„Glücklich ein Mann, der gnädig ist
und leiht ohne Zinsen,
der nach dem Recht das Seine ordnet.“
(Ps 112,5)

„Glücklich ein Mann, der gnädig ist
und leiht ohne Zinsen,
der nach dem Recht das Seine ordnet.“
(Ps 112,5)
Geschichte und Brauchtum
Am 6. Dezember feiert die katholische Kirche den Heiligen Nikolaus, den Bischof von Myra (heute Demre) in Kleinasien, der heutigen Türkei. Mit dem Nikolaustag sind viele Bräuche verbunden. Der Nikolaus besucht mit seinem weißen Bart die Kinder und bringt Geschenke. In vielen Familien wird auch der Nikolausstiefel vor die Tür gestellt. Am nächsten Morgen finden sich darin Süßigkeiten, Nüsse oder kleine Geschenke.
Warum Schenken zum Nikolausfest gehört
Die zahlreichen Legenden rund um den Heiligen Nikolaus haben eines gemeinsam: Sie erzählen vom Teilen, Schenken und Helfen. Das Teilen als Zeichen der Nächstenliebe und der Unterstützung von Menschen in Not ist eng mit dem Heiligen verbunden. Bis heute erinnert der Nikolaustag daran, wie wichtig Solidarität und Mitmenschlichkeit sind.
Nikolaus von Myra wird häufig mit der Bibel sowie drei goldenen Kugeln oder drei Geldsäckchen dargestellt. Diese Symbole gehen auf eine bekannte Legende zurück: Demnach rettete Nikolaus eine verarmte Familie, indem er ihr heimlich Geld schenkte. So ermöglichte er den drei Töchtern eine bessere Zukunft.
Die Ursprünge des Nikolausbrauchs
Der Brauch des Nikolausganges und des Schenkens reicht bis ins Mittelalter zurück. Damals durfte am Nikolaustag vielerorts ein Schüler die Rolle des Bischofs übernehmen. Gleichzeitig entwickelte sich der 6. Dezember zu einem wichtigen Geschenktag für Kinder. Erst nach der Reformation im 16. Jahrhundert verlagerte sich das Schenken zunehmend auf das Weihnachtsfest. Dennoch blieb der Nikolaustag in vielen Regionen als eigenständiger Brauch erhalten.

© Diözese Linz / Johannes Kienberger
Wer war der historische Nikolaus?
Über die historische Person des Nikolaus ist nur wenig sicher bekannt.
Nikolaus wurde vermutlich zwischen 280 und 286 in Patara im heutigen Süden der Türkei geboren. Der Überlieferung nach wurde er bereits im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und später als Abt im Kloster Sion tätig. Nach dem Tod seines Onkels soll er zum Bischof von Myra gewählt worden sein.
Während der Christenverfolgungen geriet Nikolaus der Überlieferung zufolge in Gefangenschaft und wurde schwer misshandelt. Auch beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 wird seine Teilnahme vermutet. Danach verlieren sich die historischen Spuren weitgehend. Sicher ist lediglich, dass Nikolaus an einem 6. Dezember zwischen 345 und 351 gestorben sein dürfte.
Historische Forschungen gehen heute davon aus, dass die Heiligenfigur auf Überlieferungen von zwei Personen zurückgeht: auf den Bischof Nikolaus von Myra aus dem 4. Jahrhundert und auf den späteren Bischof Nikolaus von Pinara, der im Jahr 564 starb.
Der Heilige Nikolaus als Patron vieler Menschen
Die Verehrung des Heiligen Nikolaus verbreitete sich ab dem 6. Jahrhundert von Griechenland aus über Osteuropa bis nach Russland. Dort gilt er bis heute als einer der bedeutendsten Heiligen. Ab dem 10. Jahrhundert gewann seine Verehrung auch in West- und Mitteleuropa an Bedeutung. In England, Frankreich und Deutschland entstanden zahlreiche Kirchen und Kapellen, die ihm geweiht wurden.
Nikolaus ist Patron vieler Berufs- und Personengruppen. Dazu zählen unter anderem:
Allein in Oberösterreich sind 22 Kirchen und Kapellen dem Heiligen Nikolaus geweiht.
Ein Heiliger, der bis heute begeistert
Der Heilige Nikolaus steht bis heute für Nächstenliebe, Großzügigkeit und die Bereitschaft zu teilen. Die zahlreichen Legenden und Bräuche rund um seine Person erinnern daran, dass selbst kleine Gesten der Hilfe das Leben anderer Menschen nachhaltig verändern können. Gerade deshalb gehört der Nikolaustag bis heute zu den beliebtesten Festtagen im Kirchenjahr und ist für viele Familien ein wichtiger Anlass, Freude zu schenken und an andere zu denken.
Legenden über den Heiligen Nikolaus
Großzügigkeit, Mut und Hilfsbereitschaft: Die Nikolauslegenden erzählen, warum der Heilige Nikolaus bis heute Menschen begeistert.
Lernen Sie drei der bekanntesten Geschichten kennen:
© Diözese Linz / Johannes Kienberger
Ideen für die Nikolausfeier zuhause
Wie kann der Nikolaustag in der Familie stimmungsvoll und kindgerecht gestaltet werden?
Der Nikolausfolder der Katholischen Jungschar enthält Hintergründe zum Heiligen Nikolaus, Ideen für die Feier sowie hilfreiche Impulse für Familien.
Folder zum Download
Mit Liedern und Geschichten lässt sich die Botschaft des Heiligen Nikolaus besonders lebendig vermitteln. Entdecken Sie unsere Playlist zum Zuhören, Mitsingen, Anschauen und Weitererzählen.
Nikolausschule
Der Heilige Nikolaus ist eine zentrale Figur im Advent. Er bringt Kindern nicht nur kleine Gaben, sondern auch die Botschaft von Nächstenliebe, Hoffnung und Menschlichkeit. Wer als Nikolaus Familien besucht, gestaltet eine besondere Begegnung. Damit diese Besuche für Kinder und Erwachsene zu einem positiven Erlebnis werden, braucht es neben Einfühlungsvermögen auch eine gute Vorbereitung.
Die Nikolausschule unterstützt angehende und erfahrene Nikolausdarsteller*innen dabei, sich mit der Rolle des Heiligen Nikolaus auseinanderzusetzen und Besuche authentisch und kindgerecht zu gestalten.
Im Rahmen der Schulung erwarten Sie:
Die Nikolausschule bietet Raum für Begegnung, Reflexion und Inspiration. Sie stärkt das Bewusstsein für die Botschaft des Heiligen Nikolaus und vermittelt wertvolle Impulse für die Praxis.
Die nächste Nikolausschule findet am 18. November 2026 statt.

© Diözese Linz /Maria Appenzeller