Pfarrlicher Pastoralrat: Das kleine Parlament der Pfarre Steyr
STEYR (16.4.2026) Der Pfarrliche Pastoralrat (PPR) ist das oberste Gremium der Pfarre Steyr und eine Art kleines Parlament. Am vergangenen Donnerstag (9. April) trafen sich die mehr als 40 Mitglieder im Pfarrsaal in Garsten, um sich auszutauschen und über wichtige Entwicklungen zu informieren. Helmut Eder erzählte aus seinem Alltag in der Gefängnisseelsorge: „Zentral ist die Zusage der unverlierbaren Würde“ an die Menschen im Forensisch-therapeutischen Zentrum (FTZ) Garsten.
Liebevolle und weniger liebevolle Anteile
Wenn Helmut Eder in die frühere Justizanstalt geht, um dort die strafgefangenen Menschen zu besuchen, braucht er keinen missionarischen Anspruch, denn „Jesus ist schon da“. Und das in mehrerlei Hinsicht. Es gehe dort viel um Vergebung und darum, um Entschuldigung zu bitten, denn der Alltag bringe die Themen Schuld und Schuldgefühl mit sich. Auch die Versuchung, Sucht und Destruktivität seien an der Tagesordnung. Eder verwies auf die „Unterscheidung der Geister“ nach Ignatius von Loyola. „Jeder Mensch hat gute, liebevolle und böse, weniger liebevolle Anteile. Ich erlebe exemplarisch, wo das Menschsein kippen kann.“ Rituale, Beichte und Eucharistie helfen bei Neustart und beim Bilden von Gemeinschaft.
Das FTZ ist für Eder „ein wichtiger Ort der Gottespräsenz.“ Er gebe nicht nur etwas von sich her, sondern bekomme auch etwas zurück, betonte er und beschrieb das FTZ auch als „spannenden Lernort“. Derzeit sind zwei hauptamtliche Seelsorger mit insgesamt 35 Stunden vom Bundesministerium für Justiz beauftragt für die katholische Seelsorge im FTZ Garsten. Jeden Donnerstagnachmittag wird allen Strafgefangenen ein Gottesdienst angeboten. Anfang Jänner gestalten die Sternsingerinnen und Sternsinger den Gottesdienst musikalisch. All das bringt Gott und die Menschen wieder ein Stück näher zusammen.
Der Pfarrliche Pastoralrat
Die Pfarre in der neuen Struktur der Diözese Linz wird vom Pfarrvorstand, einem Trio, geleitet, dem Pfarrer, dem Pastoralvorstand und dem Verwaltungsvorstand. Der Pfarrliche Pastoralrat ist danach in der neuen Struktur der Diözese Linz das höchste Gremium einer Pfarre, vergleichbar mit einem kleinen Parlament. Er setzt sich aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Pfarre zusammen. Idealerweise sind alle Pfarrteilgemeinden, alle Seelsorgenden, kirchlichen Orte und weitere Ämter und Funktionen vertreten. Inhalt des PPR ist, „das gesamte pastorale und missionarische Handeln in der Pfarre zu fördern“ (Statut und Geschäftsordnung, 2024, §1). Eine Grundlage der Arbeit im PPR liefert auch die Abstimmung des Pastoralkonzepts.
Es gibt stimmberechtigte Mitglieder und Gäste. Laut Statut bilden der Pfarrer als Vorsitzender, die Pastoral- und Verwaltungsvorstände sowie der oder die ehrenamtlich gewählte Obmann/frau und dessen/deren Stellvertretung die Geschäftsführung. Der PPR trifft sich mindestens zweimal im Jahr. Die Sitzungen verlaufen moderiert und entlang der jeweils festgelegten Tagesordnungen ab. Es können Anträge gestellt und Beschlüsse gefasst werden. Zudem werden Mitglieder und Gäste eingeladen, aus ihrem Alltag zu erzählen und ihre jeweilige Tätigkeit vorzustellen. Auch das ermöglicht ein gegenseitiges Kennenlernen. Weitere Themen sind etwa die Lange Nacht der Kirchen und Beratungen über zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Pfarrteilgemeinden.
(Infos: www.dioezese-linz.at/steyr)