Jänner 2024
Wo sie einmal ist, wird man sie nicht mehr los: Die Mistel
Weißbeerige Mistel (Viscum album) mit über 100 Arten
Die Evolution hat sich wieder einmal etwas ganz Besonderes einfallen lassen, damit Mistel-Früchte und ihre Samen verbreitet werden: eine klebrige Schicht auf den Früchten sorgt dafür. Vögel, die die Früchte fressen, nehmen die am Schnabel haften bleibenden Beeren mit und streifen sie auf anderen Bäumen ab. Oder die gefressenen Früchte passieren den Darm und werden mit dem Kot ausgeschieden. Nachdem auch die ausgeschiedenen Samen noch klebrig sind, bleiben sie ebenfalls auf Ästen haften und wurzeln dort neu.
Misteln sind immergrüne Halbschmarotzer, d. h. sie entziehen ihren Wirtspflanzen mit speziellen Saugorganen Salze und Wasser. Allerdings assimilieren sie selbst über ihre grünen Blätter.
Ob die betroffenen Bäume durch den Mistelbefall kaputtgehen oder ob erst Bäume mit geschwächtem Immunsystem von Misteln erobert werden können, ist nicht geklärt.