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Pfarrgemeinde Reichenthal
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neuer Pfarrhof

Bei der Einweihung des neuen Hochaltares am 3. September 1899 äußerte Bischof Franz Maria Doppelbauer gegenüber Pfarrer Wolfgang Reichl den Wunsch zur Errichtung einer Kinderbewahranstalt (Kindergarten).

Es dauerte allerdings noch bis 1907 – unter Pfarrer Johann Prinz.

Der Privatier Karl Gillhofer überließ sein von ihm erbautes Haus Nr. 42 zu dem äußerst günstigen Kaufpreis von 20.000 Gulden, obwohl es ihm 40.000 Gulden gekostet hatte, dem kirchlichen Armeninstitut Reichenthal per 7. April 1907, da er nach Pregarten übersiedelte. Der Wunsch des edlen Kinderfreundes und Wohltäters war es, dass daselbst eine klösterliche Niederlassung mit Kinderbewahranstalt (Kindergarten) errichtet werde. (Linzer Volksblatt 25.9.1907).

Zur Leitung des Kindergartens wurden die Marienschwestern berufen. Die feierliche Einweihung erfolgte durch Domprobst Anton Pinsker am 22. September 1907.

50 Kinder wurden aufgenommen.

Am 1. Februar 1922 wurde Ignaz Pötscher Pfarrer von Reichenthal. Ganz dem damaligen Zeitgeist baute er das Haus zu einem Exerzitienhaus aus Im Dachgeschoß wurden Zimmer eingerichtet und eine Hauskapelle ausgestattet. Karl Eidenberger schnitzte den Altaraufbau mit Tabernakel, den Altartisch fertigte der Tischler Kohlberger.

Nach dem Einmarsch der Russen verließen die Schwestern Reichenthal. Am 9. April 1947 kamen auf Bitten des Pfarrers wieder 2 Schwestern nach Reichenthal zurück.

Mit dem Tod von Sr. Purissima im Dezember 1985 verblieb Sr Beate noch bis August 1986 allein in Reichenthal. Aus Mangel an Schwestern wurde mit diesem Datum die Niederlassung in Reichenthal aufgelassen.

Als Pfarrer Anton Renauer die Pfarre 1973 übernahm wurde das Erdgeschoß als Pfarrkanzlei und Priesterwohnung umgestaltet.

 

Text: Gerhard Franz Weichselbau, August 2025
 

Verwendete Literatur:

Pfarrinformation Reichenthal, 20 Jg, Folge 139, Ausgabe August 1994

Chronik der Pfarre und Gemeinde Reichenthal von Kons. Johann Pammer

S. 48, 163, 164, 286, 287.

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