Pfarrkirche Baumgartenberg
Überschruft
In der Pfarrkirche Baumgartenberg hat die in Perg lebende Künstlerin Josseline Engeler die bestehende Nische mit der Marienstatue um Objekte aus Stampflehm und Keramikelementen ergänzt. Die aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert stammende Marienfigur blickt mit gefalteten Händen und in sich ruhend zu den Kirchenbesucher:innen. Sie trägt einen Kranz aus Rosen und über ihrem Haupt schwebt ein Sternenkranz. Die Farbe ihres mit Gold umsäumten Mantels wird in der petrolfarbenen Glasur der Keramikoberflächen aufgenommen und weitergeführt.
Maria ist zugleich nährende Erdenmutter und Himmelskönigin. Eine Schale zum Anzünden von Kerzen, ein Anliegenbuch und Sitzmöglichkeiten laden zur Besinnung, zum Gebet und zur Begegnung ein.
Die Neugestaltung des Marienortes in der ehemaligen Stiftkirche Baumgartenberg wurde am Sonntag, den 26. Oktober 2025, am Ende der Wortgottesfeier eröffnet und gesegnet. Nach einer längeren, intensiven Planungsphase, die von der Pfarrseelsorgerin Elfriede Neugschwantner initiiert wurde, hat ein engagiertes Projektteam unter der Leitung der neuen Seelsorgerin Kathrin Waser die Umsetzung begleitet. Die Künstlerin Josseline Engeler aus Perg präsentierte eine überzeugende Idee aus Lehm und Keramik, die vom Projektteam und von Dr. Martina Gelsinger vom Fachbereich Kunst und Kultur der Diözese Linz unterstützt wurde. Zusammen mit dem Lehmbauer Elias Brunmayr und SchülerInnen der Mittelschule und des Europagymnasiums wurden die Lehmelemente gestampft. Josseline Engeler verband die Marienstatue in der Mauernische mit den Stampflehmelementen in ihrer Keramikarbeit. So ist ein ansprechender Ort zum Ausruhen und Besinnen, zur Begegnung und zum Gebet entstanden.
Artikel der Kunstuniversität Linz
Spiritueller Impuls von Ernst Raffetseder bei der Segnung des Marienortes am 25.10.2025
Erdentochter Maria
Maria begegnet uns – uns zugewandt - als junge Frau. Man hat sie im Lauf der Jahrhunderte mit Sternen, Rosen und Mondsichel über das Irdische erhoben. Zunächst und zutiefst aber ist sie eine Erdentochter. Aus jüdischem Haus geboren, lebt sie in Galiläa. Sie kennt die Mühen des Erdendaseins. Sie kennt das Gebären und Heranwachsen, sie kennt das Rebellieren der Kinder, sie lässt ihren Sohn Jesus seinen Weg gehen und begleitet ihn. Sie kennt das Sterben, das unausweichliche, das ungerechte. Und bei all dem ist sie schon als junges Mädchen offen für Gottes Anrede. Sie fragt nach. Sie sucht – auch das ist menschlich – nach einem Vertrauen, nach dem Glauben, der trägt. Sie sucht und findet es mit Jesus. Unser neuer Marienort gibt dem Irdischen Raum. Mit Erde und Lehm wird sichtbar und spürbar, wie Marias Leben geerdet ist. Und auch wir können - als Betrachter oder Beter – hier einen Raum zum Besinnen und Ausruhen finden, einen Platz, wo wir uns unserer Mitverantwortung für diese Erde und dem Leben auf ihr bewusst werden. Maria, du Erdentochter, dein Weg war - wie bei Jesus – vom guten Geist Gottes erfüllt; du machst uns Mut, unseren Erdenweg im Vertrauen auf Gottes Geist weiterzugehen