Zustimmung erforderlich!Bitte akzeptieren Sie Cookies von "piwikpro" und laden Sie die Seite neu, um diesen Inhalt sehen zu können.
Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

  • Startseite Diözese Linz
  • Kontakt
Bunte Farben
Hauptmenü ein-/ausblenden
Barrierefreiheit Einstellungen
Schriftgröße
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
Kontrasteinstellungen
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Inhalt:

„Immer wieder in den Dialog gehen und nicht aufgeben ...“

Susanne Würleitner

Susanne Würleitner über die Geistkraft Gottes, die Wertschätzung für (ehrenamtliches) Engagement, die gleichberechtige Teilhabe von Frauen in der Katholischen Kirche und ihr Idealbild von Kirche.

Susanne Würleitner

 

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche in Oberösterreich engagiere und einbringe ...

 

Mein Engagement in der Katholischen Kirche – speziell als Frau – ist begründet darauf, dass ich mich schon seit früher Jugend berufen fühle, in und für diese Kirche zu arbeiten. Ich hatte das Glück, Pfarre und Kirche damals als zweites Zuhause zu erleben und mich – umgeben von konstruktiven und wertschätzenden Menschen – zu einer überzeugten und begeisterten Christin zu entwickeln.


Ich bin davon überzeugt, Kirche und Glaube kann nur dann lebendig bleiben und kraftvoll sein, wenn Frauen und Männer, die beGEISTert sind – also gestärkt von der Geistkraft Gottes – ihre Überzeugung tagtäglich im Alltag von Beruf und Familie sowie im Ehrenamt überzeugend leben.


Gerade im Spannungsfeld von „Frau in der Kirche“ sehe ich meine Aufgabe, IN der Kirche dazu beizutragen, dass die gleichberechtigte Teilhabe immer mehr umgesetzt wird. Durch meinen Dienst als Wortgottesfeier-Leiterin, ehrenamtliche Altenheimseelsorgerin und Begräbnisleiterin stelle ich mich bewusst in den Dienst für die Menschen – im Namen Jesu Christus.

 

Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen ...

 

Als Wortgottesfeier-Leiterin ist mir die Vielfalt in der Liturgie und ihre Ausweitung ein großes Anliegen. Gerade Frauen stehen hier, so wie ich es sehe, im besonderen Fokus. Liturgie und Seelsorge ist für die Menschen da. Ich glaube, dass Frauen auch in diesem Bereich ein besonderes Gespür haben, was nötig ist. Gerade in einer so säkularisierten Zeit, wie unsere ist, geht es um die Sorge um jede und jeden Einzelnen. Wir müssen uns die Frage stellen: Was brauchen die Menschen um uns? Wie können wir sie abholen und begeistern?


Die neue Struktur fordert uns Ehrenamtliche besonders heraus, ein großer Teil der ehrenamtlich Tätigen sind Frauen. Hier spielen für mich als Mitglied des Ehrenamtsrat die Themen Wertschätzung und Unterstützung von Ehrenamtlichen eine ganz zentrale Rolle, damit das neue Modell funktionieren kann. Dafür möchte ich meinen Dienst leisten.


Als Vorsitzende der Frauenkommission möchte ich mich ganz besonders für eine partnerschaftliche und geschlechtergerechte Kirche in der Diözese Linz einsetzen, in der Frauen den ihnen zustehenden Platz erhalten. Das Spektrum der Themen reicht von der Erhöhung des Frauenanteils auf der Leitungsebene über die gezielte Förderung des Nachwuchses bis zu alltäglichen Fragen der Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern in den Pfarren und Pfarrgemeinden. Ich freue mich über die konstruktive und fruchtbringende Zusammenarbeit mit den großartigen Frauen in der Frauenkommission für die Frauen in der Diözese Linz. Im Hinblick auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Katholischen Kirche gibt es – trotz aller Bemühungen, die ich speziell in der Diözese Linz sehr wohl sehe – noch Aufholbedarf und Verbesserungspotential.

 

Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an ...

 

In meiner Funktion als Vorsitzende der Frauenkommission beschäftigt mich die Frage des Frauendiakonats im Moment sehr. Nach einer vorsichtig hoffnungsvollen Periode nach dem ersten Teil der Weltsynode hat der Bericht der vom Papst eingesetzten Kommission, der das Frauendiakonat nicht für derzeit möglich erklärt, im November 2025 bei vielen Frauen und Männern, die in Kirche tätig sind oder ihr nahestehen, für großen Unmut und Enttäuschung gesorgt. Viele theologisch bestausgebildete Frauen fühlen sich in ihrer Berufung und in ihrem Engagement nicht gesehen. 


Auch dass es eine spezielle Priesterausbildung für 45- bis 60-jährige Männer geben soll, die auf Bachelorniveau nicht die Qualität eines vollwertigen Theologiestudiums haben wird, ist ein weiterer Schlag für eben diese Frauen. Nicht Berufung, nicht Ausbildung ist nach wie vor entscheidend, sondern ausschließlich das Geschlecht.


Ich finde es sehr bedauerlich, dass sich manche Frauen derzeit in der Öffentlichkeit fast gezwungen fühlen, sich zu rechtfertigen, dass sie – trotz der Ungleichbehandlung von Frauen – nach wie vor in der Katholischen Kirche tätig sind und das auch bleiben wollen.


Generell erscheint mir, dass einige gegenwärtig aufkommenden gesellschaftspolitischen Strömungen darauf dringen, Frauen wieder „auf den ihnen zustehenden Platz“ zurückzudrängen. Jungen Frauen ist aus meiner Sicht manchmal nicht bewusst, wie hart die jetzt herrschenden (und noch nicht idealen!) Bedingungen im Sinne von Gendergerechtigkeit von Generationen von Frauen vor ihnen erkämpft wurden. Dieses Bewusstsein ist aber notwendig, um wachsam darauf zu achten, dass Frauenrechte auch in Zukunft weiter geschützt werden.
 

Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt ...

 

Eine Leitfigur für mich als Christin ist Maria Magdalena, die – als Frau – als Einzige in der Gesamtheit Zeugin des Lebens, des Leidens, des Sterbens, des leeren Grabes und der Auferstehung Jesu war. Sie war die die Erste, die die Wahrheit von seiner Auferstehung gehört hat und diese in Jesu Auftrag an seine Vertrauten weitergegeben hat. In der Nachfolge Jesu wirkte sie als „Apostula apostolorum“, zu der sie – nach Jahrhunderten der Verleumdung – erst 2012 wieder von Papst Franziskus ernannt wurde. Sie ist für mich einerseits Symbol für die Begegnung auf Augenhöhe, die Jesus zu Frauen pflegte, und andererseits für das teilweise schwierige Verhältnis von Frau und Kirche.


Was mich immer wieder bei meinem ehrenamtlichen Engagement beGEISTert, ist die Zusammenarbeit mit Menschen im kirchlichen Umfeld, bei denen ich spüre, wir stehen auf einem gemeinsamen Untergrund. Auch wenn wir vielleicht im Moment nicht dieselbe Meinung haben, so wissen wir doch, was uns alle trägt. Dieser gemeinsame Glaube lässt uns immer wieder in den Dialog gehen, nicht aufgeben und gemeinsame Wege finden. 


Mein Idealbild von Kirche beruht auf den Anfängen des Christentums, in den Urgemeinden. Eines meiner Lieblingszitate heißt „Seht, wie sie einander lieben.“ So beschreibt der antike Schriftsteller Tertullian (2. Jahrhundert) den Zusammenhalt der ersten Christinnen und Christen. Und so wünsche ich mir, dass wir Christinnen und Christen auch heute von anderen Menschen gesehen werden. 

zurück

Zur Person: 

OSR Susanne Würleitner, MA BEd ist Vorsitzende der Frauenkommission der Diözese Linz und engagiert sich ehrenamtlich in ihrer Pfarrgemeinde Sierning im Pfarrgemeinderat, in der kfb sowie als Wort-Gottes-Feier-Leiterin und Altenheimseelsorgerin. Darüber hinaus ist Susanne Würleitner im Ehrenamtsrat der Diözese Linz aktiv.

Weiter Lesen
Elisabeth Rockenschaub

„Der Glaube gibt Lebensfreude ...“

Elisabeth Rockenschaub

Elisabeth Rockenschaub über Glaube, der Halt und Lebensfreude gibt, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Weinberg Gottes und die Aufgabe, Salz der Erde zu sein.

Maria Imlinger

„Aufgewachsen in einem lebendigen, befreienden Glauben ...“

Maria Imlinger

Maria Imlinger über ihre salesianische Prägung, ihren Antrieb für eine Arbeit voll Frohsinn und Zuversicht in der Kirche und ihre Hoffnung, nicht mehr über Gleichstellung schreiben zu müssen.

Waltraud Wagner

„Weil ich aktiv mitgestalten möchte ...“

Waltraud Wagner

Waltraud Wagner über den Wunsch, eine lebendige Kirche mitzugestalten, die Balance zwischen Traditionellem und Neuem sowie die Bedeutung von Integration, auch intergenerationell.

Elisabeth Leitner

„Man muss dranbleiben, nicht lockerlassen ...“

Elisabeth Leitner

Elisabeth Leitner über die Sensibilität für Geschlechterthemen in kirchlichen Kreisen sowie gemeinsames Handeln für gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben – all das und mehr ganz ehrlich.

Doris Schwaiger am Ölberg in Jerusalem.

„Manchmal kommt es mir so vor, Frauen schupfen insgeheim den Laden.“

Doris Schwaiger

Doris Schwaiger über die wertvolle Arbeit von Frauen in den Pfarren, Begegnungen mit Kindern im Religionsunterricht und ihre ganz persönlichen Quellen der Spiritualität.

zurück
weiter

nach oben springen
Sitemapmenü:

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz

Ihr Kontakt zur
Diözese Linz

nach oben springen