Kirche und Kapellen

GAMPERN - römisch CAMPARA


urkundlich 748 und 800 erste Erwähnung.

Gampern und seine Umgebung wurde von Salzburg-St. Peter, dem Stifte Mondsee und Mattsee missioniert und war bis 1900 Mattseer Pfarre. Johann Apfelhalter wird 1383 als erster Pfarrer Gamperns erwähnt.

1480 - 1486 Erbauung der zweischiffigen, gotischen Hallenkirche mit Stern- u. Netzrippengewölbe.

1486 - 1507 entstand der mächtige Flügelaltar. Stifter: "Wilhelm von Nothafft", Domprobst von Passau. Das Proträt von ihm ist am Predellenbild rechts, knieend, zu sehen.

1515 - 1518 - 1529 wurde der gotische Wehrturm bis zur Dachgleiche erbaut.

1890 erfolgte der Ausbau bis 63 m Höhe.

1531 Errichtung der Vorhalle, das Eingangstor trägt die Jahreszahl der 400-Jahrfeier der Kirche. Über dem Altar befinden sich Fresken, Symbole der vier Evangelisten und des

Patrones der Pfarrkirche, "ST.REMIGIUS" und Wappenbilder.

 Der Schnitzer des Altares ist unbekannt, wird aber in "LEONHART ASTL" vermutet. Große ÄHNLICHKEIT mit Hallstatt.

Die Malereien stammen mit großer Wahrscheinlichkeit von "MICHAEL WOLGEMUT" (1434-1519)  und seiner Schule in Nürnberg. Sein Porträt ist am zweiten Passionsbild rechts oben mit Stab und Pinsel zu erkennen (Pfarrchronik von 1882). Wolgemut gründete um 1470 eine Malerwerkstatt zu Nürnberg, die zu beachtlichem Ansehen gelangte. Albrecht Dürer war Wolgemuts Schüler gewesen.

Besondere Merkmale der Wolgemutschen Malerei:

Er war Handwerker und Künstler, genial begabt, goldene, tellerförmige Heiligenscheine mit Verzierungen bei Christus sind für ihn kennzeichnend, schmale Schulter, runde Gesichter, scharfe Charakteristik, klare und kräftige Farben kennzeichnen seine Bilder...  Grelle Übergänge von edler und zarter Schönheit wechseln zu übertriebener Häßlichkeit. Wolgemuts Signierung ist am Rocksaum unten mit: "WOMIAEL" an der Rückseite mit "WM" zu erkennen. Die Passion wurde in die Atterseegegend mit dem Hintergrund Schloß Kammer gemalt (Donauschule).

 Die Rückseite des Altares stellt das "JÜNGSTE GERICHT" dar, im Volksmund "GAMPERNER HÖLLE" genannt. Teile der Malerei wurden auf Holzschnitte gemalt, der Entwurf könnte auf Dürer zurückgehen.

Kommen Sie, um zu sehen und sich zu freuen, was Menschen vor mehr als 500 Jahren geschaffen haben!

Die Flur- und Kleindenkmäler

Die vielen kleinen Marterl, Kreuze und Kapellen an den Wegrändern, an Straßenkreuzungen, an Hauswänden oder bei Bauernhöfen verleihen der Gamperner Landschaft ein eigenes Gepräge. Wenn auch bei vielen der Anlass und der Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht mehr feststellbar ist, wurden sie doch an Erinnerung an besondere Ereignisse wie Unglücksfälle, schwere Krankheiten oder glückliche Fügungen in der Familie aus Dankbarkeit errichtet. Die Kleindenkmäler sind Zeugen der Volkskunst und Volksfrömmigkeit, aber alle sind mit dem Leben der Menschen in Gampern untrennbar verbunden. Es ist mit Dankbarkeit zu vermerken, dass einige verrostete Bilder renoviert und damit vor dem endgültigen Verfall gerettet wurden. Dem Verfasser des Heimatbuches war es ein besonderes Anliegen, die Gamperner Kleindenkmäler in Schrift und Bild festzuhalten und damit der Nachwelt weiterzugeben. Mögen die Besitzer der Kleinkunstdenkmäler die Pflege stets als ihre Aufgabe erachten.

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Die Filialkirche Piesdorf

Die dem Patron St. Erasmus geweihte Kapelle wird bereits in einer Urkunde um 889 n. Chr. erwähnt: König Arnulf bestätigt dem Kloster und Erzabt Thietmar von St. Peter in Salzburg die Schenkung von „Kapelle und Höfen in Piscofesdorf" (das spätere Piesdorf ). Aus dieser Urkunde geht auch hervor, dass „jene Gegend schon früher Gott geweiht" war. Es wird daher angenommen, dass der Attergau Missionsgebiet des Bischofs Rupert von Salzburg war.

Von dem großen Brand in Piesdorf 1705 war auch die Kirche betroffen. Die Sakristei blieb erhalten und die Kirche wurde im barocken Stil wieder aufgebaut. Bekannt war die Piesdorfer Kirche durch ihre prächtige und liebliche Madonnenstatue, „die Piesdorfer Madonna" , die im Jahre 1485 geschaffen worden sein soll. 1936 brachte man die Madonna zur Restaurierung nach Gampern, wo sie dann auf der linken Kirchenseite aufgestellt wurde.

Am Pfingstmontag ist in Piesdorf um 9.30 Uhr feierlicher Gottesdienst.