Saturday 22. February 2020

Im Porträt: Valerie Pachner

In „Ein verborgenes Leben“ spielt sie die Frau an Franz Jägerstätters Seite: Valerie Pachner. Der Film hat sie geprägt – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich.

Eigentlich hatte sie vor rund vier Jahren noch gar nicht daran gedacht, als Filmschauspielerin zu arbeiten. Valerie Pachner war vor dem Casting zu „A Hidden Life“ („Ein verborgenes Leben“) noch am Residenztheater München tätig. Die Auseinandersetzung mit dem Stoff und die Begegnung mit Regisseur Terrence Malick hätten jedoch starkes Interesse geweckt und einen starken Einfluss auf sie gehabt, erzählt Pachner. „Es war für mich persönlich ein ganz wichtiges Projekt, das mich auf jeden Fall in eine neue Richtung gebracht hat.“ 


Valerie Pachner in ihrer Rolle als Franziska Jägerstätter in 'Ein verborgenes Leben'

Valerie Pachner in ihrer Rolle als Franziska Jägerstätter in "Ein verborgenes Leben." © Reiner Bajo/Filmladen Filmverleih


In „Ein verborgenes Leben“ verkörpert Pachner die Ehefrau Franz Jägerstätters, eines Landwirts aus dem oberösterreichischen St. Radegund, der aus Glaubensgründen den Dienst an der Waffe für das Nazi-Regime verweigerte und deshalb hingerichtet wurde. Tatsächlich wusste Pachner vor den Dreharbeiten nur wenig über die Geschichte Jägerstätters – auch nicht über seine Ehefrau Franziska. Die Rolle der Franziska „Fani“ Jägerstätter hatte sie jedoch schnell gereizt. 


Fasziniert war sie vor allem von Franziska Jägerstätters Kraft und Stärke. Gleichzeitig hätte sich „Fani“ durch eine gewisse Wärme und Sanftheit ausgezeichnet. „Ich hatte das Gefühl, das ist eine ganz spezielle Mischung in einer Frau“, beschreibt Pachner Franziska Jägerstätter. Jägerstätters Klarheit und Radikalität sind Charakterzüge, mit denen sich Pachner identifizieren kann. „Über manches lass ich nix kommen“, erklärt die Schauspielerin. 



Valerie Pachner stand gemeinsam mit August Diehl vor der Kamera, welcher im Film Franz Jägerstätter verkörpert.
Valerie Pachner stand gemeinsam mit August Diehl vor der Kamera, welcher im Film Franz Jägerstätter verkörpert.

Die beiden Hauptdarsteller Valerie Pachner und August Diehl © Reiner Bajo/Filmladen Filmverleih


Dass Franziska Jägerstätter eine zutiefst gläubige Frau war, wird auch im Film deutlich. „Ich mag an dem Film, dass dieser auch Menschen, die nicht religiös sind oder nichts vom Katholizismus kennen, mit dem Film was anfangen können, weil es um mehr geht, als den Glauben oder die religiöse Verankerung“, meint Pachner. Vor allem die Beziehung zwischen Franz und Franziska hätte die Schauspielerin tief beeindruckt: Ihr sei bewusst geworden, wie viel so eine Art von Liebe bewirken kann und wie sehr das für die Herausforderungen, durch die das Paar gehen musste, hilfreich war, so Pachner.


Valerie Pachners Weg in die Schauspielerei 


Geboren wurde Pachner 1987 in Wels, aufgewachsen ist sie in dem Kurort Bad Schallerbach. Ihre Großeltern waren Bauern. Die ländliche Sphäre, die in "Ein verborgenes Leben" maßgebend ist, war ihr also nicht fremd. Bereits in der Schule hatte Pachner „Darstellendes Spiel“ als Fach gewählt. Mit 16 Jahren war sie Teilnehmerin an einem Schauspielworkshop in Graz. Nach einem Jahr in Honduras nahm sie in Wien das interkulturelle Studium der internationalen Entwicklung auf und widmete sich ein paar Semestern einem Germanistikstudium. 


„Es gab nie diese bewusste Entscheidung“, erklärt Pachner – dennoch fühlte sie sich zur Schauspielerei hingezogen. Im Max Reinhardt-Seminar in Wien konnte sie schließlich ihre Leidenschaft dafür entfalten. Nach Abschluss des Studiums wurde Pachner Ensemblemitglied am Residenztheater München. Nebenbei übernahm Pachner auch erste Filmrollen. 2017 wurde sie für den Film „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ mit dem Österreichischen Filmpreis sowie der Romy als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Bei der Rolle der Franziska Jägerstätter wusste sie sofort: "Das ist genau meins."

 

Eine besondere Beziehung zwischen Franz und Franziska Jägerstätter

Eine besondere Beziehung zwischen Franz und Franziska Jägerstätter © Filmladen Filmverleih


Was Pachner an ihrem Beruf mag? „Ich finde es interessant, mich mit verschiedenen Charakteren auseinanderzusetzen und eine gewisse Liebe zu meinen Rollen zu finden – auch, wenn das Menschen sind, die nicht immer die perfektesten waren“, schildert die Künstlerin. Menschen mit Geschichten zu bewegen, das findet Valerie Pachner am Schönsten. Zweifelsohne ist auch die Geschichte Franz und Franziska Jägerstätters eine, die berührt. Darüber war sich auch das Publikum bei der Oberösterreich-Premiere des Films "Ein verborgenes Leben" am 21. Jänner 2020 einig. Erfahren Sie mehr.

 

Hören Sie auch: Valerie Pachner über ihre Liebe zum Schauspiel in "Himmel auf Erden – Geschichten aus dem Leben".

 

(uw)
 

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