Sonntag 22. Juli 2018

Sie wurde zum Segen für viele: 5. Todestag von Franziska Jägerstätter

Am 16. März 2018 jährt sich der Todestag von Franziska Jägerstätter, der Witwe des Seligen Franz Jägerstätter, zum fünften Mal. Bischof Scheuer in einer Predigt: „Wir verdanken ihr in gewisser Weise Franz Jägerstätter.“

Franziska Jägerstätter ist am 16. März 2013 um 23.00 Uhr im Kreise ihrer Familie verstorben. Noch wenige Tage davor, am 4. März 2013, hatte die Ehefrau des Seligen Franz Jägerstätter mit großer Freude ihren 100. Geburtstag gefeiert.

 

Franziska Jägerstätter heiratete ihren Mann Franz im Jahr 1936, das Paar bekam drei Mädchen: Aloisia, Maria und Rosalia. Franz Jägerstätter, geboren am 20. Mai 1907 in St. Radegund, war Bauer und Mesner. Als entschiedener Gegner sagte er Nein zum Nationalsozialismus und zum Krieg. Er wurde als Kriegsdienstverweigerer wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg-Görden hingerichtet.

 

Die Innviertlerin Franziska hat ihren Mann um 70 Jahre überlebt. Franziska war ihrem Franzl über die Jahrzehnte sehr eng verbunden und übersetzte mit ihrem Leben die Botschaft des Seligen in die heutige Zeit hinein. Es war zeitlebens ihr Wunsch, ihren geliebten Gatten wiederzusehen. „Es war ein langer Karfreitag. Aber ich denke, dass ich jetzt schon näher an Ostern bin“, gab sie manchmal zur Antwort.

 

Kardinal Christoph Schönborn, der Franziska Jägerstätter mehrmals begegnet war, meinte am Karfreitag 2015: „Je älter sie wurde, desto leuchtender ihr Gesicht, wenn sie an 'ihr Ostern' dachte, das Wiedersehen mit Franz.“ Ihr strahlendes Lächeln sei für ihn der Beweis gewesen, „dass auch in einem 'langen Karfreitag' schon die Freude des Ostermorgens durchscheinen kann“, schrieb der Kardinal. Lange galt Jägerstätter als Schandfleck, weil Kriegsdienstverweigerung für unehrenhaft und feig gehalten wurde. Seine Witwe erhielt lange keine Kriegswitwenrente. Auch Franziska stand unter Kritik, weil sie, so die landläufige Meinung, ihren Gatten nicht von seiner Entscheidung abgehalten habe und deshalb mitschuldig an seinem Tod sei. Die ersten zwanzig Jahre nach dem Krieg waren für Franziska Zeiten der Ausgrenzung, der Verachtung und der Armut. Anfeindungen gab es bis zuletzt.

 

Dr. Manfred Scheuer, damals noch Bischof von Innsbruck, beschrieb in einer früheren Predigt Franziska Jägerstätter: „Auch und gerade seine Frau Franziska hat der Brief Christi erreicht. Wir verdanken ihr in gewisser Weise Franz Jägerstätter. Sicher war es sein ureigener Weg in der Einsamkeit seiner Gewissensentscheidung. Und doch: Sie war zunächst religiös die Aktivere; sie hat die Melodie Gottes in sich aufgenommen. So ist für Franz der Wille Gottes auch durch Franziska vermittelt worden. Wenn sie nicht zu ihm gehalten hätte, dann hätte er niemanden gehabt. Sie war wichtig für ihn, dass er so geworden ist.“

 

Franziska Jägerstätter

Ein gütiges, strahlendes Lächeln: Franziska Jägerstätter. © Diözese Linz

 

Die Seligsprechung von Franz Jägerstätter am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom fand weltweite Beachtung. „Man kann schon sagen, dass ich stolz auf ihn bin“, sagte die damals 94-jährige Franziska Jägerstätter über ihren Franzl. 

 

Franziska Jägerstätter wurde am Samstag, 23. März 2013 in der Grabstätte ihres Mannes neben Franz in St. Radegund beigesetzt. Am Freitag 22. März  2013, einen Tag vor dem Begräbnis von Franziska Jägerstätter in St. Radegund, war im Linzer Mariendom ein Requiem für die verstorbene Gattin des Seligen Franz Jägerstätter gefeiert worden.

 

Zur Biografie von Franziska Jägerstätter

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