Pfarrkirche Schörfling
Künstlerische Gestaltung des Altarraumes und des Tabernakelbereiches in der Pfarrkirche Schörfling
Im Zuge der Neugestaltung wurde der gesamte Boden des Altarraumes mit einem farbigen Fußboden ausgelegt. So wird eine räumliche Verbindung zwischen Altarraum und dem Bereich der Sitzbänke hergestellt.
Der neue Holzfußboden ist in einem grün-blau-grauen Farbton gehalten, der einen Kontrast zum Gold des Altars und zum Rot des in der Kirche häufig vorkommenden Marmors bildet. Auf dem Fussboden befinden sich im Bereich von Altar, Ambo und Vorstehersitz Felder in einer anderen Farbe, einem kräftigen Türkis. Dieses Türkis findet sich auch als Farbfläche auf der Stirnwand der Seitenkapelle.
Der Boden besteht aus Eichenholz für die große dunklere Fläche und Ahorn für die kleineren türkisen Felder. Die Farbigkeit wird durch Lasuren erzielt, die Maserung des Holzes bleibt also sichtbar.
Das gesamte Mobiliar - Altar, Ambo, Vorstehersitz, Sitze für Dienste, zusätzliche Sitzbänke für Ministranten, Tabernakel - wurde aus hellen Multiplex-Platten aus Birkenholz hergestellt. Die Plattenstärke wurde je nach Möbelstück im Grössenverhältnis abgestimmt. Die Schichten der Platten, die an den Schnittkanten sichtbar bleiben, bilden ein wesentliches Gestaltungselement des sonst sehr
schlichten Mobiliars. Sie betonen die Konstruktion der Möbelstücke und bieten gleichzeitig eine Verbindung zu den grau gestreiften Rippen des Kreuzrippengewölbes der Kirche.
Die verwendeten Platten sind ein Material, dass Lotte Lyon in ihrer künstlerischen Arbeit häufig verwendet. Das helle Holz wurde soweit als möglich in seiner natürlichen Form belassen, damit die Haptik und der warme Eindruck erhalten bleiben.
Weitere Elemente, die neu gestaltet wurden, sind das Vortragekreuz, die Kerzenschalen am Altar, das ewige Licht und ein Kästchen für die heiligen Öle, das in der Seitenkapelle in der Nähe des Taufbeckens angebracht wurde. Für das Vortragekreuz und die Kerzenschalen wurden versilberteOberflächen eingesetzt.
In der Seitenkapelle hängt der Tabernakel auf einem vierten türkisen Rechteck, das direkt auf die Wand gemalt wurde. So kommt es zu einem Zusammenhang mit den drei anderen wesentlichen Orten im Altarraum - den Bereichen von Altar, Ambo und Vorstehersitz. Für die beiden gotischen Bildtafeln, die vor der Neugestaltung hinter dem Altarraum angebracht
waren, wurde eine Hängung seitlich des Tabernakels vorgeschlagen.
Ziel des Entwurfs war es, einen klaren, konzentrierten und meditativen Raum zu gestalten, der sich auf grundsätzliche Elemente - Kuben und Farbflächen - reduziert. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Herstellung einer räumliche Verbindung des hinteren Bereichs der Kirche zum vorderen. Dem neu errichteten Fußboden kommt dabei neben seiner praktischen auch eine skulpturale Funktion zu. Wesentlich war auch die Herstellung eines starken Zusammenhangs zwischen den Orten von Altar, Ambo, Vorstehersitz und Tabernakel.