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5. Die ursprüngliche Raumidee wird Wirklichkeit

Architekturgeschichtliche Bewertung

Dombaumeister Vonzenz StatzDIE URSPRÜNGLICHE RAUMIDEE
WIRD WIRKLICHKEIT

 

Architekturgeschichtliche Bewertung

 

 

Die Entwurfspläne von 1859 zeigen, dass Dombaumeister Vinzenz Statz (1819-1898) den Linzer Dom nicht als lang-gezogenen Eineitsraum konzipierte, wie wir ihn bis heute kennen. Vielmehr wollte er nach hochgotischen Vorbildern eine Gliederung in zwei deutlich unterschiedene Hauptzonen: In der Vierung, wo das hintere Langschiff und die beiden Arme des Querhauses zusammentreffen, ist ein markanter Kreuz- oder Lettner-Altar eingezeichnet und bildet zusammen mit den mächtigen Seitenaltären und den von den Säulen einkragenden Rückwänden des Chorgestühls das Zentrum und den Zielpunkt der bis hierher reichenden „Laienkirche“. Dahinter sollte im „Chor“ die Klerikerliturgie ihren Platz haben.

...

Auf diese Raumplanung, die weithin in Vergessenheit geraten war, machte im Verlauf der architekturhistorischen Vorarbeiten Univ.-Doz. Dr. Bernhard Prokisch (OÖ Landes-museum) aufmerksam.

 

Die von Statz gewünschten Raumwirkungen, die eine solche bauliche Zäsur erreicht hätte: Aus der Tiefe des Langschiffs wären die nach vorne gerichteten Blicke durch Kreuzaltar und Lettner gebündelt und dann in den Obergaden emporgeführt worden. Und hinter dem Lettner wäre inmitten der gewaltigen Gesamtkubatur des Doms die intime Raumstimmung eines hortus conclusus (d.h. „ummauerter Garten“, nach Hohelied 4,12) entstanden, wie sie v.a. für die Feier des Stundengebets ideal ist.

Vinzenz Statz

 

Dieses originale Raumkonzept wurde nie umgesetzt. Dies hängt wohl mit der langen Baugeschichte zusammen: Fast 40 Jahre lang diente der bereits 1885 fertiggestellte vordere Teil als provisorische Kirche und war gegen die dahinter liegenden Baustellen des Turms und des Lang- und Querhauses abgemauert, wie das folgende historische Foto zeigt.

 

Historisches Foto von A. Schwarz

 

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Das Foto ist von einer Position seitlich des Hochaltars nach rückwärts aufgenommen. Im Hintergrund ist die aus einer Holzkonstruktion bestehende Abmauerung zur Baustelle deutlich zu sehen. Direkt davor kann man (auf der rechten Seite) eine Reihe der Gemeindebänke erkennen. Quer davor steht das (auf der linken Bildhälfte gut sichtbare) Chorgestühl, das zunächst nur ein Joch (dafür aber fünf Sitzreihen) umfasst.

Evidentermaßen eine provisorische Aufstellung: Erst ein Drittel des geplanten Gesamtraumes steht zur Verfügung. Dieser Bereich wird aber bereits als Kathedralkirche mit allen liturgischen Funktionen und für alle kirchlichen "Stände" genutzt. Dementsprechend drängen sich die längsgerichteten Reihen der Gemeindebänke, die quergerichteten Blöcke des Chorgestühls und das erhöhte Presbyterium distanzlos aneinander!

 

Als 1923 / 1924 der „Lückenschluss“ erfolgte, wurde aus dieser zunächst als provisorisch gedachten Einrichtung eine Dauerlösung.

 

Die beiden folgenden historischen Aufnahmen dokumentieren eine kurze Phase mit experimentierender Aufstellung: Die Einrichtung im vorderen Langschiff wurde unverändert beibehalten. Im neu hinzugekommenen hinteren Langschiff wurden lediglich zwei Bank- und Stuhlreihen eingestellt.

 

ExperimenteBlick nach vor zum Baldachinaltar

 

 

Experimente

Blick nach hinten zur prächtigen, heute verdeckten Turmrosette

 

Im Anschluss an diese Experimentierphase wurden hinter der Vierung zwei fixe Bankblöcke errichtet, wie der unten dargestellte Bestandsplan aus den späten 1920er-Jahren zeigt:

 

Einrichtung nach 1924

 

Deutlich erkennbar ist der gedrängte, überfüllte Zustand im vorderen Langhaus: die längsgerichteten Gemeindebänke, das querstehende Chorgestühl und das erhöhte Presbyterium konkurrieren gegeneinander. Das Querschiff bleibt dagegen völlig leer und die hinteren Langhausbänke stehen isoliert.

Diese Aufstellung währte bis in die 1980er-Jahre und auch die derzeitige Raumgestalt ist noch von ihr geprägt.

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Mit dieser Anordnung ging man endgültig von dem von Statz gewollten Gefüge mehrerer differenzierter Raumzonen ab: Vielmehr erstreckte sich vom Turmportal bis zum Baldachinaltar sich ein einziger, überlanger Einheitsraum ohne zentralen Anhaltspunkt für das Auge. Anstelle eines Chorbereichs, der gleichermaßen intim-abgeschlossen wie durchsichtig-offen ist, gerät das vordere Langhaus zu einer schlauchförmigen Sackgasse, die unterhalb des aufgemauerten Presbyteriums mit konkurrierenden Elementen verstellt ist.

 

Warum es zu dieser problematischen, dem Statz'schen Entwurf völlig widersprechenden Raumsituation kam, ist noch völlig unerforscht. Einer von mehreren Gründen mag darin liegen, dass das ursprüngliche Konzept einer „Zwei-Stände-Kirche“ nicht mehr in die bereits von der sog. „Liturgischen Bewegung“ beeinflusste Zeit passte.

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Diese historische Ansichtskarte zeigt, wie beengt der Raum unterhalb des aufgemauer-ten Presbyteriums wurde. Auch das unkoordinierte Zusammentreffen zahlloser Höhen-linien im Aspekt von Bankspiegel, Chorgestühl und Presbyteriumsstufen ist höchst problematisch. (Die Vorstellung, wie es die damaligen Domherren wohl anstellten, in das Chorgestühl "einzusteigen", löst Heiterkeit aus. Sehr würdevoll kann es nicht ausgesehen haben.)

 

 

 

Mit dem Entwurf von Kuehn Malvezzi und Zobernig wird die Statz’sche Raumidee erstmals, aber in gegenwärtiger Interpretation umgesetzt: Die Differenzierung der beiden Zonen geschieht dabei nicht gemäß der „ständischen“ Über- und Unterordnung des 19. Jahrhunderts (Laienkirche / Klerusbereich), sondern folgt der heutigen funktionalen Bestimmung: Im Vierungsbereich ist die Feier der Eucharistie verortet; der dahinter liegende, bis ins historische Presbyterium reichende Raum ist für das Stundengebet (Vesper, Laudes etc.), Meditationen und andere mögliche Liturgien bestimmt.

 

1859 - 1930er - 2015

zum Vergrößern auf das Planbild klicken

 

Auch wenn im gegenwärtigen Projekt die Zonentrennung moderater ausfällt als im Statz’schen Plan, der Mariendom wird künftig doch deutlich als ein Gefüge von mehreren „Sub-Räumen“ erlebbar sein. Und das wird ihm guttun: Derzeit leidet das Raumempfinden vor allem daran, dass die Innengestaltung einen vom hinteren Hauptportal bis zum Baldachinaltar durchgestreckten Einheitsraum suggeriert. Das entspricht aber weder der ursprünglichen Raumidee und ihren historischen Vorbildern, noch wird es den faktischen Raummaßen gerecht: Als Einheitsraum kann diese größte Kirche Österreichs – eine der größten Europas – nicht funktionieren!

 

„Von Seiten der Denkmalpflege wird das Projekt sehr begrüßt. Durch die neue Raumgestaltung wird im Bereich des Hochaltars die historische Situation wiederhergestellt, die Offenheit und Durchlässigkeit der Ursprungskonzeption wird wieder deutlich“.

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Zitat aus der Stellungnahme von Mag.a Henny Liebhart-Ulm, Referentin für Altarraumgestaltung und zeitgenössische Kunst im Kunstreferat der Diözese Linz. 

 

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