Martinsfest am 14. Nov.
Der Hl. Martin von Tours
Als unser Pfarrpatron ist er uns besonders vertraut. Mit Laternen ziehen die Kindergartenkinder durch die Dunkelheit, allen voran ein Reiter mit Pferd, der den Heiligen Martin darstellen soll. Das ist mehr als nur traditionelles Brauchtum. Wir tun das, weil wir diese Zeichen brauchen.
Die Lichter am Martinsfest verweisen uns auf Christus, den auferstandenen Herrn. Sie brennen Ihm zu Ehren, weil Er das Licht des Glaubens in unsere Welt gebracht hat, das Licht der Hoffnung auf ein ewiges Leben und das Licht der Liebe, das den heiligen Martin nicht nur berührte, sondern entzündete.
Die wohl bekannteste Geschichte aus seinem Leben erzählt vom Mantel, den er geteilt hat. Viele wissen nicht, dass Martin zu diesem Zeitpunkt noch kein Christ war, sich aber intensiv mit Jesus Christus, beschäftigte, der auch den Einsatz für die Armen und Benachteiligten forderte. Martin muss es wohl gewusst haben, dass der Mantel, den er teilte, ihm als Soldat gehörigen Ärger einbringen wird. Denn der Mantel ist gar nicht sein Eigentum, er gehört dem Kaiser, ist eine Leihgabe an ihn, als Soldaten im Dienste des Kaisers.
Doch Martin weiß auch um das Versprechen Jesu: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder (und Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.“ Nachts im Traum erscheint ihm Jesus und stellt sich ihm als der Bettler vor, mit dem er den Mantel teilte.
Und so wird Martin zum barmherzigen Samariter, noch vor seiner Taufe, die ihn einige Zeit später zu einem neuen, anderen Leben in der Nachfolge Christi ruft. Er verlässt das Militär und wird Ordensmann, zieht sich zunächst einmal in die Einsamkeit als Eremit zurück, um möglichst viel Zeit für Gott zu haben, den er immer besser kennen lernen will. Doch sein Ruf und seine weisen und klugen Ratschläge lassen seine einsame Hütte zu einem Ort der Begegnung werden, wo viele hinkommen, um den Mann Gottes in ihren Sorgen und Nöten um Rat und Hilfe zu bitten. So kommt es, dass sie Martin von Tours zu ihrem Bischof machten und schon zu Lebzeiten als einen Heiligen verehrten, einen der für das Licht Gottes durchsichtig geworden ist, der Gottes Licht der Liebe an Menschen weiterschenkt.
Sein Beispiel soll uns daran erinnern, dass auch wir dazu berufen sind, Licht zu sein und als Kinder des Lichtes zu leben. Kindergartenkinder haben das beim Martinsfest einmal sehr treffend formuliert:
Gottes Licht strahlt nicht allein,
wir müssen helfen, groß und klein.
Ich und du, wir gehören dazu.