Montag 19. November 2018
Liturgiebörse

Vorschlag für eine Totenwache

Rose

Am Beispiel eines verstorbenen Mannes. 

Angefügt ist auch ein Blatt in die Hand der Mitfeiernden mit Liedtexten, einen Psalm und den vorgesehenen Rosenkranzgeheimnissen. Wie die Vorlage in einem konreten Fall adaptiert wurde, ist ebenfalls im Anhang zu lesen.

 

Evtl. Gesang: Bleibet hier und wachet mit mir (GL 941)
oder: Instrumentalmusik

Begrüßung: frei oder:
GdL Wir sind heute zusammen gekommen, um für unseren Verstorbenen N. zu beten.
Mit dieser Totenwache wollen wir die Last des Abschieds gemeinsam tragen und uns gegenseitig im Gebet stärken.
Wir sind hier, weil wir an Gottes Nähe, an seinen Trost und an die Auferstehung glauben.
So beginnen wir unser gemeinsames Beten mit dem Zeichen unserer Erlösung:

Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

evtl. Lied

Stilles Gedenken: Einleitung: frei - oder:
GdL Wir halten nun eine Weile Stille, damit jeder in Gedanken bei unserem lieben Verstorbenen (bei N.) sein kann -

evtl. dazu folgender Text:
In meinen Ohren klingt noch der Klang seiner Stimme nach.
Lebendig und warm steht mir sein Bild vor Augen,
unauslöschlich in meinem Herzen.
Er fehlt mir- seine Nähe, seine Worte und sein Schweigen,
sein Rat, seine Ermutigung,
selbst seine Ecken und Kanten fehlen mir...
Und wem soll ichs klagen, wenn nicht dir, o Gott?

- STILLE -

und/oder:
Manches bleibt offen, wenn wir von einem Menschen end-gültig Abschied nehmen müssen: Ungesagtes, Ungeklärtes, Versäumtes. - Bitten wir Gott um Vergebung für das, was wir einander schuldig geblieben sind.

V Herr, erbarme dich unser. A Herr, erbarme dich unser.
V Christus, erbarme dich unser. A Christus, erbarme dich unser.
V Herr, erbarme dich unser. A Herr, erbarme dich unser.

Psalm: Ps 23 oder Ps 27 oder Ps 121 oder Ps 130 (V/A)
Hinweis:
Die Mitfeiernden erhalten ein Handblatt, das die Texte der Psalmen, die Rosenkranzgeheimnisse sowie die Liedtexte enthält. Ein Beispiel ist unten im Anhang angefügt.

Gebet:
GdL Barmherziger Vater und tröstender Gott. In deiner Liebe bist du uns nahe. Du führst uns auf allen unseren Wegen.
Sei bei uns, die wir um einen lieben Verstorbenen trauern.
Tröste uns (in unserem Schmerz) und erhelle uns das Dunkel dieser Stunde durch das Licht des Glaubens.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A Amen.

Lesung:
L Wir hören eine Lesung aus dem Buch Jesája. (Jes 25, 8-9a)
Gott, der Herr, beseitigt den Tod für immer.
Er wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg.
Ja, er selber hat es versprochen!
An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott! Auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, und er hat uns gerettet!

oder: (Röm 14, 7-9.12)
L Wir hören eine Lesung aus dem Brief an die Römer.
Niemand von uns lebt für sich selbst, und niemand stirbt für sich selbst. Wenn wir leben, so leben wir für den Herrn, und wenn wir sterben, sterben wir für den Herrn. Wir gehören dem Herrn - im Leben und im Tod.
Denn Christus ist gestorben und wieder lebendig geworden, um Herr zu sein über alle, Tote wie Lebende.
So wird also jeder einzelne von uns vor Gott Rechenschaft ablegen über sein eigenes Tun.

oder: (2 Kor 5, 1.6-7)
L Wir hören eine Lesung aus dem 2. Brief an die Korinther.
Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann hat Gott eine andere Wohnung für uns bereit: ein Haus im Himmel, das nicht von Menschenhand gebaut ist und das in Ewigkeit bestehen bleibt.
Deshalb sind wir in jeder Lage zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir noch in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind. Denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.

evtl. Lied

Rosenkranz:

Einleitung: frei - oder:
GdL Wir wollen nun gemeinsam 3 (1) Gesätzchen Rosenkranz beten. Das Rosenkranzgebet bringt uns in enge Verbindung mit dem Leben, dem Leiden und der Auferstehung Jesu.

a) Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist

evtl. mit Einleitung:
Tod bedeutet für uns Ende, Abbruch des Lebens.
Wir haben Angst davor.
Doch einer geht mit: Gott selbst. In Jesus hat Gott Leiden und Tod auf sich genommen. Er lässt uns nicht allein.
- Vater unser ...
- Gegrüßet seist du, Maria - mit Einfügung: Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist (10 x od. 5 x)
- Ehre sei dem Vater ...

b) Jesus, der von den Toten auferstanden ist

evtl. mit Einleitung:
Die Tränen der Trauer trüben den Blick des Menschen.
Aber wir sind nicht für den Tod geschaffen. Unser Gott ist ein Gott der Lebenden.
Er ließ seinen Sohn nicht im Totenreich, und so leuchtet über allen Gräbern die österliche Sonne der Hoffnung.
- Vater unser ...
- Gegrüßet seist du, Maria - mit Einfügung: Jesus, der von den Toten auferstanden ist (10 x od. 5 x)
- Ehre sei dem Vater...

c) Jesus, der alles vollenden wird

evtl. mit Einleitung:
Vieles in unserem Leben ist Stückwerk: Unsere Erfolge, unsere Freude, unsere Liebe - alles erstickt im Angesicht von Leid und Tod.
Doch was unserem Leben Sinn gibt, soll Vollendung erfahren jenseits der Grenze des Todes.
In dieser Hoffnung wollen wir beten.
- Vater unser...
- Gegrüßet seist du, Maria - mit Einfügung: Jesus, der alles vollenden wird (10 x od. 5 x)
- Ehre sei dem Vater...

Fürbitten oder Dankgebet:
GdL Lasst uns in dieser Stunde der Trauer (und des Schmerzes), aber auch der Hoffnung und Dankbarkeit, beten:

V Für unseren Verstorbenen (N.): Führe ihn zum Ziel seines Weges und schenke ihm die Freude und den Frieden in der Gemeinschaft mit dir. - Stille -
V Christus, höre uns. A Christus erhöre uns.

V Für die Angehörigen des Verstorbenen, für alle, denen dieser Abschied besonders nahe geht: Stärke ihren Mut zum Leben und gib ihnen Zuversicht aus dem Glauben. - Stille -
V Christus, höre uns. A Christus erhöre uns.

V Für die Freunde und Bekannten des Verstorbenen, die ihn im Leben geschätzt haben: dass sie ihre Freundschaft und Dankbarkeit über den Tod hinaus bewahren. - Stille -
V Christus, höre uns. A Christus erhöre uns.

V Für alle, die ihm in der Zeit der Krankheit (des Altwerdens) beigestanden sind: Vergilt ihnen alles Gute, das sie getan haben, und tröste sie in der Hoffnung auf ein Wiedersehen
im Himmel. - Stille -
V Christus, höre uns. A Christus erhöre uns.

GdL Gott, höre auf unser Gebet. Schenke unserem lieben Verstorbenen jetzt für immer das Leben bei dir und bewahre uns im Geist der Liebe: im Geist unseres Herrn Jesus Christus. A Amen.

oder:
GdL Lasst uns in dieser Stunde der Trauer (und des Schmerzes), aber auch der Hoffnung und Dankbarkeit, beten:
V Für die (?) Jahre, die der Verstorbene (N.) unter uns gelebt hat. - A Gott, wir danken dir.

V Für alles Schöne, das er in seinem Leben erfahren durfte. - A Gott, wir danken dir.

V Für seine Begabungen und Fähigkeiten, die er für uns und für andere eingesetzt hat. - A Gott, wir danken dir.

V Für seine (liebevolle) Sorge zum Wohl seiner Familie (...). - A Gott, wir danken dir.

V Für all das, worin er uns Vorbild im Leben (und im Glauben) war. - A Gott, wir danken dir.

GdL Wir danken dir, Gott, für diesen Menschen, (der uns so nahe und kostbar war und) der uns nun entrissen ist aus unserer Welt. - Wir danken dir für alle Freundschaft, die von unserem Bruder N. ausgegangen ist; für allen Frieden, den er gebracht hat; für die Freude, die wir durch ihn und mit ihm erlebt haben. - Wir danken dir, dass er bei aller Vergänglichkeit ein liebenswerter Mensch gewesen ist. -
Wir bitten dich: Nichts von diesem Leben möge je verloren gehen. Lass alles, worin er groß war, auch weiterhin zu uns sprechen. -
Wir bitten dich, dass wir, die wir mit ihm verbunden waren, jetzt gerade wegen seines Todes tiefer miteinander verbunden seien. - Und lass uns deine Verheißung erkennen: dass du uns im Tod treu sein wirst - bis in Ewigkeit. A Amen.

Lied

Gebet:
GdL Gütiger Vater, in deine Hände empfehlen wir unseren Verstorbenen (N.) und hoffen zuversichtlich, dass er bei Christus ist.
Uns aber, die zurückbleiben, gib Kraft, einander zu trösten mit der Botschaft des Glaubens, bis wir alle vereint sind bei dir. Durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. A Amen.

GdL Herr, gib ihm die ewige Ruhe.
A Und das ewige Licht leuchte ihm.
GdL Lass ihn leben in deinem Frieden.
A Amen.

Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Hinweis auf Totenmesse und Beerdigung

GdL = Gottesdienstleiter/in
L = Lektor/in
V = Vorbeter/in


Anhang:

Gemeindezettel für eine Totenwache, bei der Psalm 27 verwendet wird:

Psalm 27
V Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
vor wem sollte ich mich fürchten?
A Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
vor wem sollte mir bangen?
V Nur eines erbitte ich vom Herrn,
danach verlangt mich:
A im Haus des Herrn zu wohnen
alle Tage meines Lebens.
V Denn er birgt mich in seinem Haus
am Tage des Unheils.
A Ich denke an dein Wort: "Sucht mein Angesicht!"
Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
V Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
A Hoffe auf den Herrn und sei stark!
Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!
V Ehre sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
A wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen.

Rosenkranz mit Einfügungen
- Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist
- Jesus, der von den Toten auferstanden ist
- Jesus, der alles vollenden wird

Lieder

Herr, ich bin dein Eigentum GL 851

1. Herr ich bin dein Eigentum, dein ist ja mein Leben.
Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir`s gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen.
2. Deine Treue wanket nicht, du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht durch die Zeit hin lenken. So weiß ich, du hast mich in die Hand geschrieben, ewig mich zu lieben.
3. Gib auch, dass ich wachend sei, Herr, an deinem Tage, und das Licht der Gnaden treu durch mein Leben trage. Dass ich dann fröhlich kann dir am End der Zeiten, Herr, entgegenschreiten.

O Jesu, all mein Leben bist du GL 472
1. O Jesu, all mein Leben bist du, ohne dich nur Tod.
Meine Nahrung bist du, ohne dich nur Not.
Meine Freude bist du, ohne dich nur Leid.
Meine Ruhe bist du, ohne dich nur Streit, o Jesu.
2. O Jesu, all mein Glaube bist du, Ursprung allen Lichts.
Meine Hoffnung bist du, Heiland des Gerichts.
Meine Liebe bist du, Trost und Seligkeit.
All mein Leben bist du, Gott der Herrlichkeit, o Jesu.

Jesus, dir leb ich GL 832
1. Jesus, dir leb ich. Jesus, dir sterb ich.
Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
2. O sei uns gnädig, sei uns barmherzig,
führ uns, o Jesus, in deine Seligkeit.

Zusammenstellung: Mag. Albert Scalet, Pfarrassistent; Langholzfeld b. Traun (11 2002)

Wie die Vorlage in einer konkreten Situation angepasst wurde:

- Gut sichtbar wurde ein größeres Bild der Verstorbenenaufgestellt (Vergrößerung des Totenbildes), dazu eine Osterkerze (und eine gespendete Kerze des örtlichen Siedlervereins).

Es wurden Teelichter bereit gestellt. Die Betenden wurden am Ende der Totenwache eingeladen, beim Weggehen ein Teelicht zu entzünden und mit einer stillen Erinnerung (Dank, Bitte, ...) vor das Bild zu stellen.

- Im Besinnungsteil am Beginn:
Aus dem vorgeschlagenen Text wurden Teilabschnitte ausgesprochen, mit kurzer Stille dazwischen; aus dem engen Kreis der Verwandten hat jemand ein paar persönliche Erinnerungen genannt, die auch für die Mitbetenden vielfach Erinnerungen wach gerufen haben.
Abschließend wurde folgender Text gesprochen (Quelle unbekannt):

Jemand stirbt,
und das ist, wie wenn Schritte verstummen.
Aber wenn es ein kurzer Aufenthalt
Vor einer neuen Reise wäre?

Jemand stirbt,
und das ist, wie wenn eine Tür zuschlägt.
Aber wenn es ein Tor wäre,
dahinter andere Landschaften sich auftun?

Jemand stirbt.
Das ist, wie wenn ein Baum zur Erde stürzt.
Aber wenn es ein Samen wäre,
der in einer anderen Erde keimt?

Jemand stirbt,
und das ist vielleicht, wie wenn in der Stille
plötzlich eine Orgel einsetzt
und die verstummte kleine Melodie eines Menschenlebens
mit allen Registern neu spielt ...

Schriftlesung:
Es wurde eine Psalmnachdichtung von Martin Gutl gelesen (eine Auswahl aus einem längeren Text):


Wenn Gott uns heimbringt aus der Gefangenschaft –
das wird ein Traum sein. Wir werden singen,
lachen, glücklich sein. Dann sagt die Welt:
„Ihr Gott tut Wunder.“ Ja, du tust Wunder.
Gott, unser Gott, du unsre Freude.

Wenn Gott uns heimbringt aus der Gefangenschaft –
das wird ein Traum sein. So bring uns heim,
zum Leben wende uns, so wie die Flüsse in der Wüste beim Regen von neuem zu strömen beginnen.
Wer sät in Betrübnis, wird ernten in Freude.
Seinen Weg geht ein Mensch und sät unter Tränen.
Singend kehrt er zurück mit den Garben.

Wenn Gott uns heimbringt aus der Gefangenschaft –
das wird ein Traum sein.
(nach Psalm 126)

Unmittelbar vor den Fürbitten: "Danken, für das was war ..." (Quelle unbekannt):

Danke
Wie oft haben wir dir zu Lebzeiten dieses Wort gesagt,
manchmal ganz bewusst,
manchmal eher nebenbei,
manchmal aus tiefer Überzeugung,
manchmal eher wie eine Floskel.

Danke
Noch einmal wollen wir dieses Wort jetzt sagen,
aber nun kommt es uns anders, über die Lippen:
danke, für das was war,
was möglich war mit dir,
was du uns geschenkt hast an Liebe und Geduld,
an Verständnis, Treue, Lachen, Aufmerksamkeit ...
Danke, dass du ein Stück deines Lebens mit uns geteilt hast.
Danke, dass wir ein Stück unseres Lebens miteinander gehen durften.

Danke
dieses Wort kommt jetzt zutiefst aus unseren Herzen.

10.01.2003

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