das Unspezifische, was das Spezifische am Diakonat ausmache, die konkreten Aufgaben des Diakons erschließen sich demnach aus dem Kontext heraus, wo er wirkt. Der Diakon übernimmt vermittelnde Aufgaben, wo etwas fehlt. Dies ist auch grundgelegt in der Wiedereinführung des Ständigen Diakonats vor 50 Jahren durch das Zweite Vatikanische Konzil. Die damals noch vielen Priester konnten das Fehlen des Diakonats nicht schließen, weil es zwei grundverschiedene Berufungen sind.
Der Diakon ist Vermittler und Botschafter Jesu Christi, in dem das Soziale und Pastorale zusammenfließen. Er ist Auge der Kirche, Ratgeber der Seelsorger und Seelsorgerinnen und Sinnbild für eine barmherzige und solidarische Kirche. Sein Wesen ist, Gott nachzuahmen in seiner Liebe zum Nächsten. Die Diakone sind das Gesicht der Kirche im Alltag der Menschen, dort wo sie wohnen, arbeiten, einkaufen, sich in Vereinen engagieren und ihre Freizeit verbringen.

Dr. Stefan Sander hat die Herbsttagung auch genützt, um in einem Akt der Selbstvergewisserung die anwesenden Diakone und ihre Ehefrauen zu befragen, was für sie der für die Zukunft unverwechselbare Wert des Diakonats sei. Dies wolle das Internationale Diakonenzentrum in einem Brief an Papst Franziskus in nächster Zeit übermitteln. Die Impulse, um den Ständigen Diakonat weltweit unverzichtbar zu machen, waren vielfältig. Der stärkste Impuls wäre wohl, Frauen zum Diakoninenamt zuzulassen. Diakone und Diakoninen wären in der Zukunft demnach mobile und beständige Seelsorger und Seelsorgerinnen, die, von Verwaltungsaufgaben entbunden, direkt und konkret bei den Menschen in ihrem Alltag wirken und ihre Erfahrungen immer wieder in die Kirche einbringen. Der Diakon, die Diakonin erinnerten als Stellvertreter der Armen dauerhaft und verlässlich die Kirche an ihren sozialen Auftrag.

Zum Schluss der Tagung gab es noch zwei besondere Anlässe.
Ganz druckfrisch konnte die neue Broschüre über den Ständigen Diakonat in der Diözese Linz präsentiert werden. In „Beständigkeit. Geschichten für die Zukunft“ sind die vielfältigen Engagements der Diakone porträtiert, besonders auch im Hinblick auf die Kooperation mit anderen Seelsorgern und Seelsorgerinnen bzw. Hilfsorganisationen.

Mit herzlichem Dank und auch Wehmut wurde Ina Heuer, langjährige Sekretärin im Referat für Diakone, in die Pension verabschiedet und für ihren diakonalen Dienst an den Diakonen und ihren Ehefrauen gewürdigt. Spezieller Dank kam vom Sprecher der Diakone, Fridolin Engl und den beiden bisherigen Referenten, Samy Schrittwieser und Peter Schwarzenbacher, für die Ina Heuer als umsichtige und loyale Assistentin wirkte.

 

Hier finden Sie Bilder von der Herbsttagung 2017.

 


 

Der Diakon -

Kultdiener, Sozialarbeiter, Mädchen für alles?

 

Predgit von Bischof Dr. Manfred Scheuer

 

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