Freitag 14. Dezember 2018

Interreligiöse Frauengruppe des Haus der Frau Linz besucht Jüdisches Museum und Islamisches Zentrum in Wien

Das Jüdische Museum und das Islamische Zentrum in Wien waren Ziel eines Ausfluges der Interreligiösen Frauenbegegung im Haus der Frau am 7. Oktober 2018.

Interreligiöse Frauengruppe vom Haus der Frau im Jüdischen Museum

 

Neun Frauen, darunter Charlotte Herman, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, Gabriele Eder-Cakl, Direktorin des Pastoralamtes der Diözese Linz und Hatice Baser, Vorsitzende der ALIF-Mädchenjugend von Oberösterreich und Salzburg trafen sich auf Initiative von Monika Greil-Payrhuber gemeinsam mit anderen Frauen am Sonntagvormittag zu einer Führung im Jüdischen Museum in der Dorotheagasse in Wien und am Nachmittag im Islamischen Zentrum Wien.

 

Die Sonderausstellung „Salons als Orte der Emanzipation“ im Jüdischen Museum zeigte Frauen der Jüdischen Gesellschaft als GastgeberInnen und NetzwerkerInnen für Wirtschaftstreibende, Philosophen, Wissenschaftler, Politiker und vor allem Künstlerinnen und Künstler. Sie hatten dadurch wesentlichen Einfluss in der Gesellschaft gewonnen. Die berühmten Wiener Salons der Berta Zuckerkandl und der anderen Frauen hatten Anteil am Aufblühen der kulturellen und architektonischen Stadt Wien. Ohne die jüdischen Salons wären die Entwicklung des Jugendstils und der Wiener Werkstätten nicht denkbar. Wie schmerzlich die Einbrüche und Verluste durch die Vertreibung und Ermordung der Juden aus Wien waren, wird an Exponaten, Berichten und Zahlen in der Ausstellung sichtbar. Die Kultur der Salons wurde von Überlebenden im Exil wieder aufgenommen, bot im Aufnahmeland Ankerpunkte und beeinflusste u. a. in den USA und Großbritanien die Kultur und die gesellschaftspolitischen Debatten und Entwicklungen. Im Jüdischen Museum begegnet man der Geschichte, die nicht im Geschichtsunterricht erzählt wurde. Wer weiß schon, dass das Entsatzheer, das den österreichischen Kaiser unterstützte, die Osmanen vor Wien zurückzuschlagen, vom Juden Oppenheimer finanziert wurde? Oder dass das Fahrrad Theodor Herzls als Symbol für Mobilität und Autonomie in der Ausstellung Platz gefunden hat?

 

Jüdisches Museum
Jüdisches Museum - Margit Dobronyi
Jüdisches Museum -Fahrrad Theodor Herzl
Jüdischer Salon

 

Das Islamische Zentrum präsentierte sich am Sonntag mit lachenden quirligen Kindern, welche gerade aus den Schulzimmern strömten. In der Moschee waren Männer ins Koranstudium vertieft. Das Gebäude ist ein Haus mit offenen Türen. Es wurde Ende der 70er-Jahre unter Mitwirkung des Saudischen Königshauses und der Österreichischen Bundesregierung in Wien Donaustadt eröffnet. Zuvor gab es verschiedene Gebetsräume für Muslime in Österreich, jedoch keine sichtbare Moschee. Das islamische Zentrum umfasst einen großen Moscheeraum, eine umfangreiche Bibliothek und auch Räume für Schule und Weiterbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es wird von Gläubigen aus aller Welt zum Gebet besucht, die in Wien leben. Die große Moschee ist eine der wenigen sichtbaren Moscheen in Österreich mit Minarett. Neben dem Imam, dem Direktor des Hauses, gibt es ein Team von Seelsorgern und Lehrern, dem auch Frauen angehören, die Seelsorge betreiben und die Kinder im Koranstudium und in der arabischen Sprache unterrichten. Die Unterrichtssprachen sind vielfältig, die Lehrenden sprechen durchschnittlich drei bis fünf Sprachen. Die religiöse Grundbildung ist ein zentrales Anliegen, nicht zuletzt als Prophylaxe gegen Radikalisierung.

 

Moschee des Islamischen Zentrums
Interreligiöse Frauengruppe

 

Die Interreligiöse Frauengruppe konnte nach intensiven Gesprächen mit vielen neuen Eindrücken und Informationen den Heimweg antreten.

 

 

Nächster Begegnungs-Termin im Haus der Frau, zu welchem ausdrücklich auch Männer eingeladen sind: Vortrag mit Assoc. Prof. Dr. MMag. Regina Polak, Hoffnung für die Gesellschaft aus Judentum, Christentum und Islam am 20. März 2019, um 19.00 Uhr.

 

Monika Greil-Payrhuber
Initiatorin der Interreligiösen Frauenbegegnungen von Jüdinnen, Christinnen und Musliminnen im Haus der Frau Linz

0676/8776-5664,

monika.greil-payrhuber@gmx.at
monika.greil-payrhuber@dioezese-linz.at

 

Text: Monika Greil-Payrhuber MA

Fotos: (C) 2018 Michaela Greil/MIG-Pictures e.U., Michaela Greil

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