Bettina zurück aus Indien: „Zweites Zuhause gefunden“
Als Bettina Riedl-Strasser die achtjährige Lakshmi fragte, ob sie in den Schulferien ihre Familie besuche, antwortete das Mädchen: "Ich hab‘ nur eine Schwester, und das bist du." Lakshmi, stellte sich heraus, ist Waise. Das ist einer jener Momente, an die sich Bettina Riedl-Strasser immer erinnern wird, wenn sie an ihre Zeit in Indien denkt. Seit 14. Februar ist sie wieder in Niederthalheim zurück.
Die 20-Jährige Kindergartenpädagogin aus Niederthalheim war eine von mehreren Österreichern, die bis 13. Februar ein einjähriges Volontariat in einer Einrichtung von "Jugend Eine Welt – Salesianer Don Boscos in Indien" absolvierten, ein Land, in dem ein Fünftel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt und es vorsichtigen Schätzungen zufolge 20 Millionen Straßenkinder gibt.
Erfahrungen fürs Leben
Bettina Riedl-Strasser war in einer Überbrückungsschule in der Stadt Vijayawada tätig, wo Waisen, Straßenkinder und Kinder aus benachteiligten Familien Schulbildung erhalten. „Nach einem Jahr Abschied zu nehmen fällt einem nicht leicht“, sagt Bettina. Sie denkt oft an die Momente, die ihr ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Seien es nur lustige und produktive Unterrichtsstunden, ein Spiel am Nachmittag oder das Plaudern und Beisammensein mit den Kindern. „Ein Jahr lang in einer anderen Kultur mit zu leben, gab mir viele neue Sichtweisen“, zieht sie Bilanz. Sie hat viele neue Freunde gefunden, „Vijayawada ist für mich mein zweites Zuhause und eine zweite Familie geworden“, so die junge Niederthalheimerin.

Foto: Bettina Riedl-Strasser mit indischen Kindern. In einem Vortrag wird sie demnächst von ihrem einjährigen Einsatz in Indien berichten.