Visionsklausur
Am Beginn stand eine Bibelstelle aus dem ersten Buch Samuel (1 Sam 3,1–10): die Berufung des jungen Samuel. „Rede, Herr, denn dein Diener hört.“ Dieses Wort zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Tag. Es ging darum, einander zuzuhören und gemeinsam wahrzunehmen, wohin Gott unsere Kirche führen möchte.
Das aufmerksame Zuhören wurde gleich zu Beginn bei einem Spaziergang in Dreiergruppen eingeübt. Dabei tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über persönliche Fragen aus: Wie begann mein ehrenamtliches Engagement in der Kirche? Wer ist Gott für mich? Wann habe ich Inspiration durch den Heiligen Geist erlebt?
Begleitet wurde der Tag aus einem Team der Di özese: Bernadette Hackl, Tobias Renoldner und von Sonja Höhenberger. Sonja erinnerte an die Leitlinien der Diözese Linz, die für die zukünftige Pfarre Orientierung geben: Solidarität, Spiritualität, Qualität und die Nähe zu den Menschen.
In einem kreativen und intensiven Arbeitsprozess näherten sich die Gruppen anschließend der Frage nach Sinn und Auftrag der zukünftigen Pfarre. Ausgangspunkt waren Fragen wie: Was braucht die Welt? Was können wir als Kirche gut? Wovon sind wir überzeugt? Ziel war es, einen Satz zu formulieren, der den Auftrag der Kirche in unserer Region ausdrückt.
Die Ergebnisse wurden auf vielfältige Weise präsentiert: mit biblischen Figuren, in einem Legebild, mit Bausteinen, in einem kleinen Musik- oder Theaterstück, mit Bildern aus Seidenpapier oder auf geschwärzten Dias. Diese Vielfalt zeigte eindrucksvoll, wie kreativ und engagiert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Tag mitgearbeitet haben.
Beim abschließenden Blitzlicht wurde vielfach das gute Miteinander hervorgehoben. Die positive Atmosphäre und das gegenseitige Vertrauen wurden als wichtige Grundlage für den weiteren Weg zur neuen Pfarre Strudengau erlebt.
Wie geht es nun weiter? Mit den Ergebnissen der Klausur arbeitet das Kernteam – die Steuerungsgruppe des Prozesses – weiter und bereitet den nächsten gemeinsamen Schritt vor. Das nächste Treffen auf Ebene der künftigen Pfarre findet am Freitag, 12. Juni 2026, von 15 bis 20 Uhr statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Inhaltlich wird es dabei um das Pastoralkonzept und damit um die zukünftigen Schwerpunkte der Seelsorge gehen.
Aus den zehn Pfarrgemeinden wird schließlich mit 1. Jänner 2027 die neue Pfarre Strudengau errichtet. Die Leitung übernimmt der designierte Pfarrvorstand mit Pfarrer Dr. Paulinus Anaedu, Pastoralvorstand Mag. Michael Kammerhuber sowie der Verwaltungsvorstand Alfred Lengauer.