Mittwoch 20. Februar 2019
Liturgiebörse

Dankgottesdienst zum Ende es Arbeitsjahres

Danke

-Wort-Gottes-Feier zum Abschluss des Arbeitsjahres der kirchlichen Einrichtungen im Diözesanhaus Linz

Einstimmung durch Musik und Stille

Eröffnungslied: Manchmal feiern wir mitten im Tag, Liederquelle (LQ) 221

Einleitung:
Wenn wir am Ende eines Arbeitsjahres zusammenkommen, um Dank zu sagen, dann lade ich ein, den Blick nicht so sehr darauf zu werfen, was uns alles gelungen ist, was wir fertig gebracht haben. Diese Bilanzziehung passiert ohnedies an anderen Stellen. Ich lade ein, den Blick darauf zu werfen, was uns geschenkt wurde bzw. geschenkt ist. Jede und jeder von uns hat Begabungen und Fähigkeiten, die sie, die er einbringt in das alltägliche Tun. Es hängt nicht alles an uns allein, im Miteinander werden wir beschenkt. Wir wollen im gemeinsamen Feiern danken für alles was uns zukommt, vor aller Anstrengung und Leistung.


„Was du verschenkst, .., bleibt immer dein Eigen; was du behältst, ist für immer verloren.“(E. E. Schmitt in Monsieur Ibrahim).
Die eigenen Begabungen brach liegen lassen, heißt, sich selber zu nehmen, was man hat.

Ruf: Misericordias Domini, LQ 230

„ Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.“ (1Kor12,7)
Das Wirken des Geistes Gottes, öffnet uns auf andere hin. Wir sind verwiesen aufeinander.

Ruf: Misericordias Domini

„Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.“ (1Kor12,4)
Verschiedenheit und Anderssein kann Angst machen. Der Geist fordert heraus, aneinander zu wachsen und zu reifen.

Ruf: Misericordias Domini

Vergebungsbitte:
Gott, deine Barmherzigkeit und Güte sind größer als wir zu fassen vermögen. Befreie uns von unserer Kurzsichtigkeit, vergib uns unsere Unzulänglichkeiten und verzeihe uns Sünde und Schuld. Darum bitten wir, durch Jesus Christus, unseren Bruder. A Amen

Gloria: Gloria, gloria in excelsis Deo, LQ 94 (Kanon)

Tagesgebet:
Lasset uns beten:
Gott, wir glauben an die Liebe und Kraft deines Geistes, der uns zusammenhält, mit neuem Leben durchströmt und uns täglich stärkt in unserem Tun. Bewahre uns in der Verbindung zu dir, damit wir aus deiner Kraft leben in Liebe und Frieden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder.
A Amen

Lesung: 1 Kor 1,4-9 Dank an Gott

Gesang: Kleines Senfkorn Hoffnung, LQ 181, 1-3

Evangelium: Mt 9,1-8 Die Heilung eines Gelähmten

Predigt: siehe unten

Danksagung in Prozession:
Jede Person geht zu den großen Vasen vor dem Altar und nimmt sich eine Blume als Zeichen des Beschenktseins und als Ausdruck der Freude darüber, was uns von anderen geschenkt ist.
Dabei wird gesungen:
Gesang: Bleib mit deiner Gnade bei uns, LQ 17

Gemeinsames Dankgebet: (stehend)
Ps 103 „Und vergiss nicht, was er dir Gutes getan“

Vater unser

Friedensgruß
- und Möglichkeit, sich gegenseitig Dank zu sagen
Lied zum Friedensgruß: Frieden wünsch ich dir, LQ 89, 1-3

Segensgebet

Schlusslied: Atme in uns, hl. Geist, LQ 10, 1-3

Predigt
(Dir. Mag. Brigitte Gruber-Aichberger)

Lesung: 1Kor 1,4-9
Evangelium: Mt 9,1-8


Liebe Feiergemeinde!

„Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm.“(1Kor 1,4f.)
Mit diesen Worten beginnt Paulus seinen Brief an die Gemeinde von Korinth. Es sind wohltuende, wertschätzende Worte, die viel Freude über die Gemeinde ausdrücken. Der Dank ist allerdings nicht an die Gemeinde direkt, sondern an Gott gerichtet.
Als Gründer der Gemeinde könnte er doch mit einem Lob an die Gemeinde beginnen und der Freude Ausdruck geben, was er alles geschaffen hat; oder mit Erinnerungen daran, was ihm besonders wichtig war, mit Ermahnungen oder Ermutigung - das kommt alles später. Zuerst blickt er als Glaubender auf die Gemeinde. Das zeigt etwas von seinem Selbstverständnis in der Verkündigungsarbeit: Paulus verkündet in der Gewissheit und im Vertrauen, dass Gott es ist, der Glauben stiftet, zum Leben begabt und eine Gemeinde wachsen lässt. Paulus kennt die Erfahrung, nicht alles selber in der Hand zu haben - das bezeugen andere Stellen in seinen Briefen.
Weil er sich selbst als Begnadeter versteht, blickt er aus der Perspektive der Gnade - im Sinne des gehörten Dankgebetes - und nicht aus der Perspektive der Leistung - im Sinne von „macht ihr die Sache ohnedies gut?“ - auf die Gemeinde.
Wenn wir am Ende des Arbeitsjahres zurückblicken, dann dürfen wir dies auch in der Gewissheit tun, begnadet und beschenkt zu sein.
Ich möchte nicht behaupten, dass es unwesentlich ist, zu fragen, ob etwas gelungen bzw. abgeschlossen wurde. Natürlich ist die Frage zu stellen: was wurde getan? Allerdings ist auch wesentlich, dabei die Perspektive des Beschenktseins nicht zu verlieren.
Die Perspektive der Gnade lässt uns tiefer hinter die Dinge blicken. Einerseits sehen wir, was uns als Grundvoraussetzung mitgegeben ist, andererseits erkennen wir, was uns von anderen und durch andere zukommt. Wenn wir Menschen begleiten, miteinander arbeiten, für andere etwas erarbeiten, Glaube verkünden, dann erfahren wir sehr wohl, dass vieles nicht in unserer Hand liegt, was zum Gelingen beiträgt.
Meist nehmen wir mit großer Selbstverständlichkeit, was wir von anderen bekommen und was im Miteinander entsteht. Oft entdecken wir erst was wir aneinander haben, wenn der alltägliche Lauf der Dinge durchkreuzt wird, durch Konflikte, Krankheit, Abschied, Veränderung.
Aus der Perspektive der/des Begnadeten hinter die Dinge zu blicken und Gott zu danken, weitet unseren Blick, macht uns zu umsichtigen und wertschätzenden Menschen, die sich an anderen freuen können und fähig sind, mit einem liebevollen Blick auf sich selber und die eigenen Fähigkeiten zu schauen.
Das Wissen um die Geschenkhaftigkeit des Lebens lässt uns auch manchmal erschrecken vor dem Unverfügbaren inmitten unseres so sehr geplanten Lebens.

Der Evangelientext erschließt uns diesen Gedanken noch einmal neu. Die Erzählung von der Heilung des Gelähmten geht von der Grunderfahrung jedes Menschen aus, dass wir uns das, was uns letztlich leben lässt, schenken lassen müssen bzw. dürfen - Vergebung, Anerkennung, Liebe. So wie der Gelähmte Freunde braucht, die ihn zu Jesu tragen, der ihm Heil und Vergebung zuspricht, so brauchen auch wir einander, um Heil zu erlangen, Gott zu begegnen.
Es ist nicht möglich, am Nächsten vorbei Gottes beschenkende Gegenwart zu erfahren. In Begegnungen, in den Auseinandersetzungen, in der Vergebung, im gegenseitigen Ringen umeinander, ist Gott uns nahe, schenkt er sich. Die Verwiesenheit aufeinander und auf Gott hin, ist Ausdruck unserer Menschlichkeit und nicht eine zu bekämpfende Schwäche.

Gott zu danken ist so gesehen, zum einen Vergewisserung unseres Glaubens, von ihm vor aller Leistung begabt zu sein für das Leben und zum anderen eine Ermutigung, unsere Verwiesenheit auf andere zu sehen, anzunehmen. Darin liegt die Grundlage für ein Miteinander in gegenseitiger Wertschätzung und Menschlichkeit.

06.07.2004

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