Veranstaltungsbericht zu "Bewegung macht klug"
Bei Bewegung ist unser Gehirn aktiv und dasjenige von heranwachsenden Kindern vergrößert mit der Bewegung sein Volumen. Die Abwechslung von Anstrenung und Entspannung von klein an speichert Bewegungsmuster im Gehirn. Dabei bilden sich Ankerpunkte, die wichtig für die Raum- und Zeitwahrnehmung, für den Gleichgewichtssinn und für das Vorstellungsvermögen sind. Dadurch wird das Lese-, Schreib- und Rechenlernen positiv beeinflusst. In Untersuchungen konnte etwa ein Zusammanhang zwischen Dyskalkulie (Rechenschwäche) und Bewegungsarmut im Babyalter festgestellt werden.
Die frühere Leiterin eines Sonderpädagogischen Zentrums und Diagnostikerin Edith Steffan erklärte uns in einem lebendigen Vortrag den Nutzen dieser Erkenntnisse und gab folgende Tipps:
- Babies und Kleinkinder sollen so oft wie möglich selbstständige Bewegungserfahrungen machen. Wichtig sind freie Kopfdrehung, eigenes Tempo des Babys beim Krabbeln sowie beim Sitzen- und Gehenlernen und die Verwendung von Laufrädern (daher wenig starre Babysitze und -tragen, Wettbewerbe beim Sitzenlernen vermeiden, eher keine Laufwagerl, Gehschulen und elektrisch betriebene Kinderfahrzeuge).
- Im Kindergarten- und frühen Volksschulalter sind Kreuzbewegungen über die Körpermitte und Balanceübungen sehr empfehlenswert. Sie fördern die Koordination und die Analogiefähigkeit (zB. bei kaltem Wetter zu erkennen, dass man sich warm anziehen soll; generell Regeln einzuhalten, weil man die Folgen abschätzen kann).
Da die Vortragende Schulleiterin und Lehrerin einer ersten Klasse Volksschule ist, konnte sie uns die Vorteile ihrer Empfehlungen (und die Nachteile von Bewegungsdefiziten) aus der Praxis anschaulich näherbringen. Bei der abschließenden Fragerunde wurde auch deutlich, dass es bei „Klugheit“ sehr oft auch um die Fähigkeit geht, schulische und gesellschaftliche Anforderungen zu erfüllen.
