Wednesday 12. May 2021
Liturgiebörse

Heiter-besinnliches zum Faschingssonntag

Steph684 / pixabay / CC0

Beiträge aus den Jahren 2005 und 2003: Faschingspredigten

2005

Stell dir vor – keine Kirche.


Würd´ es keine Kirche geben,
wie anders wäre unser Leben.
Arm und kühl wär´ eine Welt,
wo nur Konsum und „Kohle" zählt.

Der Kirchturm zeigt den Weg nach oben,
erinnert daran, Gott zu loben.
Mehr Rücksicht gibt´s auf jeden Fall,
durch unsre christliche Moral

Verschlimmern würde sich die Lage,
denn ein Dutzend Feiertage
würde wohl bald abgeschafft,
verlör´ das Christentum an Kraft.

Ich bin froh, dass d´ Kirche gibt,
die uns lehrt, dass Gott uns liebt.
Bedenke, der du bist ein Christ:
Du zeigst, wie gut die Kirche ist.!


JAHR der EUCHARISTIE

Den Pfarrer trifft wer auf da Strassn,
a Mess für Mann mecht’s lesen lassen.
„Des schreib i glei im Büachl auf!“
Entgegnet er und sagt dann drauf:
„Nächste Wocha wird´s dann glesn,
und sieben Euro war’n die Spesen!“
Sie schaut ins Taschl – und daschreckt,
akkrat hat sie nur fünf eingsteckt.
Sagt’s: „Geh, wann S´ die 5 Euro nehman,
und lesen S´halt, so weit dass S´ kemman!“

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Viel’ Messen werden komponiert
und Gott zur Ehre aufgeführt.
Mozart, Bruckner oder Bach,
alles Meister in dem Fach.

Nur – viel’ Leut’ erleben kaum
a Messe live im Kirchenraum... –
Zwoa Messn gibt’s, die kennt a niada,
des is die Welser Mess’ und d’ Riada.

Frauenliturgie

Ein ganz gestrenger, frommer Christ
im Internet die Zeilen liest:
„O heilige Geistin, schenk uns Mut!“
Den frommen Christen packt die Wut:
„Jetzt ist der Herrgott a scho weiblich,
des is doch wirklich unbeschreiblich!“
Eine weitre Web-Site wird
„Nennt uns nicht Brüder!“ tituliert.
`S werd’n Bibeltexte vorgestellt
mit Themen aus der Frauenwelt,
die dann – zur Ehr des Herrn
als Lesungen verwendbar wärn.
Der Leser schreibt ein´ Brief nach Linz:
„Des is doch Wahnsinn, heast, ihr spinnts!“ -
Doch glaub i, dass der Herrgott obm
sich denkt: die Sorgen möchte i hobm!


Singt dem Herrn ein neues Lied

„Nun singt dem Herrn ein neues Lied!“
so singt man, ohne dass ´s geschieht.
Ziemlich alt sind unsre Lieder,
„im Staub liegt d´Christenschar darnieder.“

So schrieb einst Haydn, was neamd wundert,
am End vom 18. Jahrhundert.
Aus 1623
Stammt jenes Lied, schon etwas ranzig:

„Lasst uns erfreuen herzlich sehr,
Maria seufzt und weint nicht mehr!“
Ein Kind hat des net recht kapiert
Und a wen’g anders formuliert:

„Lasst uns erfreuen herzlich sehr,
Maria säuft den Wein nicht mehr!“
Doch freut sich Gott nach meiner Schätzung
auch über solche Übersetzung...


40 Jahre Vatikanum II

Vor 40 Jahren ging zu Ende
das Konzil – es kam die Wende
für Liturgie und Ökumene,
´s gibt viel’ Reformen, viele Pläne.
Nach dem alten Kampf, dem schirchen,
entstanden nun Geschwisterkirchen.
Ja selbst die andern Religionen
begann die Kirche nun zu schonen.
Der Dialog wurde begonnen,
die Feindbilder sind rasch zerronnen. –
Doch: ohne Kampf geht’s scheinbar nicht:
Neue Gegner sind in Sicht:
Gibt’s keine auswärtigen Feinde,
dann in der eigenen Gemeinde!
Schimpften früher fromme Seelen
auf Luther und die Evangelen,
hört heut’ man Gläub’ge gar nicht selten
auf andre Katholiken schelten. –
Was lernen wir daraus fürs Lebm?
Da hat´s doch mal den Jesus gebn,
der sagte was vom „Feinde lieben“.
Du glaubst, da hat er übertrieben?!

Pisastudie (eine Gegenüberstellung Österreich-Finnland)
Deutsch ghört zu unsren größten Schwächen,
während Finnen sehr gut finnisch sprechen.
In Finnland muasst beim Fernsehschau'n
stets Untertitel mitverdau'n.
Ausländerkinder habm's recht schen,
miassn in Gratis-Kindergarten gehn.
Die Lehrkräfte im ganzen Land
san überall sehr anerkannt. - - -
Die Kirche könnte á was machn
zur Weiterbildung in den Sprachn:
wir könnten d´Mess lateinisch lesen,
wias damals vor'n Konzil is gwesn.
Für d´ Leut gibt´s - als bewährtes Mittel -
auf Großleinwand die Untertitel.....

Thalheim, Wels, 2005


2003
Kirchenführung einmal anders


(Für solche, die bei der Taufe das letzte Mal hier waren)

Zum Vorzeigen vorbereiten: Weihwasserkessel, Weihrauchfass

„Dies ist ein altes Gotteshaus,
drum dämpft´s amoi d´ Zigaretten aus!
Wohl gibt’s kann Aschnbecha h´rinn,
in diesem Topf is Weihbrunn drinn!

Was ausschaut wia a Jagastand
wird Kanzel, Predigtstuhl genannt;
dient nicht zu schauen nach den Hasen...
die Pfarrer obm s´Wort Gottes lasen!

Das Ewge Licht auch AMPEL heißt –
auf Christi Gegenwart verweist.
Auch wenn`s rot ist, bleib nicht stehn,
kannst ruhig zur Kommunion vorgehn!

Die Mesnerin bringt Weihrauch her,
er duftet unserm Herrn zur Ehr.
A Bsoffener hat des net kennt,
schreit: „Fräulein, Ihna Taschl brennt!“

Ja, viele Leute kommen kaum
herein in diesen Kirchenraum.
Vü habm nur zweimal des Erlebnis:
bei der Tauf und beim Begräbnis.“

Betrachtung über die Kirche

Das Haupt ist Christus, wir die Glieder,
untereinander Schwestern, Brüder.
So schrieb einst Paulus an d´Korinther.
Es steckt g´wiss die Idee dahinter:
wenn du des Menschen Leib betrachtest,
du wohl zuerst sein G´sicht beachtest.
Es sei denn, man sieht bei die Madln
nur deren Rundungen und Wadln...
So ähnlich geht’s der Kirche – nur
hat sie ka Idealfigur.
(Man nehme nur das Beispiel Krenn,
und viele andre ich noch kenn).
Doch: Leut´, was zählt, ist das Gesicht –
und das ist Gott, vergesst das nicht!
Nur soll die Kirche dazu neigen
wie eine Braut FIGUR zu zeigen!


Personalmangel

Schlank die Mutter Kirche ist,
wenn man an Hauptamtlichen sie misst.
Jeder Pfarrer zwoa, drei Pfarrn;
was wird´s erst wer(d)n in
zehn, zwanzg Jahrn...
Viel´ Laien san heut engagiert,
sodass a Pfarr lebendig wird.
Fast jeder werkt um himmlisch Lohn
bei der Firma Gott & Sohn.
Die Geistlichkeit wird immer rarer,
nur für Großpfarrn gibt´s an Pfarrer.
Komisch is des, meine Lieben:
Gott gibt den weltlichen Betrieben
genügend Chefs und Mitarbeiter.
Nur bei die eignen Firmenleiter
gibt’s zu wenig Personal...
Mei´ Antwort is in diesem Fall:
der Herrgott schickat uns scho gnua,
nur Rom lasst´s net zur Weihe zua!

Kirche im 3. Jahrtausend

Moderner Telekommunikation
passt sich auch die Kirche on.
Für´s Beichten kriagst a Sünden-Card,
gehst zum Beichtstuhl und drückst „Start“,
tippst deinen Code ein (deinen Mist),
wenn alles dann bearbeit´ ist,
verzeiht dir dann der Automat,
weil er so viel Mitleid hat. –

Feierst d´Mess vorm Fernseher mit,
so a Auswahl, so ein Hit!
Kannst wählen dein Spezialprogramm,
von Krenn bis hin zu Drewermann.
Ob Gospel oder traditionell –
alles gibt’s bei RTL.
Nur gibt es nu a klans Problem
(is a bestimmt bald zu behebm):
Gültig is erst dann die Mess,
wenns durch d´Technik möglich is,
TV-Geräte so zu bau`n,
dass Klinglbeutln aussaschau´n!

03.02.1005, P. Arno Jungreithmair, Thalheim b. Wels

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