Tuesday 30. November 2021
Liturgiebörse

Wir sagen euch an eine heilige Zeit / Bußgottesdienst

Liederbuch

Adventlicher Leitfaden: Das Lied „Wir sagen euch an“, GL 115

Material:
Zwei Strohhalme pro TeilnehmerInnen, eine leere Krippe

Eröffnung:
Kündet allen in der Not, GL 106 1. u. 2. Str.

Begrüßung und Einführung:
Zum Bußgottesdienst im Advent begrüße ich Sie herzlich und wünsche, es möge für uns eine gemeinsame segensreiche Stunde werden.
Wir sind zusammengekommen, um miteinander Gottesdienst zu feiern, um unsere Not vor Gott zu bringen, um Schuld zu bekennen und Veränderung zu erbitten. In der 2. Strophe des Eröffnungsliedes hat es geheißen: „Gott naht sich mit großer Huld, dass wir uns zu ihm bekehren, er wird lösen unsre Schuld“.
Der Strohhalm, den Sie erhalten haben, soll uns helfen zur Besinnung, er verweist auf unsere Schuld, unser Versagen, er steht für das „leere Stroh“ unseres Leben, für den Mist, den wir machen.
Anregungen zur Besinnung gibt uns heute das Adventlied „Wir sagen euch an den lieben Advent!“. Zum Entzünden jeder Kerze singen wir die jeweilige Strophe, sie gibt uns das Thema zum Nachdenken an. Nach jeder Strophe hören wir eine passende Bibelstelle.
(Wenn möglich wird das Licht für das Entzünden der Kerzen jeweils von der Osterkerze genommen.)

1. Kerze wird angezündet – 1. Strophe „Wir sagen euch an“, GL 115

Leitgedanke: Machet dem Herrn die Wege bereit!

Lesung: Jes 40,1-5 (aus einer Bibel gelesen)
Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden. Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!
Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

Besinnung:
Es geht zunächst um mich, um mein Leben, um das Krumme in meinem Leben, um die Höhen und Tiefen in meinem Leben, um das, was dem Kommen des Herrn im Wege steht. – Ich frage mich daher:
Bin ich mir meiner Einmaligkeit bewusst? – Liebe ich mich?
Nehme ich mich an, so wie ich bin?
Höre ich auf meine innere Stimme, mein Gewissen? Oder lasse ich mich zu sehr von anderen lenken und beeinflussen?
Habe ich ein gesundes Selbstvertrauen oder bin ich zu kleinmütig und verzagt?
Bringe ich meine Talente und Fähigkeiten zur Entfaltung?
Betrachte ich mein Leben als ein Geschenk Gottes?
Denke ich öfters nach über mein Leben?
Wo sehe ich Gottes Führung?

Stille

Ruf:
V/A Bekehre uns, vergib die Sünde, schenke, Herr, uns neu dein Erbarmen. (GL 160)

2. Kerze wird entzündet – 2. Str. „Wir sagen euch an“

Leitgedanke: So nehmet euch eins um das andere an!

Lesung: 1 Joh 3,14-18 (aus einer Bibel gelesen)
Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, das Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

Besinnung:
„Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hin-gegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben.“
Wenn wir für andere da sind, wenn wir für andere unser Leben hingeben, erfahren wir unser Leben als sinnvoll. Menschen sind uns anvertraut; Ehepartner, Kinder, Eltern, Verwandte, Freunde, Nachbarn. So fragen wir uns:
Habe ich Zeit für die Familie, den Partner, die Partnerin, die Kinder?
Wie lösen wir Konflikte? – Können wir in Ruhe darüber reden?
Achte ich die persönliche Eigenart des anderen?
Sehe ich auch das Gute am anderen?
Verschenke ich auch ehrlich Lob und Anerkennung?
Kann ich mich entschuldigen und um Verzeihung bitten?
Habe ich Mitmenschen verletzt und beleidigt?
Bin ich bereit zu jeder notwendigen und möglichen Hilfe?

Stille

Ruf:
V/A: Bekehre uns, vergib die Sünde, ...

3. Kerze wird angezündet – 3. Strophe „Wir sagen euch an“

Leitgedanke: Nun tragt eurer Güte hellen Schein, weit in die dunkle Welt hinein!

Lesung: Mt 5,14-16 (aus einer Bibel gelesen)
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Besinnung:
Jesus hat gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt“, er hat aber auch gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“. Er möchte durch uns in der oft so dunklen Welt leuchten. Wir erleben viel Dunkel in der Welt: Hunger und Elend, Kriege, Flüchtlinge, Hass, Zerstörung der Natur, Krankheit und Leid, Katastrophen und Unfälle, Arbeitslosigkeit ... Fragen wir uns daher:
Bin ich noch betroffen angesichts des Leids und der Ungerechtigkeit in der Welt oder habe ich mich daran gewöhnt?
Resigniere ich angesichts der unübersehbaren Not in der Welt?
Trage ich spürbar dazu bei, dass mehr Gerechtigkeit in der Welt möglich wird?
Sehe ich in den Ausländern und Flüchtlingen meinen Nächsten, der meine Hilfe braucht?
Entzünde ich wenigstens kleine Lichter in dieser Welt oder klage ich nur über die Dunkelheit?
Trete ich mutig ein für Menschen, die ausgegrenzt sind?

Stille

Ruf:
V/A: Bekehre uns, vergib die Sünde, ...

4. Kerze wird angezündet – 4. Strophe „Wir sagen euch an“

Leitgedanke: Gott selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf, ihr Herzen, werdet Licht!

Lesung: Tit 2,11-14 (aus einer Bibel gelesen)
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Besinnung:
„Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten“. Gott ist Mensch geworden, der Retter und Erlöser ist gekommen. Gott braucht uns, damit sein Reich unter uns wächst. Ich bin dabei ebenso wichtig, wie Maria, die Engel und die Hirten in der Weihnachtserzählung. Mein Glaubenszeugnis ist wichtig und notwendig. Daher frage ich mich:
Bemühe ich mich, meinen Glauben zu vertiefen?
Bemühe ich mich um einen intensiven Kontakt mit Gott?
Suche ich bewusst Zeiten der Stille und Besinnung?
Bete ich regelmäßig? Lese ich in der Bibel?
Feiere ich regelmäßig den Gottesdienst mit?
Bin ich bereit, mich für die Glaubensgemeinschaft einzusetzen?
Setze ich meine Begabungen und Talente in der Pfarre ein?
Liebe ich die Gemeinschaft der Kirche trotz ihrer Fehler?

Stille

Ruf:
V/A: Bekehre uns, vergib die Sünde, ...

Schuldbekenntnis:
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, ...

Bitte um Vergebung:
Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben.

Friedensgruß

Danklied:
GL 106, 3 – 5. Str.

Bußgang / Vorsatz:
- Die TeilnehmerInnen bringen nun den Strohhalm der Schuld und des Versagens nach vorne und legen ihn in die Krippe;
währenddessen: Instrumentalspiel zur Melodie von GL 115

- Beim Zurückgehen bekommen die Mitfeiernden den zweiten Strohhalm, den Strohhalm des Guten, des guten Vorsatzes. Die Mitfeiernden werden eingeladen, in einer kurzen Stille darüber nachzudenken, welchen konkreten Vorsatz sie sich für die nächste Zeit nehmen, welche gute Tat sie setzen wollen. Der Strohhalm soll daran erinnern.
Man kann auch anregen, aus den Halmen einen kleinen Stern zu basteln, Familien können gemeinsam aus den einzelnen Strohhalmen einen größeren Stern machen. Diesen Stern des Guten können sie dann auf den Christbaum hängen. ...

Lasset uns nun beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat:
Vater unser ...


Schlussgebet:

Gott im Himmel, durch deinen Sohn hast du der Welt Hoffnung gegeben. Mach uns zu Boten dieser Hoffnung, dass wir dort, wo Hass ist, Liebe bringen, wo Unrecht herrscht, den Geist der Gerechtigkeit, wo Uneinigkeit ist, Einigkeit, wo Schatten ist, Licht, wo Traurigkeit ist, Freude. Nimm von uns alle Hindernisse und Schwächen, vollende durch unsere Hände das Werk deines Sohnes und schenke uns die Nähe deines Reiches. Das erbitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Segen und Entlassung

Schlusslied:

Sankt Josef geht von Tür zu Tür GL 935 oder:
GL 816 Sieh, der Herr kommt in Herrlichkeit

26.11.2003, Pfarrer Mag. Josef Etzlstorfer

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