Tag 27
Weggeräumt nach einem gekonnten Plan, den Astrid Eymannsberger ausgetüftelt hat. Eva und Sepp Bichlmann machen noch einen letzten Kontrollgang durch die Kirche, schauen hinter Altäre und in versteckte Winkel.
In dieser Leere wirkt die Kirche ganz neu.
Und gibt so manches Geheimnis preis:
- die versteinerten Ammoniten in den roten Marmorplatten am Fußboden
- die „schlamperte“ Rückseite so mancher Heiligenfigur
- die bunt-gemusterten Vorgänger-Bodenfliesen
- ungewohnte Einblicke in den Hochaltar
- UND ein Sacrarium.
Hinter dem Hochaltar befindet sich, im Boden versenkt, ein kleiner, "undichter" Behälter. Das ist ein Sacrarium, ein „heiliger Ausguss“ gewissermaßen.
Durch das Loch des Sacrariums wurde früher alles der geweihten Erde (unter der Kirche) zurückgegeben, was mit dem „Heiligen“ in Berührung gekommen ist:
- altes Weihwasser,
- Hostienreste (aufgelöst in Wasser),
- Wasser vom Reinigen der liturgischen Gefäße,
- Reste der heiligen Öle, ...
In früheren Jahrhunderten wurde mancher Priester von Angst geplagt, wenn ein Brösel der Hostie nicht ordnungsgemäß im Sacrarium entsorgt werden konnte. Heute geht man auch sorgsam mit diesen Dingen um, aber mit Hausverstand. Einer meiner Liturgieprofessoren hat es salopp formuliert: Beim Brösel hört die Gegenwart Gottes auf.
Übrigens: Die Reste der heiligen Öle werden heute im Osterfeuer verbrannt und das alte Weihwasser darf der Natur gegeben werden.