„Auch meine Stimme ist gefragt ...“

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche engagiere und einbringe ...
Weil ich spüre, dass es gerade einen kairos gibt – es ist jetzt eine gute Zeit, als Ehrenamtliche ernst genommen zu werden und mitgestalten zu können: Durch die Strukturreform in der Diözese und durch die immer deutlicher sichtbar werdende Angewiesenheit auf das Engagement von Ehrenamtlichen, damit lebendige Gemeinschaft in der Kirche gelebt werden kann, ist es deutlich, dass auch meine Stimme gefragt ist. Und ich erlebe es positiv, dass unsere Anliegen wahrgenommen und ernstgenommen werden.
Das wäre der organisatorische Anteil. Dazu kommt aber auch der persönliche: Als getaufte Christin bin ich – wie alle anderen Christ;innen – ohnehin dazu berufen.
„In der christlichen Gemeinschaft sind alle Getauften mit Gaben beschenkt, die sie entsprechend ihrer Berufung miteinander teilen können. Die verschiedenen kirchlichen Berufungen sind jedoch Ausdruck des einen Rufes zur Heiligkeit und zur Sendung, der mit der Taufe verbunden ist.“
(Für eine synodale Kirche. Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung. Schlussdokument. 57)
Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen ...
Naja, ich denke, dass uns die wichtigen Themen alle betreffen – egal, welchem Geschlecht wir angehören. Denn wir können es nur gemeinsam schaffen, die aktuellen Probleme zu lösen und es geht uns nur miteinander gut.
Die großen Anliegen sind Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, die dann in allen Bereichen des Lebens zu buchstabieren sind:
- politisch interessiert, undemokratischen Anliegen gegenüber kritisch und wachsam zu sein
- solidarisch mit den „anderen“ zu sein
- unsere Mitwelt achtsam zu behandeln
- sich für andere einzusetzen
- auf Augenhöhe miteinander umgehen
- ...
- und ja, selbstverständlich auch: endlich Gleichberechtigung und gleiche Chancen, gleiche Möglichkeiten für alle Menschen in jeder Hinsicht, in der Kirche genauso wie in der Gesellschaft!
Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an ...
- Dass Ehrenamtliche glaubwürdig und transparent gleichberechtigte Partner:innen werden: Dass nicht nur die Arbeit, sondern auch die Verantwortung geteilt wird.
- Ein Neudenken der Ämter in der Kirche – und bis wir so weit sind, das umzusetzen: alles für alle!
- Wie können wir miteinander Christ:innen sein? Wie können wir uns an den Talenten der anderen freuen und gemeinsam unsere Kirche leben?
- Friede und Gerechtigkeit für alle Menschen
- Achtsamkeit und Rücksicht auf die Umwelt
Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt ...
Die tiefe Zuversicht, dass es am Ende gut wird. Die Freude, mitzugestalten. Das „Gspür“, berufen zu sein. Die Freude, wenn Ideen umgesetzt werden und auch andere begeistern. Begegnungen auf Augenhöhe. Das Blau des Himmels. Die Schönheit der Schöpfung.
Die aktuellen Entwicklungen in der Kirche, die den synodalen Weg wählen – um im guten Hinhören vom „Ich“ zum „Wir“ zu gelangen.
Zur Person:
Prof.in Mag.a Dr.in Regina Atzwanger ist neben ihrer Tätigkeit als Professorin an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich Sprecherin des Ehrenamtsrates der Diözese Linz und engagiert sich im Pfarrgemeinderat der Pfarrgemeinde Heiligenberg.