Wednesday 18. September 2019

Seligsprechung Jägerstätters fand weltweite Beachtung

Die Seligsprechung des Märtyrers Franz Jägerstätter, der aus christlicher Überzeugungnicht für Hitler in den Krieg ziehen wollte, hat weltweite Beachtunggefunden. 

Papst Benedikt XVI. nahm am Sonntag beim Angelusgebetausdrücklich auf die Seligsprechung Jägerstätters Bezug. Sein Beispiel und das anderer Märtyrer sei eine Verpflichtung für alle Christen.

 

Die US-amerikanische katholische Nachrichtenagentur CNS berichtete ausführlich über die Seligsprechung Jägerstätters in Linz. Ausdrücklich wurde in dem Bericht betont, dass Jägerstätter als Märtyrer selig gesprochen wurde; das bedeute, er sei "aus Hass auf den Glauben" getötet worden. Die österreichischen Bischöfe hätten Jägerstätter als "leuchtendes Beispiel in dunkler Zeit" bezeichnet. Allerdings sei 1943 seine Entscheidung gegen den Kriegsdienst vonseinem Pfarrer, seinem Bischof und den meisten seiner katholischen Freunde nicht unterstützt worden.

 

Im CNS-Bericht wurde auch daran erinnert, dass Jägerstätter einen Fragenkatalog über die Rechtfertigung des Krieges ausgearbeitet hatte. Eine zentrale Frage sei gewesen, wieviel Gehorsam ein guterChrist den staatlichen Behörden schulde, wenn sie Dinge verlangen,die mit der Lehre des Evangeliums im Konflikt stehen.

 

Auch der mit CNS konkurrierende Pressedienst "Catholic World News"(CWN) berichtete - unter dem Titel "Jägerstätter selig gesprochen -Der Märtyrer widerstand den Nazis" - eingehend über dieSeligsprechung. CWN verwies u.a. darauf, dass Jägerstätter erklärt hatte, es sei besser für seine vier Töchter, ihren Vater als Märtyrer zu sehen denn als NS-Kollaborateur.

"Ein normaler Mensch"

 

Die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR zitierte den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Kardinal Jose SaraivaMartins, der in Linz die Seligsprechung vorgenommen hatte. Saraiva Martins habe seine Freude bekundet, dass er einen verheirateten Laien und Familienvater in das Verzeichnis der Seligen einschreiben könne. Der Kardinal habe das Wort des Florentiner Bürgermeisters Giorgio LaPira (1904-1977; auch für ihn ist ein Seligsprechungsverfahren im Gang) zitiert, dass "die Heiligkeit der Gegenwart" eine "Heiligkeit der Laien" sein werde. Der Selige Franz Jägerstätter sei ein normalerMensch der Gegenwart gewesen, so der Kardinal, mit Fehlern, eine Zeitlang sogar mit einem sehr weltlichen Lebensstil. Aber in Treue zu seiner Berufung und mit der Gnade Gottes sei Jägerstätter so weitgekommen, den Willen Gottes über alles zu stellen; nach langen inneren Kämpfen habe er ein "außerordentliches Leben des christlichen Zeugnisses" geführt. Um seiner Glaubensüberzeugung willen sei er in den Tod gegangen. Jägerstätters Weg sei "eine Herausforderung und eine Ermutigung" für alle Christen, die sich an ihm ein Beispiel nehmen könnten, um mit Konsequenz und radikalem Einsatz ihren Glauben zu leben, "wenn notwendig auch bis zur äußersten Konsequenz". "In einer Zeit wie der unseren", in der Gewissen und Bewusstsein bisweilen unter Einsatz fortgeschrittenster Technik manipuliert würden, sei das Zeugnis des Seligen Franz, "seines ungebrochene Mutes und seiner unerschütterlichen Konsequenz ein überaus wichtiges Beispiel".

 

Der deutsche Militärbischof Walter Mixa verteidigte die Seligsprechung Jägerstätters gegen Einwendungen. Der Österreicher habe schon als junger Mann "die ganze Taktik der NS-Ideologie und ihre verheerenden Kriegsfolgen" erkannt, sagte Mixa vor Journalisten in Bergisch Gladbach. Jägerstätter sei "ungeheuer mutig" gewesen und auch insofern ein Vorbild, so Mixa: "Im Grunde hätten damals alle Christen den Kriegsdienst verweigern müssen. Dann wäre das Regime machtlos gewesen".

 

Auch die Stiftung "Brandenburgische Gedenkstätten" hat die Seligsprechung Jägerstätters begrüßt. Es sei erfreulich, dass damit die konsequente Haltung Jägerstätters gegen den verbrecherischen Krieg der Nationalsozialisten und für die eigene Gewissensentscheidung Anerkennung gefunden habe, teilte die Stiftung in Oranienburg mit.

 

(Kathpress, gec)

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