Unser Friedhof
Die vorliegende Handreichung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche
Seelsorger:innen, Mitarbeitende und Zuständige für Pfarrfriedhöfe. Der Friedhof
umfasst neben seinem pastoralen Auftrag bauliche, gestalterische, ökologische,
rechtliche und verwaltungstechnisch-wirtschaftliche Aspekte. Wird daher der
Friedhof als pastoraler Ort gestaltet und bewusst genutzt, ist es wichtig, diese
einander ergänzenden Blickwinkel in deren Verschränkung zu berücksichtigen.
Die neue Diözesane Friedhofsordnung 2025 beinhaltet neben rechtlichen
Aspekten weitere Details für die konkrete Praxis der Friedhofsverwaltung.
Die in der Handreichung „Unser Friedhof“ zusammengeführten Erläuterungen
verstehen sich als Ergänzung zur geltenden Friedhofsordnung und mögen dazu
beitragen, das Verständnis für die pastorale Bedeutung und Chance kirchlicher
Friedhöfe zu vertiefen.
Hinführung
Wer einen Friedhof betritt, befindet sich nicht nur in einem abgegrenzten Areal,
auf dem Menschen ihre Angehörigen zur letzten Ruhe betten und ihrer gedenken.
Hinter Grabsteinen, Erd- und Urnengräbern, verschiedenen baulichen Gestaltungselementen
und Gedenkorten, verbirgt sich rund um Tod, Abschied und Erinnerung
ein komplexes Miteinander, das den Friedhof erst ermöglicht und maßgeblich zu
dessen Gestaltung und Erhalt beiträgt.
Friedhöfe sind wichtige seelsorgliche und kulturelle Orte um „nahe bei den
Menschen – wirksam in der Gesellschaft“1 zu sein und dort anzudocken, wo
Menschen Begleitung, Nährendes, Halt und Unterstützung brauchen. Die vier
Grundfunktionen der Kirche, Verkündigung, Liturgie, Caritas und Gemeinschaft,
werden am Friedhof in der Bestattungs- und Abschiedskultur der Kirche sichtbar
und wirksam. Die Qualität und Sorgfalt in der Anlage und Ausstattung
von Friedhöfen und Aufbahrungsräumen repräsentieren eine Form von
Visitenkarte2 der Gemeinschaft, die diesen Ort pflegt und einen würdevollen
Abschied ermöglicht.