Allerheiligen
Gräber, Blumen, Kerzenlichter,
Raureif, Kränze, ein Gesteck,
verblichen sind schon manch Gesichter,
frisch ein Grab mit Erd bedeckt.
Heiligen wird heut gehuldigt,
Menschen aus der anderen Welt,
Kinder stehen ungeduldig,
ein paar Lichter noch gestellt.
Wir der Ahnen auch gedenken,
einem Kind, das zu früh starb,
Trauernden den Beistand schenken,
einsam leer so manches Grab.
Namen viele zu bewahren,
niemand weiß, wohin man geht,
rückwärts schauen zu den Ahnen,
jetzt vor ihren Erden steht.
Viele Lieder und Gebete,
für die Liebsten, die schon fort,
Gräber, so wie Blumenbeete,
schön geschmückt der letzte Ort.
Wir vielleicht schon morgen gehen,
dort hinüber, wo das Licht,
und nicht mehr bei Gräbern stehen,
man für uns den Segen spricht.
Weihend Wasser mit den Zweigen,
und ein Kreuz und ein Gebet,
Kinder auf die Bilder zeigen,
und ein Wind das Laub verweht.
Heute bei den Gräbern stehen,
und die Ahnen bei uns sind,
und die vielen Namen sehen,
die noch nicht vergessen sind.
Mit den Blumen, vielen Lichtern,
sind wir ihnen ein Geschenk,
spiegeln uns in den Gesichtern,
und sind ihrer eingedenk.
verblichen bald schon manch Gesichter,
©Ingonda Lehner, 2026