Tag 57
Gelbe Westen tragen sie nicht, stattdessen knallgelbe Gummihandschuhe. Demonstrieren können sie jedenfalls eindrucksvoll, die „Gelbfinger“ der Firma Tinzl! Sie demonstrieren Ausdauer und Geduld, Geduld und Ausdauer ... Wenn man ihre Werkzeuge sieht, die kleinen Messer, Pinsel und Schwämme, möchte man schier verzweifeln angesichts der riesengroßen Wandflächen und der Fülle an Stuck. Mit einem spitzen Messer werden Vertiefungen freigeschnitten, die durch oftmaliges Übermalen zugepinselt sind. Wo man mit keinem Werkzeug hinkommt, hilft nur mehr der schonend arbeitende Hochdruckreiniger. Risse im Mauerwerk werden sauber beschnitten und anschließend mit Füllmasse geschlossen.
Fälschlicherweise dachte ich, dass mit Schwämmen der Schmutz von Wandflächen abgewaschen wird. Viel mehr geht es darum, Schicht um Schicht die vorangegangenen Renovierungen zu entfernen. So lange, bis der tragfähige Grund zum Vorschein kommt. Damit der neue Kalkanstrich hält. Gelb wird er nicht, das kann jetzt schon verraten werden! Das Bundesdenkmalamt hat die Farbe aufgrund von Befundungen festgelegt. Unsere Kirche wird in gebrochenem Weiß erstrahlen. Ich bin jetzt schon gespannt wie ein Pfitschipfeil, wie das neue Outfit der Kirche wirken wird.