Friday 24. September 2021
Liturgiebörse

Nehmt Gottes Melodie in euch auf / GD z Pfarrausflug

Noten

Gottesdienst für einen Pfarrausflug

Lied: GL 270 „Kommt herbei“, 3 Str.

Eröffnung – Begrüßung

Meditation - Kyrie
Spr Nehmt Gottes Melodie in euch auf!
Gottes Lied kann ich nur hören, wenn ich still werde; wenn ich mich selber zurücknehme, denn sein Lied ist leise.

Stille - Musik (Gitarren/Klarinette; Harmonie/Disharmonie - Kyrieruf: Liederquelle (=LQ) 125 (Kyrie-ostkirchlich)

Spr Nehmt Gottes Melodie in euch auf!
Was ist Gottes Melodie für mich? Was ist sein Lied für mich? Welche Stimme hat er mir zugedacht?

Stille – Musik - Kyrieruf

Spr Nehmt Gottes Melodie in euch auf!
Was ist Gottes Melodie für mich jetzt - heute?
Manchmal ist sie mir unheimlich fremd. Wie ein Missklang. Schwer nachzusingen.

Stille – Musik - Kyrieruf

Tagesgebet
Gott, du hast deiner Schöpfung und jeder und jedem von uns einen Lebensrhythmus ge-schenkt, in den du deine Liebe gelegt hast.
Wir danken dir dafür und bitten dich heute: Öffne unsere Sinne, damit wir dein Lied entdecken, wenn wir nun auf dein Wort hören und Eucharistie feiern. Lass uns deine Töne ver-nehmen in deiner Welt, in den Menschen, mit denen wir unterwegs sind und in uns selbst. Schenke uns aus diesen Erfahrungen Kraft und Zutrauen in schönen und schweren Tagen. Das bitten wir dich durch dein Lied für uns, durch Christus unseren Bruder und Herrn.

Hinführung: Geistl. Text ( von Johannes Bours; Textauswahl)
L Ignatius von Antiochien schreibt an die Gemeinde von Ephesus:
„Nehmt Gottes Melodie in euch auf. So werdet ihr alle zusammen zu einem Chor. Durch euch ertönt das Lied Christi. Das ist das Lied, das Gott, der Vater, hört - und so erkennt er euch als die, die zu Christus gehören. “
Ignatius hat die Vorstellung, dass Gott für jeden eine Stimme, eine Lebensmelodie hat.
Doch Gottes Melodie für mich kann ich nicht endgültig auswendig lernen, denn sein Lied geht weiter, ist immer neu, immer neu überraschend. Denn es ist doch ein Liebeslied, das Liebeslied Gottes für mich; und die Liebe erfindet immer neue Melodien.

Und er wartet darauf, dass ich sein Lied weitersinge, mitsinge ...

Und was ist Gottes Melodie für mich? Wo ist Gottes Melodie?
Oft ist sie fremd, oft gibt es Misstöne, und da sind auch viele Zwischentöne, die ganz schwer nachzusingen sind.

Ignatius sagt: das Lebenslied jedes Christen ist verwandt mit dem Lebenslied Christi. „In eurer zusammenklingenden Liebe ertönt durch euch das Lied Christi“.

Halleluja: LQ 3 (Alleluja 8; Taize)


Evangelium: Emmausgeschichte – Lk 24, Kurzfassung lt. Lektionar (VII Verst. S. 473)


Bitten
P Wir möchten unsere Lebensmelodie mit allen Sinnen wahrnehmen. Das verlangt Offenheit und Bereitschaft – Zusage zum Leben:

A Wenn sich unser Auge öffnet, ist es wie die Morgenröte, die den schwarzen Vorhang der Nacht aufreißt. Unsre Augen offenbaren uns die Welt außerhalb von uns.
B Gott, lass uns mit ungeteilter Aufmerksamkeit hinschauen
Auf den Nächsten
Auf den Menschen, den wir sehen.
Ruf (Wir bitten dich, erhöre uns.)

A Unsere Zunge ist das Organ des Geschmacks und zugleich der Sprache. Viele unserer Wörter sind dünn und schwach. Sie bringen den Sinn nur mehr verkürzt.
B Lass uns Worte finden, die die Seele spiegeln können. Worte und Anreden, die uns selber und dem Nächsten schmecken. Worte, die bekömmlich sind und gut tun.
Ruf

A Unser Geruchsinn ist ganz unmittelbar. Er gibt uns dauerhafte und zuverlässige Eindrücke. Duft und Atem sind es, die das bewirken.
B Lass uns empfindsam sein, wenn wir atmen und so die Welt um uns und deinen Geist in uns aufnehmen. Ruf

A Mit unserem Gehörsinn lauschen wir der Schöpfung. Wir sollten öfter mehr lauschen als hören.
B Lass uns in unsere laute Welt hineinhören und erlauschen, wo die Sehnsüchte und Wün-sche unsrer Nächsten sind. Ruf

A Durch den Tastsinn kommen wir ganz intensiv mit unserer Umwelt in Verbindung. Berüh-rung bedeutet Zugehörigkeit. Hände begreifen und erspüren die Außenwelt.
B Lass uns spüren, dass uns unsere Umwelt braucht und gib uns die Empfindsamkeit für das rechte Maß. Ruf

P Mit allen Sinnen das Lied des Lebens, die Melodie Gottes wahrnehmen, das möchten wir lernen. Und darum bitten wir ...

Gabenbereitung: GL 534 „Herr, wir bringen in Brot und Wein“; dazwischen mit Lobgebeten

Gabengebet: (nach MB 349, Nr. 6)
Gott, die Gaben, die wir bereitet haben, sind Zeichen unserer Hingabe an dich.
Darum bitten wir: Lass uns durch dieses heilige Mahl einstimmen in dein Lebenslied der Liebe - durch Christus, unseren Herrn.

Hochgebet: Jesus, unser Weg.

Sanctus: LQ 80 „Heilig ist der Herr Zebaoth“

Vater unser (gesungen)

Lamm Gottes (gebetet)

Meditation nach der Kommunionspendung:
(Kommunionspendung ohne Musik)
- kurze Einleitung
- Austeilung der Texte (Gesamttext J. Bours; siehe Anhang)
- Lesen des Textes in Stille;
dabei Instrumentalmusik – mit Abschluss:
Gemeinsamer Gesang:
ein Lob- oder Danklied

Schlussgebet
Gott, in dieser Feier haben wir unser Lied der Freude über dich angestimmt. Auch die leisen Töne von Sorgen und Leid hast du gehört.
So bitten wir dich: Gehe mit uns durch den heutigen Tag, damit wir mehr und mehr zu-sammen klingen zu unserer Freude und zu deiner Ehre. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Segen

Schlussgesang: LQ 176 „Singt dem Herrn alle Völker und Rassen“



Anhang:
“Nehmt Gottes Melodie in euch auf”
Ignatius von Antiochien (gest. 107) an die Gemeinde in Ephesus

In dem Brief, den Ignatius an die Gemeinde von Ephesus schreibt, kommt ihm das Bild in den Sinn, diese Gemeinde mit einem großen Chor zu vergleichen. Er schreibt: "Nehmt Gottes Melodie in euch auf. So werdet ihr alle zusammen zu einem Chor, und in eurer Eintracht und zusammenklingender Liebe ertönt durch euch das Lied Jesu Christi. Das ist das Lied, das Gott, der Vater, hört - und so erkennt er euch als die, die zu Christus gehören."

"Nehmt Gottes Melodie in euch auf." Dieses Wort voller Poesie schreibt ein Mann, der gefesselt in einer Soldatenkohorte daherzieht, der weiß, dass er dem gewaltsamen Tod entgegengeht.
Ignatius hat die Vorstellung, dass Gott für jeden eine Stimme, eine Lebensmelodie hat. Und wenn jeder die ihm zugedachte Melodie Gottes wirklich hört und in sich aufnimmt, dann wird der Zusammenklang aller Stimmen eine Symphonie. Im Griechischen steht buchstäblich das Wort Symphonie - es heißt wört-lich: Zusammen-klang.

"Nehmt Gottes Melodie in euch auf." Was ist Gottes Melodie, Gottes Lied für mich? Welche Stimme hat er mir zugedacht?

Gottes Lied kann ich nur hören, wenn ich still werde; wenn ich mich selber zurücknehme, denn sein Lied ist leise. Offenbar ist es so, dass die Kleinen die Melodie Gottes besser hören können als die Großen. Das Kleinsein scheint eine Voraussetzung dafür zu sein, Gottes Melodie wahrnehmen zu können.

Und seltsam: Gottes Melodie für mich kann ich nicht endgültig auswendig lernen, denn sein Lied geht weiter, ist immer neu, immer neu überraschend. Denn es ist doch ein Liebeslied, das Liebeslied Gottes für mich; und die Liebe erfindet immer neue Melodien.

Und er wartet darauf, dass ich sein Lied weitersinge, mitsinge ...
Ich muss bisweilen allein sein, ich muss bisweilen sogar im Leiden sein, um Gottes Melodie hören zu können. Einmal, in einer schweren Krankheit, habe ich seine Melodie besonders gut verstehen können. Aber er will, dass ich dann das Lied, sein und mein Lied, weitersinge mit anderen zusammen. Es soll ja ein Chor, eine Symphonie werden, wo jeder seine Stimme, sein Lebenslied einbringt. Wo jeder liebevoll sich anpasst an den anderen neben ihm, damit es gut zusammenklingt.

Was ist Gottes Melodie für mich? Manchmal ist sie mir unheimlich fremd. Wie ein Missklang. Schwer nachzusingen.
Dann vergesse ich oft, dass diese mir zugedachte Lebensmelodie erst im Zusammenhang und Zusammen-klang des Ganzen seine Harmonie er-gibt. (So wie eine ganz dunkle Stelle in einem Bild Rembrandts dem ganzen Bild erst seine Tiefe gibt.)

Was ist Gottes Lied? Ignatius sagt, dass das Lebenslied jedes Christen verwandt ist mit dem Lebenslied Christi. "In eurer zusammenklingenden Liebe ertönt durch euch das Lied Christi."

 

Autor: Johannes Bours (1913-1988) Spiritual in Münster; aus: “Geistliche Lesung für den Tag und die Woche”, Heft 1, Trier 1999, S. 105-107

06.05.2003, Stockhammer Hans, Zuber Peter

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