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So. 13.09.26

"Lebendiges Wasser"

'Lebendiges Wasser'

Vom 1. September (Welttag der Schöpfung) bis zum 4. Oktober (Gedenktag des Heiligen Franziskus) ist die ökumenische christliche Schöpfungszeit. In der Diözese Linz steht sie heuer unter dem Thema "Lebendiges Wasser". Einladung, die Gedanken unserer Seelsorgerin Christa Meuwissen dazu nachzulesen.

Gedanken zu den Schriftlesungen (Alternativlesung: Jo 4,5-15 - siehe unten)
Sonntag, 13. September 2026, 9.15 Uhr, Pfarrgemeinde Rohr

 

Schwestern und Brüder im Glauben an Jesus Christus!

 

Mitte August haben österreichische Bischöfe – auch unser Bischof Manfred Scheuer – zum Gebet für die Landwirtschaft aufgerufen. Angesichts der anhaltenden Trockenheit baten sie die Pfarren, die Sorgen der Land- und Forstwirte in den kommenden Gottesdiensten "besonders vor Gott zu tragen" und um notwendigen Regen, die Bewahrung vor weiteren Schäden sowie um Kraft und Zuversicht zu beten. "Hinter den Nachrichten über Niederschlagsmengen, ausgetrocknete Böden und Ernteausfälle stehen Menschen und Familien", so hieß es in der Aussendung.

 

„Beten hilft!“ – das ist meine feste Überzeugung.

 

Und trotzdem habe ich mir im August gedacht: Da bin ich aber jetzt gespannt. Was Menschen mit ihrem Lebensstil und ihrer Sehnsucht nach immer Mehr mit der Natur schon alles angerichtet haben – dagegen sollen wir jetzt beten? Gott soll das alles richten?

 

Gott sei Dank hat es inzwischen wieder geregnet – große Schäden bleiben jedoch zurück. Zu selbstverständlich sind wir Menschen in unseren Zeiten in unserer Lebensumgebung davon ausgegangen, dass Wasser ein Gut ist, das uns jederzeit zur Verfügung steht. Schließlich sind wir es die meisten von uns gewohnt, dass wir nur den Wasserhahn aufdrehen müssen und uns Wasser in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.

 

Lassen wir uns die Dürre des heurigen Sommers eine Mahnung sein. Wasser, sei es sauberes Trinkwasser, sei es Regenwasser, steht uns nicht unbegrenzt und selbstverständlich zur Verfügung. „Die nächsten Kriege werden auch ums Wasser geführt.“, habe ich in diesen Tagen von einigen älteren Menschen gehört. Und auch die Sorge darüber, welche Folgen das geplante Werk in Kronstorf für unser aller Wasserversorgung haben könnte, ist nicht zu überhören.

 

Die Frau am Jakobsbrunnen, deren Geschichte wir heute in der Evangelienlesung gehört haben, kannte einen solch selbstverständlichen Umgang mit Wasser nicht. Bis heute ist die Versorgung mit Wasser, wie wir sie kennen, in vielen Regionen der Welt nicht selbstverständlich und mit großer Mühsal und viel Arbeit verbunden. Ähnlich wie die Frau, von der heute berichtet wird.

 

Sie trifft am Brunnen einen fremden Mann, der ihr zusagt, das Lebendige Wasser zu sein. Das macht sie sehr skeptisch: Was versteht dieser Kerl überhaupt vom Wasserschöpfen und vom Wasserholen? Wovon redet er überhaupt?

 

Jesus lässt sich auf dieses Gespräch ein – obwohl es damals nicht schicklich war, mit Frauen zu reden – und schon gar nicht mit Frauen aus Samarien. Er nimmt sie und ihre Bedenken ernst. Es gelingt ihm, in ihr Vertrauen und Hoffnung zu wecken. Zu zeigen, dass er Lebendiges Wasser, lebendig machendes Wasser für sie sein könnte.

 

So will Jesus auch für uns Lebendiges Wasser sein, lebendig machendes Wasser. In Seiner Nachfolge stehend sollen auch wir Lebendiges Wasser sein, lebendig machendes Wasser. Einerseits im übertragenen Sinn: Menschen und ihre Bedenken ernst nehmen und ihnen Zugang zum Glauben, zum Vertrauen und zur Hoffnung aufzeigen. Aber auch im ganz wörtlichen Sinn: Es liegt in unserer Verantwortung, Wasser wertzuschätzen und Wasser zu schützen. Damit (lebendiges) Wasser für alle Lebewesen, für alle Lebende weiter zur Verfügung steht.

 

Wenn uns die Bischöfe zum Gebet eingeladen haben, so soll uns das zu beidem motivieren: Zum Vertrauen in Gott, der alles in Händen hält. Und zum Vertrauen in unsere menschliche Schöpfungskraft, mit der wir an Gottes guter Schöpfung tatkräftig mithelfen sollen – sie achten, bewahren und schützen. Gerade auch das Wasser, das lebendig machende Wasser. Amen.


Lesung aus dem Evangelium nach Johannes Jo 4,5-15


In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.

 

Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.

 

Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!

 

Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

 

Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.

 

Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

 

Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?

 

Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

 

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.

 

Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!

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