Donnerstag 18. Oktober 2018

Glaubensvermittlung passiert in der Familie

Junge Menschen bei der Entfaltung von Persönlichkeit, Glauben und ethisch-moralischen Maßstäben zu unterstützen und zu begleiten, ist keine einfache Aufgabe. Darüber diskutierten Ende November Christinnen und Musliminnen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jüdinnen – Christinnen – Musliminnen: Interreligiöse Begegnung für Frauen“ im Haus der Frau in Linz.

 

Glaubensvermittlung bedeutet erfahrungsgemäß weit mehr, als religiöse Basisbildung. Laut den Teilnehmerinnen geht es auch um Herzensbildung. Wichtig ist es, achtsam, wachsam und aufmerksam zu sein für das, was junge Menschen brauchen, damit ihr Leben gelingt. Es gilt, miteinander im Gespräch zu bleiben, gemeinsame Vorstellungen in eine Form von Ritualen zu übersetzen und gemeinsam in den Alltag zu integrieren. Als Beispiele wurden die regelmäßige gemeinsame Mahlzeit genannt, das gemeinsame Gebet oder Gespräche beim Zubettgehen.

 

 

Jüdinnen-Christinnen-Musliminnen: Interreligiöse Begegnung für Frauen

 

 

Von Bezugspersonen geprägt

Die Teilnehmerinnen berichteten, dass sie in der Entwicklung ihres Glaubens und ihrer Persönlichkeit von ganz unterschiedlichen Familienmitgliedern geprägt wurden. Glaubensweitergabe erfolgt heute vielfach in der Familie und dort vor allem durch Gespräche. Junge Menschen werden in ihren religiösen Ansichten durch von Bezugspersonen Vorgelebtes beeinflusst. Das betrifft auch die Vorstellungen von Gott. Dieser verantwortungsvolle Teil kommt eher den Eltern, großen Geschwistern, Großeltern, PatInnen oder FreundInnen zu, seltener ReligionslehrerInnen oder LeiterInnen einer Glaubensgemeinschaft.

 

 

v.l.n.r.: Hatice Başer (Muslimin, Vorsitzende ALIF Mädchen), Elisabeth Greil (Katholische Christin, Religionspädagogin), Mag.a Gabriele Eder-Cakl (Katholische Christin, Leiterin Pastoralamt der Diözese Linz), Monika Greil-Payrhuber, MA (Katholische C

 

 

Barmherziger Gott

In der Gesprächsrunde wurde deutlich, dass das Bild eines ermutigenden, großzügigen und barmherzigen Gottes heute im Zentrum steht. Diese Vorstellung dient in beiden Religionen zur Orientierung und motiviert die Gläubigen zu sozialem Handeln.

 

v.l.n.r.: Eva-Maria Kienast, M.A. (Leiterin Haus der Frau Linz), Hatice Başer (Muslimin, Vorsitzende ALIF Mädchen), Elisabeth Greil (Katholische Christin, Religionspädagogin), Mag.a Gabriele Eder-Cakl (Katholische Christin, Leiterin Pastoralamt der D

 

 

Eigene Standpunkte hinterfragen

Wer sich auf Gespräche über Gott und die Welt, über den eigenen Glauben und ganz persönliche Vorstellungen einlässt, wird unweigerlich damit konfrontiert, sich mit der eigenen religiösen Biografie auseinander zu setzen, Vorgelebtes zu hinterfragen und miteinander kritisch zu reflektieren.

 

 

v.l.n.r.: Monika Greil Payrhuber, MA (Katholische Christin, Projektverantwortliche für Interreligiösen Dialog im Dekanat Traun), Hatice Başer (Muslimin, Vorsitzende ALIF Mädchen)

 

 

Am Donnerstag, 23. November 2017 trafen sich Christinnen und Musliminnen im Haus der Frau zum Gespräch und Austausch über Familie und Frauenrollen aus religiöser Perspektive. Die bewährte Veranstaltungsreihe „Jüdinnen – Christinnen – Musliminnen: Interreligiöse Begegnung für Frauen“ wird bereits das dritte Jahr in Folge im Haus der Frau in Linz angeboten. Ziel ist ein wertschätzendes und respektvolles Kennenlernen der drei Religionen, die bei den Frauentreffen zusammen kommen. Vertrauen und eine angenehme Atmosphäre schaffen hierfür die Basis.

 

 

Jüdinnen-Christinnen-Musliminnen: Interreligiöse Begegnung für Frauen

 

Nächste Veranstaltungen

 

Donnerstag, 15. Februar 2018, 19 Uhr, Haus der Frau Linz: Interreligiöse Begegnung von Jüdinnen, Christinnen und Musliminnen zum Thema „Fasten“

 

Freitag, 09. März 2018, 19 Uhr, Pfarrsaal Traun: Gemeinsamer Besuch des Vortrags mit Assoc.-Prof. MMag. Dr. Regina Polak MAS: „Hoffnung für die Gesellschaft aus Judentum, Christentum und Islam“

 

 

Text: Michaela Greil, Eva-Maria Kienast

 

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