Tuesday 13. April 2021

30. April - Tag der Arbeitslosen

 

 

Wir laden Sie dazu ein in dieser besonderen Zeit, die durch die Corona bedingten Einschränkungen so stark das Leben in der Pfarre prägt, auch das Augenmerk auf die Situation arbeitsloser Menschen lenken.

 

 

 

 

Die monatlichen Zahlen arbeitsloser Menschen sind die höchsten, die jemals aufgezeichnet werden mussten, im Vergleich zum Vorjahr sind es nun um 120.000 Menschen mehr. Hinzu kommen noch zahlreiche Einzel- oder KleinunternehmerInnen, die keine Arbeit und auch kein Einkommen haben. Besonders getroffen von den Folgen der Krise sind Frauen sowie junge und langzeitarbeitslose Menschen.

 

arbeitslose junge Frau

© shutterstock

 

Bereits vor der Krise waren über 400.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Viele von ihnen konnten oftmals die enorm gestiegenen Erwartungen der Betriebe nicht erfüllen. Aktuell sind beim AMS deutlich weniger offene Stellen gemeldet, die Arbeitssuche ist noch schwieriger geworden.
Große finanzielle Einbußen bis hin zur Existenzgefährdung belasten die betroffenen Menschen. Unsicherheit in der Kurzarbeit, Zukunftsängste durch die aktuelle Arbeitslosigkeit oder die Aussichtslosigkeit bei langer Arbeitssuche bedrücken die Seele.


Wir haben in unserer aktuellen und auch in der letzten Ausgabe unserer Zeitschrift „info“ zwei Lebensgeschichten beschrieben. Darin sind ganz konkrete Erfahrungen von Beschämung - etwa beim Arztbesuch - und von Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche beschrieben, aber auch von Unterstützung, und letztendlich die Freude über den neuen Arbeitsplatz.
Die Erwerbsarbeit ist so ein zentraler Faktor für die Identität der Menschen, es entsteht ein großes Loch, wenn die Arbeitslosigkeit zuschlägt. Es gibt kaum jemanden, der oder die nicht arbeiten will. Oft geht es um‘s nicht arbeiten können, weil es konkrete Hindernisse gibt. 

 

arbeitsloser Mann

© shutterstock

 

Was kann in den Pfarren konkret getan werden?

  • Die Wahrnehmung schärfen, Augen, Ohren, Herzen öffnen, in pfarrl. Gremien oder im Dekanatsrat die Situation arbeitsloser Menschen thematisieren oder Arbeitslosigkeit generell, als Einstieg in die Diskussion etwa ein Artikel aus der Zeitung „info“ der Arbeitslosenstiftung als Einstieg.
     
  • Der Sprachlosigkeit (beiderseits) entgegenwirken, Arbeitslosigkeit sichtbar machen, sensibel mit Betroffenen reden und ihre Lage thematisieren.
     
  • Dem Rückzug arbeitsloser Menschen entgegenwirken, auf Betroffene zugehen, Begleitung anbieten z. B. zu Terminen beim AMS, Tipps für die Gestaltung der Bewerbung oder des Lebenslaufs.
     
  • Vernetzung der Pfarre mit regionalen Unterstützungseinrichtungen, die arbeitslose Menschen betreuen oder ein Gespräch mit der regionalen AMS-Leitung. Die Arbeitslosenstiftung, die KAB oder die Betriebsseelsorge in den Treffpunkten mensch&arbeit www.mensch-arbeit.at unterstützen gerne dabei.
     
  • Ein eigenes Projekt in der Pfarre oder im Dekanat entwickeln, bei Bedarf mit Unterstützung dersolidarische Hände Arbeitslosenstiftung, wir kommen ein paarmal und überlegen gemeinsam eine Aktion, ein Projekt, das in einem überschaubaren Zeitraum umgesetzt werden kann.
    Zum Beispiel
    • lokale Paten- oder Lotsenmodelle für die Begleitung arbeitsloser Menschen
    • lokale „Jobbörsen“ mit offenen Stellen der Betriebe in der Pfarre 
    • Erzähl-Cafes als Treffpunktangebot
       
  • Einen Gottesdienst zum Tag der Arbeitslosen – 30. April oder zum Tag der Arbeit – 1. Mai gestalten oder das Anliegen einbauen. Wir haben einen Predigtvorschlag samt Fürbitten von Sozialethikprofessor Christian Spieß und einen Vorschlag für das Kyrie mit konkreten Bespiele aus der Arbeitswelt von KAB Referentin Elisabeth Zarzer beigelegt.
     
  • Eine Kollekte kann der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung gewidmet werden, dafür ist die Zustimmung des Ordinariats erteilt.
     
  • Die Arbeitslosenstiftung vergibt einen Weiterbildungszuschuss bis zu € 800,- für arbeitslose Menschen, wenn öffentliche Förderungen nicht reichen. Falls pastorale MitarbeiteInnen Kontakt zu arbeitslosen Menschen haben und eine Einschätzung über die Zielsetzung der Weiterbildung und die persönliche finanzielle Lage abgeben, kann die Arbeitslosenstiftung diese Unterstützung gewähren.
     
  • Weitere Exemplare unserer Zeitung „info“ oder Folder senden wir gerne zu. Wir informieren Sie auch über die aktuellen Zahlen arbeitsloser Menschen in der Gemeinde oder der Region. Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit, zu Lebenslagen arbeitsloser Menschen, zu unserer Tätigkeit finden Sie auf  www.arbeitslosenstiftung.at 

Downloads:

Gottesdienstgestaltungsvorschlag

Begleitbrief Pfarren

 

Elisabeth Zarzer

 

Das Kyrie wurde verfasst von Mag.a Elisabeth Zarzer, Referentin der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung OÖ.

© mensch&arbeit/Leitner

 

 


Univ.-Prof. Dr. Christian Spieß

 

Predigt und Fürbitten wurden verfasst von Univ.-Prof. Dr. Christian Spieß, Institut für Christliche Sozialwissenschaften, Katholische Privat-Universität Linz.

© Diözese Linz/Appenzeller

 

 

 

Hinweis: Berücksichtigt wurde die Leseordnung für den vierten bis sechsten Sonntag der Osterzeit im Lesejahr B, die jeweils Lesungen aus der Apostelgeschichte und dem ersten Johannesbrief sowie das Johannesevangelium vorsieht.

Bischöfliche Arbeitslosenstiftung
Domgasse 3
4020 Linz
Telefon: +43 732 781370
Telefax:+43 732 781370-4
arbeitslosenstiftung@dioezese-linz.at
DVR: 0029874(10312)
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Diözese Linz

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