Veränderungen
MS: Sepp, du warst über 40 Jahre im Medienverleih der Diözese Linz umtriebig und die letzten 20 Jahre (2004-2024) Geschäftsfeldleiter. Da tauchen viele Bilder im Kopf auf. In der Restrospektive - Dein persönliches Kopfkino?
SB: Rückblickend auf diese Zeit tauchen viele, viele Bilder auf. Vor allem Bilder all der wertvollen Menschen, die ich in diesen 41 Arbeitsjahren kennen und schätzen gelernt habe. Menschen die mich begleitet, beraten und wertgeschätzt haben. Menschen die ich/wir begleitet und mit unseren Medien inspiriert haben. Ein weiteres Bild ist die Transformation der Medienträger in all den Jahrzehnten vom analogen zum digitalen Medium. Waren es in den 1980iger Jahren noch die 16 mm Filme, Tonbild- und Diareihen sind es jetzt die digitalen Medien in unserem Online-Portal. Und dabei hat das „Wichtigste“ das Bild selbst, immer noch seine gleiche Wirkung in der kirchlichen Bildungsarbeit.
Ein Bild, unser Medienverleihlogo, hat mich in all den Jahren in meiner Medienkompetenz geprägt. Im Logo ist der Grundsatz der Medienwirkung enthalten – mit "Sehen, Hören und darüber sprechen", als Fundament jeder Mediendidaktik. Die filmische Retrospektive, hier sind die Bilder von zwei ganz besonderen wertvollen Kurzfilmen präsent. Zum einen der Animationsfilmklassiker "Balance", wo Gier und Neid unweigerlich zum Absturz führen und der klangvolle, meditative Kurzspielfilm „Rain is Falling“, wo die Dimension des lebensspendenden Wassers zur Wirklichkeit wird.
MS: Mein berufliches Vermächtnis: Wofür bist du dankbar? Woran denkst du gerne zurück? Was möchtest du deinen Kolleg:innen mitgeben?
SB: Wofür bin ich dankbar? Dank für alles, was ich in all diesen Jahren lernen, erleben und weiter geben konnte. Dankbar für das Zutrauen und Vertrauen, das mir in all den Jahren von den Entlehner:innen, den Mitarbeiter:innen, der Diözesanleitung und den Verantwortlichen anderer Diözesen entgegen gebracht wurde. Dankbar für den Gestaltungsfreiraum, den Medienverleih der Diözese Linz für die kirchliche Bildungsarbeit, in Schule und Pfarre, in alle den Jahren weiter zu entwickeln. Sichtbar im neuen Upgrade des Medienportals mit den bewährten Alleinstellungsmerkmalen, wie der Schatzkiste Kurzfilme für den Religionsunterricht, dem Bilderbuchkino für die Elementarpädagogik und dem Bildungskino für die Pfarren. Ja und dankbar, dass es bereits einen kompetenten und verantwortlichen Nachfolger für meine Stelle im Medienverleih in der Diözese Linz gibt.
MS: Der Übergang in die Pension gilt als die einschneidendste Zäsur im Leben eines Menschen. Wie hast du dich darauf vorbereitet oder wie bereitest du dich darauf vor? Was wünschst du Dir für deine Zukunft und was für die Zukunft des Medienverleihs?
SB: Jeder Veränderung wohnen ein Zauber und eine neue Chance inne. Jetzt kommen die Tage, wo ich einfach nur mal Schritte mitgehen werde und nicht, wie in all den Jahren, Schritte vorangehe.
Vergangenheit und Zukunft gehören für mich untrennbar zusammen, denn im "Hier und Jetzt" ist das blühende Leben in allen Facetten zu spüren.
Mit dieser Zuversicht und Gelassenheit sage ich dankbar "Servus" und wünsche euch/Ihnen alles Gute für die kommenden Jahre in der kirchlichen Bildungsarbeit.
MS: DANKE, lieber Sepp!
MS: Lieber Josef, magst Du Dich uns kurz vorstellen?
JH: Mein Lebensweg begann in der schönen Südoststeiermark. Ich bin Wirtschaftsingenieur, Diplomierter Video und Produktionsassistent, Religionspädagoge und Logotherapeut. Bin verheiratet, lebe in Rechberg und gemeinsam mit meiner tollen Frau Maria freue ich mich über 3 Töchter, die unser Leben bereichern.
MS: Mit welchen Gefühlen trittst Du die Nachfolge einer prägenden Person, wie Sepp es war, an?
JH: Sepp Bröderbauer kann man nicht einfach ersetzen! Das Wissen, die Beziehungen die er gepflegt hat und den positiven Spirit den er versprüht hat. Doch jeder Mensch hat seine Qualitäten und da, denke ich, lässt sich auch bei mir einiges finden.
Grundsätzlich möchte ich das Wertvolle, das er aufgebaut hat, so gut wie möglich in die Zukunft führen. Zusätzlich möchte ich natürlich neue Akzente setzen und die Zukunft der diözesanen Medienbildung konstruktiv mitgestalten.
MS: Wie willst Du das Drehbuch für die Serie "Medienverleih der Diözese Linz" weiterschreiben?
JH: Die Serie hat ja nun schon 5 Staffeln und läuft bereits seit 70 Jahren. Das Spektrum war so reichhaltig, dass ich kein vollkommen überraschendes und neues Drehbuch schreiben kann. Es werden bewährte Dinge wie der Medienverleih im Diözesanhaus, das Onlinemedienangebot erweitert und ausgebaut, aber auch der Geräteverleih weiter über unser Geschäftsfeld angeboten.
Der Medienverleih bietet sehr viel Potenzial! Zum einen für die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen, sei es in Schule als auch im Elementarbereich, für die Pfarren im Bereich Pfarrkino, aber auch Themenkino in Kooperation mit dem Bildungswerk. Zudem können sich gemeinsame Projekte mit den Vereinen und Gemeinden ergeben, wo neue Synergien entstehen können. Die rechtliche Sicherheit bei der Vorführung und die unkomplizierte Umsetzung eines Filmabends mit berührenden Themen, bieten Anreize um ins Gespräch zu kommen. Kirche soll aus meiner Sicht die Menschen begleiten, Möglichkeiten eröffnen und Perspektiven aufzeigen. Das Medium Film bietet hier verschiedenste Zugänge.
Wie wir noch mehr Menschen auf uns aufmerksam machen können? Darüber Tüfteln wir gerade!
MS: Lieber Josef, danke für Deine Antworten und viel Erfolg in Deiner neuen Aufgabe!