Wissenswertes über Reliquien
Die Heiligen sind Vorbilder im Glauben und zeigen, wie Gott im Leben von Menschen wirkt. Ihre Reliquien erinnern an dieses Wirken Gottes und machen es für uns greifbar. Denn Gott handelt manchmal durch materielle Dinge, um uns zum Ewigen zu führen. Dabei gilt: Wenn wir Reliquien verehren, beten wir weder die Objekte an, noch vergöttern wir die Heiligen. Vielmehr würdigen wir die Heiligen als Menschen, die Gott besonders nahe sind und uns als Fürsprecher begleiten. Die Verehrung stärkt unseren Glauben und ermutigt uns, ihrem Beispiel zu folgen.
Biblische Hinweise (Apg 19,11-12):
Auch ungewöhnliche Wunder tat Gott durch die Hand des Paulus. Sogar seine Schweiß- und Taschentücher, die er auf der Haut getragen hatte, nahm man weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten und die bösen Geister fuhren aus.
WAS sind Reliquien?
Reliquien sind Überreste von Heiligen oder Gegenstände, die mit ihnen in Verbindung stehen. Sie werden in der Kirche besonders geehrt, weil sie an das Leben und den Glauben der Heiligen erinnern und als sakramentale Zeichen helfen, Gottes Wirken im Alltag erfahrbar zu machen. Sie unterscheiden sich von den sieben Sakramenten dadurch, dass sie nicht direkt von Christus eingesetzt wurden, sondern durch die Fürbitte der Kirche wirken und auf den Empfang der Sakramente vorbereiten sollen. (Beispiele: Segnungen von Personen/Häusern/Fahrzeugen, Weihen von Kirchen/Kräuterbuschen/Asche, Gebete und feierliche Handlungen wie die christliche Beerdigung)
Man unterscheidet drei Arten von Reliquien:
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Erste Klasse: Teile des Körpers eines Heiligen (zB Knochen, Haare, Blut oder Zähne)
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Zweite Klasse: Gegenstände, die ein Heiliger zu Lebzeiten verwendet hat (zB Kleidung, Kreuz, Gebetsbuch oder persönliche Dinge)
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Dritte Klasse: Dinge, die eine Reliquie berührt haben (zB ein Stoffstück, das an eine Reliquie gehalten wurde)
Die Junge Kirche hat eine Reliquie erster Klasse beantragt.
Reliquien werden meist in besonderen Behältern (Reliquiaren), aufbewahrt und in Kirchen ausgestellt. Sie erinnern an das Wirken der Heiligen und ermutigen dazu, ihrem Glaubensvorbild zu folgen.
WO finden wir als Katholiken Reliquien vor?
Reliquien befinden sich vor allem in Kirchen, Kapellen, Klöstern und auf Friedhöfen. Sehr häufig sind sie im Altar eingelassen oder werden in besonderen Behältern (Reliquiaren) an geeigneten Orten in Kirchen aufbewahrt. Der Altar hat dabei eine besondere Bedeutung: In den ersten Jahrhunderten feierten Christen die Eucharistie oft an den Gräbern von Märtyrern. Diese galten als starke Glaubenszeugen und Fürsprecher. Deshalb besteht bis heute die Tradition, Reliquien im Altar zu bewahren – ein Zeichen der Verbundenheit mit den Heiligen. Auch der Altarkuss des Priesters zu Beginn der Messe erinnert an diese Verbindung.

Referenz: Reliquie Carlo Acutis in der Pfarre Zwettl
Die Pfarre Zwettl hat seit November 2025 eine Reliquie des heiligen Carlo Acutis. Diese ist neben einem Seitenaltar ausgestellt, wo Gläubige beten können. Zusätzlich stehen Folder zur freien Entnahme bereit, und persönliche Gebetsanliegen können aufgeschrieben werden. Im Gespräch berichtete Kaplan Manuel Sattlberger von einem Ehepaar, das eigens ein Wochenende in Zwettl verbrachte, um dort auf die Fürsprache des heiligen Carlo zu beten. Er betonte auch ein Zitat aus dem Schreiben des Bischofs von Assisi: Die Verehrung des heiligen Carlo Acutis solle stets der größeren Verherrlichung Gottes dienen. Die Verehrung führt somit nicht von Gott weg, sondern soll die Beziehung zu ihm vertiefen. Zur Erklärung gegenüber kritischen Stimmen verglich der Kaplan die Reliquienverehrung mit persönlichen Erinnerungsstücken an verstorbene Angehörige, die helfen, die Erinnerung lebendig zu halten. Ebenso erinnern Reliquien an das Leben und Wirken der Heiligen und können so den Glauben stärken. Die Kosten für die Reliquie lagen bei etwa 2.000 bis 3.000 Euro und konnten problemlos durch Spenden gedeckt werden.