Tuesday 7. February 2023
Liturgiebörse

Dem Leben auf der Spur / Bußgd

Bußgottesdienst im Advent
Spuren im Schnee

Die Farben ROT, BLAU und VIOLETT als Hilfe, das Leben zu bedenken, umzukehren, sich nach dem Leben auszustrecken.

Einzug
Orgelmusik

Begüssung

Lied. Meine Zeit steht in deinen Händen

Einleitung
Stellen wir uns einmal vor, die Welt hätte kein Farben ... wie arm käme uns plötzlich die Welt vor, nur noch ein verwaschenes Grau würde alles beherrschen ... Farben gehören zu unserem Leben, sie wecken Gefühle, ermuntern uns, stimulieren unsere Lebensgeister, erschrecken uns auch manchmal oder beschweren unser Gemüt.
Farben haben ihre eigene Sprache, können etwas ausdrücken, was nur schwer in Worte zu fassen ist, sie beeinflussen unser Befinden, Farben gibt es nur dort, wo es Licht gibt.

In der heutigen Bußfeier betrachten wir einen Teil der Farbenvielfalt der Schöpfung. Eine dieser Farben steht uns vor Augen – VIOLETT,
die Farbe des Überganges, der Umkehr, der Spiritualität. Das Violett vor uns drückt aus, was auch Realität ist – Die Farbe ist, bei genauerem Hinschaun, geknickt, gebrochen, nicht vollkommen.
Im Violett vereinen sich die Farben ROT und BLAU. Mit Rot und Blau werden wir unser Leben betrachten, das Violett möchte dabei der Ausgleich sein, die Farbe, die für sowohl für rot, wie auch für blau, ein gutes Maß ermöglicht.
Umkehr heißt, mich auszustrecken nach dem Leben. Das kann eine Änderung meines Denkens und Wollens, meiner Entscheidungen notwendig machen – Umkehr ist aber immer wieder auch Geschenk und nicht einfach nur machbar –

Die heutige Feier soll eine Ermutigung sein, uns einzulassen, Gott in uns wirken zu lassen und so etwas an uns geschehen zu lassen, an Veränderung, Wandlung – machen wir uns auf den Weg und folgen wir der Spur des Lebens.

Orgelmusik

Lesung: Dtn 30, 15 – 20 (Auswahl)
Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Weisungen deines Gottes hörst, einen Gott liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Weisungen achtest, dann wirst du leben und Gott wird dich segnen.
Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest, denn er ist dein Leben, er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.

Impuls I Die Farbe ROT
(Ich bitte Sie nun, den roten Faden in die Hand zu nehmen:)

Seit Urzeiten ist die Farbe ROT Ausdruck von Leben und Kraft, lässt die eigene Lebendigkeit und Kraft betonen, macht Eindruck, kann auch bedrohlich wirken.
In prähistorischer Zeit wurden die Toten mit roter Farbe bestrichen, damit sollte Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ausgedrückt werden.
In der Farbe ROT erleben wir uns selbst, unsere Welt, als kraftvoll durchwirkt von Energien. Wir machen Pläne, drängen auf ein Tun, setzen alle Kräfte daran, etwas zu verändern. Starker Wille, draufgängerischer Mut, Liebe und Sehnsucht drücken sich in ROT aus, aber auch Hektik lässt sich mit ROT in Verbindung bringen.
Daneben gibt es auch das gefährliche Rot, das agressive, das wie ein Feuer hereinbricht, und alles zerstört, was sich ihr in den Weg stellt, das verändern will und das Vorhandene damit vernichtet.

ZUM NACHDENKEN
Im Betrachten meiner Lebensbereiche lasse ich mich von der Farbe ROT leiten und frage mich:

In den Beziehungen, die ich lebe, zu mir selbst, zu meinem Körper, zu meinem Partner, meiner Partnerin, meiner Freundin, meinem Freund, meinen Kindern, Eltern und Großeltern, in meiner Gottesbeziehung ...

Brennt da das Feuer der Lebendigkeit, des Lebens, der Begeisterung, der Leidenschaft?
Wo spielt das giftige Rot, das grelle, die vernichtende Kraft dieser Farbe eine Rolle?

Ich nehme mit aufrichtigem Herzen wahr, was sich im Nach-Denken Raum in mir verschaffen möchte.

Ich nehme mich als Teil eines größeren Ganzen war, in meinem Arbeitsfeld(ern), in der Gesellschaft, als Teil der Kirche, als kostbares Mosaiksteinchen der Schöpfung ... und frage mich:

Wie sieht mein Rot in diesen Bereichen aus? Ist es Ausdruck von Liebe, Mut, Sehnsucht, von Aufrichtigkeit und und Lebenskraft?
Spielen Argwohn, Zynismus, aggressives Verhalten und vernichtendes Feuer eine Rolle? ...

Ich lasse diese Fragen auf mich wirken und erwäge sie in meinem Inneren.

Damit die Farbe ROT sich in meinem Leben gut entwickeln, auch wandeln kann, brauche ich immer wieder einen Tupfer VIOLETT, der das Rot meines Lebens gegebenenfalls mäßigt und es so gut in die Buntheit meines Lebens integriert wird.

Stille - meditatives Orgelspiel

Gebet
Guter Gott, schenke uns den Mut und die Bereitschaft, uns von der Farbenvielfalt deiner Schöpfung zu mehr Lebendigkeit und Liebe herauslocken zu lassen. Gib uns das nötige Gespür, was unserem Leben dienlich und hilfreich ist und lass uns in deiner barmherzigen Leibe von neuem leben.

Lied: Meine Hoffnung und meine Freude

Impuls II Die Farbe BLAU
(Ich bitte sie nun, den blauen Faden in die Hand zu nehmen:)

Die Farbe BLAU steht für Himmel, Tiefe, Treue, für den Blick nach innen, für Kontemplation. BLAU ist schwer fassbar, zieht in die Tiefe. Der blaue Himmel in seiner unermesslichen Weite kann trösten, aber auch ängstigen, drückt Grenzenlosigkeit aus.
Das BLAU sorgt für Entspannung und versammelnde Kraft. Wenn uns das hektische Leben in Unruhe getrieben hat, lässt uns das BLAU bei uns selber einkehren – „bei uns selbst zu Hause sein“.
BLAU kann jedoch auch, im Übermaß, zu Trübsinnigkeit und Traurigkeit beitragen.
Manche empfinden das Blau als die eigentliche Farbe des religiösen Lebens, weil es uns in die Stille führt und uns das Umfangen des unsichtbaren Gottes deutlich macht.

ZUM NACHDENKEN
Im Betrachten meines Lebens lasse ich mich von der Farbe BLAU leiten und frage mich:

Habe ich das BLAU im Umgang mit mir selber wohltuend integriert, oder hat es einen Überhang? (Melancholie, ...)
Verschließe ich mich gegenüber den energischen, den aktiven Seiten in mir, durch die Betonung meines Blaus?

Im Umgang mit den Mitmenschen – dränge ich da zu Tat und Aktivität, oder ruhe ich vorwiegend in mir selbst und genüge mir auch so?

Im Umgang mit dem alltäglichen Leben und den Werten des Lebens – finde ich einen Ausgleich zwischen ruhiger Gelassenheit und bewusstem Einstehen für das, was mir wichtig ist?

Im Umgang mit der Schöpfung – dient sie mir zur Versenkung in die Tiefe?
Ist sie mir Anstoß, sie, nach meinen Möglichkeiten, auch zu bewahren, zu schützen?

In meiner Gottesbeziehung – sehne ich mich nach Stille, Sammlung, Kontemplation?
Welche Rolle spielt dabei mein konkretes Leben als Christ/Christin?

Ich wage es, wahr zu nehmen, was in mir da ist, ich stelle mich der Realität meines Lebens und lasse Gott in mir wirken ...

Stille - meditatives Orgelspiel

Gebet

Guter Gott, du schenkst uns Zeiten der Ruhe, der Tiefe, gesammelter Kraft. Hilf uns, immer wieder den guten Ausgleich zu finden, damit Tiefe nicht in Melancholie und Traurigkeit abtriftet und sich wohltuend auf unser aktives Leben auswirken kann. Das erbitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus, der mit uns geht alle Tage unsres Lebens.
A Amen.

Lied: Meine Hoffnung und meine Freude

Impuls III: Die Farben meines Lebens zusammenenbringen
Den roten, blauen und violetten Faden miteinander verknüpfen und den violetten Faden dabei bewusst als Faden des Ausgleichs, des Übergangs, der Umkehr, des Wandels mitknüpfen.

Während des Knüpfens meditatives Orgelspiel

Impuls IV Mich mit meinem Leben Gott stellen
Unser Leben ist verwoben mit vielen verschiedenen, mehr und weniger entwickelten Farben. Als die, die ich bin, als der, der ich bin, stelle ich mich um den Altar, im Bewusstsein, mich in Gottes Gegenwart zu stellen, mit dem Zeichen der verwobenen Fäden ...

(Auf dem Altar brennt eine Kerze, sie steht in der Mitte des Altars)

EINLADUNG
Diese Haltung des in der Gegenwart Gottes stehen, mit allem was mich ausmacht, ausdrücken, durch Gesten zu dem
Lied: „Bei Gott bin ich geborgen, still wie ein Kind“ (CD)

Vergebungsbitte

Vater unser

Segen

Lied: Mache dich auf und werde Licht

08.11.2004, Alexandra Freinthaler

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