Praxismodul Glas, Nussbach im Kremstal, 13. März 2026
Beim Blick auf unsere Kirchenfenster sehen wir einen zugleich zerbrechlichen, aber auch über Jahrhunderte haltbaren Werkstoff. Ein Modul des Lehrgangs Kulturgutpflege widmete sich am 13. März 2026 diesem vielfältigen Material. Die Veranstaltung des Fachbereichs Kunst fand in der Werkstätte von Robert Geyer-Kubista in Nussbach im Kremstal statt.
Als Glasmalermeister und gerichtlich beeideter Sachverständiger für Kunst- und Zierverglasung weist Herr Geyer-Kubista jahrzehntelange Praxis in Pflege und Restaurierung von künstlerischen Glasfenstern auf. Er erläuterte die Eigenschaften des Materials und die unterschiedlichen Techniken zur Herstellung von künstlerischen (Kirchen)Fenstern: von Schwarzlotmalerei, Blei- oder Betonverglasung, über Butzenscheiben bis hin zu modernen Techniken wie etwa Fusingglas – alles anschaulich in der Werkstatt nachzuvollziehen.
Mit seinem großen Erfahrungsschatz legte er besonderes Augenmerk auf Schadensursachen und den sachgerechten Umgang mit Kirchenfenstern. Falsche „Reparaturen“, scharfe Reinigungsmittel und Lüften zur Unzeit stellen dabei die größten Risiken dar. Starken Eindruck auf die Teilnehmenden machten die massiv beschädigten Fenster vor der Restaurierung, an denen diese Problematiken unmittelbar abzulesen waren.
Um den Stellenwert von Kirchenfenstern im Sakralraum zu verdeutlichen, führte Judith Wimmer, Referentin im Fachbereich Kunst, durch die Ausdrucksformen der Kunstgeschichte – vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Sie legte ihren Fokus insbesondere auf Kirchen in Oberösterreich, wo zahlreiche renommierte Künstler*innen wie z.B. Margret Bilger oder Lydia Roppolt Gestaltungen umgesetzt haben.
Auch heute noch finden solche Neugestaltungen statt, die stets vom Fachbereich Kunst begleitet werden. Dabei soll der künstlerische Entwurf mit der Qualität des Kirchenraums korrespondieren und aktuelle Fragestellungen unserer Zeit sichtbar machen.
Ein herzlicher Dank gilt zum einen der Gastfreundschaft von Robert Geyer-Kubista in seiner Werkstätte, zum anderen aber auch den vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden, die „ihre“ Kirchenfenster jetzt sicher mit anderen Augen sehen.
Judith Wimmer
Fachbereich Kunst