Montag 18. März 2019
Liturgiebörse

Brannte uns nicht das Herz? Heilige Drei Tage

Anregungen zur Gestaltung von Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht

Der Leitgedanke durch die Karwoche "Brannte uns nicht das Herz?" - oder - "Das Spiel mit dem Feuer" wird nicht der Liturgie aufgesetzt, sondern er wird unaufdringlich und ganz aus der Gestalt der jeweiligen Liturgie entwickelt.

Elemente für die Gottesdienste:

Palmsonntag
:

Stichworte, die mit Blick auf die Schriftstellen des Sonntags (besonders Einzug in Jerusalem) in freien Worten, in Gebeten oder in die Predigt eingeflochten werden können:

Feuer und Flamme sein,
Strohfeuer,
Er/Sie ist meine Flamme, ...


Gründonnerstag:

Zur Fußwaschung:

Die ersten Personen erhalten in Stille die Füße gewaschen (die Gläubigen können sehen, wahrnehmen, ...); dann folgt ein Chorlied; dann:

Kehrvers: Wo die Güte und die Liebe wohnt,

dazw. Texteinschübe, die die Liebe Christi (nach den Evangelien – 2004/Lesejahr C: Lk) zeigen und uns berühren; sein „Für-uns-sein“)

  1. B.:

Wurde uns nicht warm ums Herz als er uns das Gleichnis vom barmherzigen Vater erzählte? Der Vater - unser Vater im Himmel - erwartet auch heute seinen Sohn, er erwartet auch jetzt seine Tochter mit offenen Armen – auf welchen Abwegen sie immer unterwegs waren..

Kv

Wurde uns nicht warm ums Herz, als er sich nicht abhalten ließ, uns - seinen Jüngern - die Füße zu waschen? Er, der Meister, gibt uns ein Zeichen für die Liebe Gottes. Gott dient dem Menschen und er lädt ein, dass auch wir füreinander da sind.

Kv
Wurde uns nicht warm ums Herz, als er die Ankläger der Ehebrecherin auf ihre eigene Sünden hinwies und die Frau nicht verurteilte? Christus gibt auch heute allen die Chance umzukehren und neu zu beginnen.
Kv
Brannte uns nicht das Herz, als er mit uns nach Emmaus ging und uns den Sinn seines Lebens erschloss? Christus schenkt uns auch heute das Zeichen des gebrochenen Brotes. Er ist immer mit uns unterwegs und für uns da.
Kv


Karfreitag:

Element innerhalb der Leidensgeschichte nach Johannes:

Joh 18,18:

" ... Die Diener und Knechte hatten sich ein Kohlefeuer angezündet
und standen dabei, um sich zu wärmen; denn es war kalt. Auch Petrus stand
bei ihnen und wärmte sich."

Unterbrechung der Passion

In Stille und ruhiger Handlung:

Etwa 5 Personen (Erwachsene, MinistrantInnen, aus den liturgischen Diensten;
Petrus kennzeichnen mit einem besonderen Kleidungsstück, z. B.: roter Schal)
treten in die Mitte vor den Altar und setzen sich an den Stufen um das „Kohlenfeuer“:
Die Diener und Knechte errichten das „Feuer“ durch mitgebrachte, rot/schwarz
verpackte Holzriegel (ca. 1 Meter lang; die Riegel werden in Form einer Pyramide
aufgestellt).

Fortsetzung der Passion:

„Der Hohepriester befragte Jesus über seine Jünger ...“


Nach der Verleugnung des Petrus: (18,27)

„... wieder leugnete Petrus, und gleich darauf krähte ein Hahn.“


Petrus steht auf und spricht (Standmikrophon):

Ich bin ausgebrannt – ich kann nicht mehr. Die letzten Stunden waren zu
hart. Warum musste Jesus nach Jerusalem gehen – in diesen gefährlichen
Tagen?! Wir spürten die explosive Lage. Vor wenigen Tagen schien noch alles
fröhlich. Begeistert waren die Menschen, als Jesus in Jerusalem einzog.
Sie waren für ihn Feuer und Flamme. Noch gestern spürten wir seine
große Liebe. Wurde uns nicht warm ums Herz, als er uns – seinen Jüngern
– die Füße gewaschen hat?! Aber es lag schon Bedrohliches in
der Luft. Jetzt haben sie ihn verhaftet. So wie ich Jesus kenne, geht er aus
Liebe zu seinem Vater im Himmel und ausLiebe zu allen Menschen durchs Feuer
– ich fürchte - durch das Feuer des Todes.


Mich fröstelt – das Kohlenfeuer reicht nicht in mein Inneres. Mir
scheint, auch die Leute, die mit mir um das Feuer sind, werden nicht warm –
sie bleiben wie ich – draußen.

Jedoch – das Krähen des Hahnes war wie eine Stichflamme in meinem
Inneren. Sie hat mich ausgebrannt und gereinigt.


Petrus geht weg (z. B. zu einem Stuhl im Altarraum; die anderen bleiben
am Kohlenfeuer.)

Weiter in der Leidensgeschichte:

„Von Kajaphas brachten sie Jesus zum Prätorium ...“

Nach der Passion:

Die Diener und Knechte gehen weg. Am Ort bleibt nur das „Feuer“.

Möglichkeiten, die Holzscheite zu verwenden:

- Sie werden nach der Kreuzverehrung zum aufgerichteten Kreuz gestellt.

- Man bringt sie nach der Feier zum Heiligen Grab.

- Sie können bei einer Gebetsstunde am Heiligen Grab einbezogen werden.

- In der Osternacht verbrennen sie im Osterfeuer.



Osternacht Gesänge:

  • Im Dunkel unsrer Nacht entzünde das Feuer (Taizé), Liederquelle 156
  • Feuer, Feuer, das erhellt, Liederquelle 82
  • Wenn wir das Leben teilen (Refr. Jesus Christ, Feuer, das die Nacht erhellt), Liederquelle 304
21.03.2004, Hans Stockhammer

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