Hoffnung wider die Hoffnung: Glauben im KZ Gusen
Im Rahmen des Rundgangs durch das ehemalige Konzentrationslager Gusen erhielten die Besucher:innen einen Einblick in die vielfältige Bedeutung des religiösen Glaubens für die dort inhaftierten Menschen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle Glaube in einer von Gewalt, Vernichtung und Entmenschlichung geprägten Umgebung spielen konnte.
Anhand von Biografien und historischen Quellen wurde deutlich, dass Glaube für manche Häftlinge Hoffnung und ein Zeichen der Solidarität bedeutete und in einzelnen Fällen auch eine Form des inneren Widerstands darstellte. Gleichzeitig wurden Zweifel, Verzweiflung und der Verlust des Glaubens angesichts der erlittenen Erfahrungen thematisiert. Der Rundgang machte so die unterschiedlichen religiösen und existenziellen Erfahrungen im Lager sichtbar und regte zur persönlichen Auseinandersetzung mit Glaubensfragen unter extremen Bedingungen an.