Mo. 03.07.23
Tag 63
Die Restauratoren*innen der Fa. Tinzl arbeiten bis September in unserer Kirche. Wahnsinn, wird sich so manche*r denken. Muss denn so genau restauriert werden? Wird aber gar nicht! Denn aus Kostengründen werden nur die wichtigsten Arbeiten an Stuck und Wänden durchgeführt. Da ginge noch viiiiiel mehr.
Teamleiter Michael erklärt die Vorgangsweise:
- Acht Schichten liegen fein übereinander (siehe „Zeigefinger-Foto“).
- Jede Restaurierung hat neue Materialien angewendet, in der Meinung, dies sei jetzt das Aller-aller-Beste. Heute weiß man: Manches war ein Fehler! Besonders problematisch sind Putze, denen viel Kunststoff beigemengt worden ist. Ebenso wenn mit einem Zementputz (weich) über einen Kalkputz (härter) drübergeputzt worden ist. Diese beiden Verputze arbeiten gegeneinander.
- Es ist also die Aufgabe der Restauratoren*innen, soweit abzutragen, bis man eine Schicht mit passendem, tragfähigem Kalkputz freigelegt hat.
- Im Bereich der Orgel – also straßenseitig – erkennt man überaus deutliche Risse im Mauerwerk (siehe Foto). Ursache dafür sind Erschütterungen. Aber nicht vom Geläute der Kirchenglocken! Vielmehr entstehen die Risse durch den Straßenverkehr, insbesondere durch die Lkw. Mit ihrem Gewicht lösen sie so starke Vibrationen aus, sodass das Mauerwerk geschädigt wird. Alle alten Kirchen, die (mittlerweile) an Straßen stehen, sind davon betroffen.
- Die Reparaturarbeiten an den Rissen werden daher nicht „ewig“ halten, weil die Erschütterungs-Belastungen weiter bestehen. Wir müssen damit leben, dass sich wieder neue Risse bilden.
Detailinfo zum zweiten „Zeigefinger-Foto“:
Die Stuckleisten wurden vor 400 (?) Jahren zu „ebener Erde“ in Teilstücken vorgefertigt und dann am Gewölbe zusammengefügt. An diesem „Riss“ sieht man, wo zwei Teile gestückelt worden sind.