Donnerstag 24. Januar 2019

Christi Himmelfahrt

... und eine Wolke nahm ihn auf!

Am 40. Tag nach Ostern feiern Christinnen und Christen aller Konfessionen dieses Hochfest - zieht sich Christus gar in den Himmel zurück oder ist das ein neuer Anfang?

Doch was steht überhaupt im Zentrum dieses Festes? Jesu Aufstieg zu seinem Vater in den Himmel.

 

Das Fest Christi Himmelfahrt rückt die letzte Begegnung Jesu mit seinen Jüngern in den Mittelpunkt - nach dieser Begegnung "wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apg 1,9) - Diese Himmelfahrt beendet die Erscheinungen Jesu und die Aufnahme in die Wolke versinnbildlicht seinen endgültigen Eintritt in die Herrlichkeit Gottes.

 

Was hat das dann noch mit uns heute zu tun - ein Himmel auf Erden?

 

Der Himmel ist bis heute Symbol des Transzendenten, Erhabenen, Unendlichen geblieben. Was heißt Himmel dann für uns - heute? Das Englische kann uns eine Idee vermitteln, weil es im Unterschied zum Deutschen zwischen "sky" und "heaven" unterscheidet: "sky" ist der äußere, der geographische Himmel der Natur, "heaven" dagegen der innere, der spirituell gemeinte Himmel, Gott selbst, und dieser ist überall und nirgends.

 

Und so betont gerade dieses Fest die bleibende Gegenwart Christi in der Gemeinde - auch nach seiner Himmelfahrt. Oder wie es Peter Spichtig so schön schreibt: "Nichts wäre irriger zu meinen, Christus ziehe sich durch seine Himmelfahrt in den verdienten Ruhestand zurück. Sein Gang zum Vater ist vielmehr ein Anfang."

 

Hat Christi Himmelfahrt dann nicht auch eine Botschaft für uns? Gott ist unsichtbar, allgegenwärtig. Christus wirkt schon jetzt "vom Himmel her" - selbst wenn vielleicht noch nicht "Himmel auf Erden" ist… im Gabengebet zum Tag beten wir aber darum, "dass wir uns über das Irdische erheben und suchen, was droben ist" und Christus hilft uns dabei, denn er hat seine Spuren hinterlassen, denen wir folgen können. Bis dahin, wo er schon ist - und wozu alle berufen sind.

 

Vom fünfzigtägigen Osterfest zu entschwebenden Christusfiguren

 

Christi Himmelfahrt wurde zunächst zusammen mit der Sendung des heiligen Geistes als Teilaspekt des fünfzig Tage währenden Osterfestes gefeiert. In der Apostelgeschichte heißt es: "Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen" (Apg 1,3) - ein Verweis auf die bedeutungsschwere Zahl vierzig, die auf einen Abschluss hinzielt, wenn man an die vierzigtägige Fastenzeit Jesu in der Wüste als Vorbereitung auf sein öffentliches Wirken denkt.

 

Das Gedächtnis der Erhöhung Christi ist eines der ältesten christlichen Feste - bis ins vierte Jahrhundert wurde die Himmelfahrt Jesu auch zu Pfingsten gefeiert, erst dann entwickelte es sich zu einem eigenständigen Fest.

 

Und dieses eigenständige Fest wird nun stets an einem Donnerstag, neun Tage vor Pfingsten gefeiert - diese neun Tage bis Pfingsten werden als Vorbereitungszeit auf Pfingsten betrachtet, in denen um die Gabe des Heiligen Geistes gebetet wird.

 

In einigen Pfarren im deutschsprachigen Raum wird bis heute ein besonderes Brauchtum gepflegt: die Pfarrgemeinden sehen einen durch eine Öffnung der Kirchendecke - das "Heiliggeistloch" - zum Himmel schwebenden Christus, ursprünglich wohl zur Veranschaulichung des Festgeheimnisses gedacht. 

 

Quellenangabe:
Katholische Kirche in Oberösterreich (Hrsg.) (o.A.): aufdanken - Gott in der Zeit des Menschen. Linz: Eigenverlag. URL: www.aufdanken.at [Stand: 05/2015]
Pressestelle der Diözese Gurk (2013): Christi Himmelfahrt: Engeltanz und Himmelfahrt zum Anschauen. URL: http://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/newsdetail/C2488/christi_himmelfahrt_engeltanz_und_himmelfahrt_zum_anschauen1 [Stand: 05/2015]
Spichtig, Peter: Christi Himmelfahrt. Erhöhung Christi und - hoffentlich - des Menschen. In: Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz. URL: http://www.liturgie.ch/liturgieportal/kirchenjahr/osterzeit/194-christi-himmelfahrt [Stand: 05/2015]

 

(sp)

Zum Nachdenken
Lichtquelle. © Roland Lengauer

 

Das Kirchenjahr mit seiner immer erneuten Vergegenwärtigung und Darstellung des Lebens Christi ist das größte Kunstwerk der Menschen; und Gott hat sich dazu bekannt und gewährt es Jahr für Jahr, schenkt es in immer neuem Licht, als begegnete es einem zum ersten Mal.

(Jochen Klepper)

aus dem Behelfsdienst
Farben und Symbole
Weiße Blüte mit hellem Hintergrund.

Weiß

Farbe des Lichtes und der Freude

An Hochfesten wie Weihnachten und Ostern, an Herrenfesten wie Fronleichnam und Christkönig sowie zu Marienfesten anderen Nicht-Märtyrerfesten wird die Farbe Weiß getragen - gegebenenfalls kann sie allerdings auch durch die besonders festlichen Farbvarianten Gold oder Silber ersetzt werden.

Asche

Asche

Zeichen der Vergänglichkeit

Sonnenstrahlen aus Tau.

Grün

Farbe der Hoffnung, des Lebens und des Wachstums

Grün gilt als Farbe der Hoffnung, des Lebens und des Wachstums, auch im Glauben. Als liturgische „Alltagsfarbe” wird Grün bei allen Gottesdiensten im Jahreskreis getragen, wenn keine andere liturgische Farbe vorgeschrieben ist.

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