NUNC Rauminstallation Mariendom Linz - Josseline Engeler 2025
Fest für die Erde, 4.10.2025
„nunc“
Eine Rauminstallation in der Turmkapelle West des Linzer Mariendomes von
Josseline Engeler
4.10.2025 bis 14.10.2025
Partizipative Performance am 4. Oktober 2025, Beginn: 14:30 Uhr Ende: 17:30 Uhr
Die Künstlerin Josseline Engeler lädt mit der Rauminstallation „nunc“ BesucherInnen des Festes der Erde ein, den Ort mit künstlerischen Mitteln zu verwandeln.
Der Titel „nunc“ schlägt eine Brücke von der Geschichte zur Gegenwart. Die lateinische Bezeichnung für „hier“ und „jetzt“ verweist auf die in der kulturellen Tradition Europas wichtige Sprache. Sie kann als Referenz zum „Kirchenlatein“ gelesen werden und ist als eindringliche Aufforderung zu klimapolitischem Handeln im gegenwärtigen Augenblick zu verstehen. Die verwendeten Materialien Erde und Lehm verweisen in unterschiedlicher Form auf unsere Grundfesten und stehen metaphorisch für unseren Planeten.
Kunst kann Emotionen erwecken und zum Handeln motivieren.
Martina Gelsinger, die das Projekt für den Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz kuratiert, sagt: „Die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlerinnen auf Augenhöhe nimmt in der Diözese Linz eine wichtige Rolle ein. Die Rauminstallation ‚nunc‘ von Josseline Engeler ist ein künstlerisches Projekt, das verschiedene Bedeutungsebenen auf sehr unmittelbare Weise erfahrbar macht. Kunst wird oft als Seismograf gesellschaftlicher und globaler Entwicklungen bezeichnet. Der Klimawandel ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Generation. Durch ihre Einzigartigkeit, Emotionen zu wecken und komplexe Themen abseits von Sprache greifbar zu machen, eröffnet Kunst ein großes Potenzial, Bewusstsein für menschliches Handeln in Bezug zur Einzigartigkeit der Schöpfung zu schärfen und zum Handeln zu motivieren.“
Die Künstlerin Josseline Engeler bringt eine große Erfahrung und Sensibilität dafür mit. Ich freue mich sehr, dass ‚nunc‘ im Rahmen des Festes für die Erde im Mariendom, in der größten Kirche Österreichs, erstmals realisiert wird.“
Ökologische Themen und natürliche Werkstoffe
„In meinen Arbeiten setze ich mich, wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen, mit ökologischen und gesellschaftlichen Kernthemen in der Kunst auseinander. Als Künstlerin mit einem ortsbezogenen und einem keramischen Schwerpunkt nutze ich im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Materials vermehrt Lehm und ungebrannten Ton statt gebrannter Keramikobjekte. Dabei ist es mir ein großes Anliegen, mit diesen natürlichen Werkstoffen konzeptuell und zeitgenössisch zu arbeiten, ihre Eigenschaften als Veranschaulichung inhaltlicher Schwerpunkte zu nutzen und sie gezielt einzusetzen. Ich kombiniere sie auch gerne mit anderen Medien. In der performativen Installation ‚nunc‘ werden Vergänglichkeit und Zukunft, Handlungsbedarf und gebotene Vorsicht angesichts individueller und kollektiver Herausforderungen in einer sich stark verändernden Umwelt für die Teilnehmenden körperlich erfahrbar. Das eigene Erlebnis verwebt sich dabei assoziativ mit dem stark konnotierten Ort des Mariendoms, der sowohl eine zeitliche Ebene eröffnet als auch an ritualisierte Handlungen denken lässt.“ Josseline Engeler
Die Besucherinnen und Besucher des Fests sind eingeladen, Teil einer performativen Raumaneignung mit den Materialien Lehm und Keramik zu werden. Die Ergebnisse dieser gemeinsamen Aktion bleiben bis 14.10.2025 in der Turmkapelle West ausgestellt (Öffnungszeiten: 8 bis 18 Uhr).
Josseline Engeler
Josseline Engeler, 1982 in Norddeutschland geboren, ist eine interdisziplinäre bildende Künstlerin, deren Schwerpunkte der öffentliche Raum und Keramik sind. Seit 2019 ist sie Dozentin an der Kunstuniversität Linz. Zudem leitet sie seit 2020 die Keramikwerkstatt am Medienkulturhaus in Wels. Nach einem Diplomstudium der „Freien Kunst“ an der „Muthesius Kunsthochschule“ in Kiel und an der „Faculdade de Belas Artes do Porto“ in Portugal absolvierte sie von 2010 bis 2012 ihr Masterstudium „Plastische Konzeptionen/Keramik“ an der Kunstuniversität Linz.
Sie erhielt unter anderem 2009 den europaweit ausgeschriebenen Förderpreis „Westerwald-Preis“ für keramische KünstlerInnen sowie weitere Auszeichnungen, Stipendien und Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen in Österreich, Portugal, Dänemark, Italien, Tschechien, Deutschland und den USA.
Im Jahr 2024 realisierte sie für die Kulturhauptstadt im Salzkammergut das Projekt „N.E.S.T.“. Hierbei handelte es sich um einen partizipativen Lehmbau, der artenübergreifendes Lernen thematisiert und in seiner Bauweise an ein riesiges Wespennest angelehnt ist. Das Projekt wurde gemeinsam mit vielen TeilnehmerInnen durchgeführt und ist dauerhaft im öffentlichen Raum verblieben.

