Sozialraumorientierte Pastoral
Etwa die Hälfte meiner Anstellung seit 1. 3. 2024 ist dem Projekt „Zugezogenen-Pastoral“ gewidmet. Dieses startete im Herbst 2019 ausgehend von folgenden Zielen:
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„Klassische Integration“ in die Pfarre: Hausbesuche, Willkommensbesuche, Glückwünsch zum Kind (viele junge Familien ziehen zu), Aufbau von Kontakten zur Pfarre, aufmerksam machen auf pfarrliche Angebote (Feste, Sakramente, Kindergarten, usw. …)
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Darüber hinaus: Hinhören und Hinschauen auf die seelsorglichen und praktischen Bedürfnisse der Menschen, Entwicklung eines speziellen, niederschwelligen Angebotes für Neuzugezogene, innovative Ideen für Vergemeinschaftung und das Leben von gemeinsamen Werten heute (Pichling hat kein Gemeindezentrum und wenig Strukturen, wo sich Menschen leicht begegnen können – da ist Kirche besonders gefordert, einen Beitrag zu leisten)
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Dialog mit „Kritischen“: Viele Neuzugezogene sind zur Kirche distanziert oder aus der Kirche ausgetreten. Hier eine Brücke schaffen, um noch in Kontakt bleiben zu können.
Regionale Schwerpunkte waren die Pfarrgemeinden Pichling, Ebelsberg und solarCity, also der heutige Pastoralraum Ebelsberg.
Es erfolgten verschiedene Versuche u. a. mit Wohnungsgenossenschaften in Kontakt zu kommen, Räume rund um die Pfarrgemeinde zu attraktiveren (immer mit Wegweisern hin zu den Pfarrgemeinden) sowie auf Neugezogene insgesamt zuzugehen. An den Bemühungen beteiligt waren auch einige Ehrenamtliche aus den Pfarrgemeinden. Vor allem durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie konnten einige Vorhaben nur in sehr reduzierter Form oder überhaupt nicht umgesetzt werden. Mit der beruflichen Weiterentwicklung der involvierten Seelsorger*innen, die nun in anderen Pfarrgemeinden tätig sind, gingen auch erste Stufen der Vertrautheit mit Vertreter*innen verschiedener Ansprechinstitutionen in einem hohen Ausmaß verloren bzw. wurden manche Vorhaben abrupt beendet.
Mit dem Beginn meiner Anstellung wurden in der initialen Recherche schnell viele Bezugspunkte zur sozialraumorientierten Pastoral deutlich. Diese hat eine umfassendere Definition (siehe folgende Seite) und setzt u. a. auch auf die Nutzung von AndersOrten sowie Maßnahmen, die an öffentlichen Plätzen umgesetzt werden. Gleichzeitig können einige Ideen und Impulse aus der Zeit der Neuzugezogenen-Pastoral sich in neuer Form wieder zeigen, können gemachte Erfahrungen genutzt werden.
Noch ein wichtiger Hinweis: Einige der beschriebenen Tätigkeiten und Projekte haben ihren Ausgangs-, Dreh- und Angelpunkt in der Seelsorgestelle Elia.
Christian F. Freisleben
Sozialraumorientierte Pastoral