Tag 122
Österreichs junge Handwerker haben abgeräumt bei der Europameisterschaft: Sieben Mal Gold, sechs Mal Silber und fünf Mal Bronze. Damit ist das Team Austria das erfolgreichste der EuroSkills 2023.
Hohes Niveau liegt bei Herrn Rammerstorfer im Handwerksblut. Seine Tischlerei in Pötting/Andrichsfurt im Innviertel hat sich auf die Restaurierung von historischen Holzgegenständen spezialisiert. Großer Wert wird darauf gelegt, Charme und Originalität der meist alten und wertvollen Einrichtungen von Kirchen zu erhalten. Davon konnten wir uns bei einem Besuch in der Werkstätte überzeugen.
Hohes Niveau der Handwerkskunst zeichnet auch unsere Kirchenbänke aus, die zwischen 1968 und 1970 erneuert wurden. Die Wangen (Seitenteile) der alten Kirchenbänke wurden wiederverwendet, Sitzflächen und Rückenlehnen neu angebaut. Die Holzverarbeitung generell beurteilt Herr Rammerstorfer als äußerst sorgfältig und solide. Die Bretter wurden so genau zusammengefügt, dass die Jahresringe harmonisch zusammenpassen. Manchmal merkt man nicht einmal, dass hier „gestückelt“ worden ist. Hohe Qualität weisen auch die Holzverbindungen auf.
An einer unserer Kirchenbänke („Musterbank“) zeigte uns Herr Rammerstorfer fünf verschiedene Varianten von Oberflächenbehandlung. In einem mehrstufigen Prozess wurde herausgefunden, wie weit abgeschliffen werden muss, um Schäden zu beheben, aber die Einheitlichkeit nicht zu gefährden. In Absprache mit der Diözese Linz und der Pfarre Offenhausen wird nun eine dieser Varianten umgesetzt.
Damit wir im Winter nicht frieren, bekommen die Bänke eine neue Infrarot-Heizung. Sie erzeugt Strahlungswärme, anstatt die Luft zu erhitzen. Unsere alten „Wadlbrenner-Bankheizungen“ können und dürfen nicht mehr eingebaut werden. Erstens weil die Bänke gekürzt werden, damit man beim Kommuniongang nicht mehr an der Mauer streift: die alten Heizelemente wären zu lang, können aber nicht gekürzt werden. Zweitens weil die Heizelemente ihr „Lebensende“ erreicht haben: an manchen Stellen zu heiß wurden, an anderen Stellen kalt blieben. Drittens weil der Staub auf den glühenden Heizungsschlangen zu glosen beginnt und sich als Ruß an Stuck, Altären und Statuen ablegt. Jetzt, wo neu ausgemalt ist, soll es möglichst lange schön weiß bleiben.