Dienstag 11. Dezember 2018

Jägerstätter-Forschung: KU Linz archiviert und digitalisiert Nachlass

Brief von Franz Jägerstätter an den Patensohn Franz Huber 1936

Im Vorjahr wurde es gegründet, im Herbst 2018 hat das "Franz und Franziska Jägerstätter Institut" an der Katholischen Privat-Universität Linz ein erstes Etappenziel erreicht. Die Schriften aus dem Nachlass von Franz Jägerstätter wurden geordnet, inventarisiert, archiviert und digitalisiert.

Die Nachlass-Schenkung aus dem Haus "Jägerstätter" in St. Radegund umfasst rund 400 Briefe – davon 90 Briefe aus der Hand von Franz und 53 Briefe von Franziska an ihn, vier Hefte, lose Blätter, Aufzeichnungen aus Berlin Tegel, ein Notizbuch sowie weitere Lebensdokumente und Sammlungen. Durch die Archivierung, die vom Leiter des Forschungs-Instituts Dr. Andreas Schmoller in Zusammenarbeit mit dem Diözesanarchiv durchgeführt wird, ist eine sachgemäße langfristige Lagerung der Briefe und Schriften sichergestellt. Die Gliederung und Ordnung des Materials erfolgte gemäß der RNA (Regeln zur Erschließung von Nachlässen und Autographen). Bei der Inventarisierung der Jägerstätter-Schriften standen zwei frühere Inventarlisten als Vergleichsgrundlage zur Verfügung. Jene von Dr. Erna Putz und jene, die vom Diözesanarchiv Linz im Zuge des Vorverfahrens für die Seligsprechung Jägerstätters erarbeitet wurde. Mit der Neuinventarisierung schuf das Institut auch eine Signaturenkonkordanz. Diese ist Grundlage dafür, dass einerseits weiterhin über die bisherige Briefnummerierung von Erna Putz auf das Material zugegriffen werden kann und andererseits eine Transparenz zwischen alter und neuer Ordnung gegeben ist. Diese ist schließlich für die Zitierbarkeit und weitere Jägerstätter-Forschung ausschlaggebend.

 

In über 1400 hochauflösenden Scans wurden vom Briefbestand sowie von den Lebensdokumenten auch digitale Faksimile hergestellt, die Grundlage für die anstehende Arbeit des Instituts sind. Jetzt geht es an die formale elektronische Erschließung des Bestandes. Diese wird das Institut sowie zukünftige ForscherInnen wesentlich an die Edition und inhaltliche Analyse der Schriften heranführen.

 

Dr. Andreas Schmoller, Leiter des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts an der KU Linz, digitalisiert und archiviert den Nachlass Franz Jägerstätters.
Brief von Franz Jägerstätter an den Patensohn Franz Huber 1936
Brief von Franz an Franziska Jägerstätter 1940.

© KU Linz / Eder

 

 

Das Franz und Franziska Jägerstätter Institut

 

 Aufgabe des an der Katholischen Privat-Universität Linz errichteten Forschungs-Instituts ist die Archivierung, wissenschaftliche Editierung und Literaturdokumentation der bisher geleisteten und gesammelten Arbeit sowie die Sammlung der internationalen Jägerstätter-Rezeption. Die Biografie und das Selbstverständnis von Franz und Franziska Jägerstätter sollen erforscht werden. Im Rahmen der Franz und Franziska Jägerstätter Gedenkarbeit gilt es, Impulse für eine pädagogische und didaktische Umsetzung zu erarbeiten sowie – in Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Initiativen, Einrichtungen und wissenschaftlichen Institutionen – Hilfestellung zur Gestaltung von Gedenk- und Lernorten zu leisten. Ein weiteres Anliegen ist die Erforschung ähnlicher und weiterer Zeugnisse im NS-Widerstand, der sozial- und frömmigkeitsgeschichtlichen Kontexte, der politischen und sozialethischen Zusammenhänge sowie der Milieudynamiken und Politikstrategien jener Zeit.

 

Weitere Infos: Franz und Franziska Jägerstätter Institut

 

Mag. Dr. Andreas Schmoller

Dr. Andreas Schmoller leitet das Franz und Franziska Jägerstätter Institut an der KU Linz.© Leo Neumayr

 

Hermine Eder | KU Linz

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